Chor „Cantastic“: Nur die Männer blieben aus

Von: mag
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Die Sängerinnen des Chores „Cantastic“ und „ihr“ Mann: Jede einzelne Stimme fügt sich in einen gemeinsamen Klang. Foto: Maggie Jung

Nordeifel. „Wenn sich mein Leben überschlägt, bist du die Ruhe und die Zuflucht“ singen 27 Frauen überzeugt und ein Mann begleitet sie dabei auf dem Klavier. Der Song „Das Beste“ der Band Silbermond erzählt zwar eine Liebesgeschichte, doch schenkt man den Sängerinnen und dem Chorleiter von „Cantastic“ Glauben, so scheint der Liedtext durchaus auf den Chor übertragbar zu sein.

„Cantastic“ (ein Wortspiel zusammengesetzt aus cantare = lat./singen und fantastic = engl./fantastisch, toll) heißt der Frauenchor mit Wohlfühl-Charakter unter der musikalischen Leitung von Michael Rieck, der die Sängerinnen am Klavier begleitet.

Begonnen hatte alles im Oktober 1991, als sich einige Frauen aus einer Laune heraus zusammenfanden, um aus Spaß an der Freud zu singen. Moderne Lieder sollten es sein, weniger die althergebrachten Kirchenlieder. Kurzerhand fragten sie Wolfgang Rieck, der seinerzeit gelegentlich bei Gottesdiensten die Orgel spielte, ob er nicht Lust habe, einen Chor zu gründen. Gefragt – getan!

„Wir stellten damals keine großen Ansprüche an uns selbst, wollten einfach nur singen“, erinnert sich Petra Kahl. „Bei Festivitäten aufzutreten, daran dachten wir gar nicht.“ „Junger Chor“ nannte sich die kleine Gesangsformation aus zunächst nur zwölf Sängerinnen. Doch die Saatkörner fielen auf fruchtbaren Boden: Das Repertoire aus neuen geistlichen Liedern in ein- oder zweistimmigen Arrangements fand Anklang und schon bald kamen die ersten Anfragen für Taufen und Trauungen.

Als sich Wolfgang Rieck 1998 aus beruflichen Gründen verabschiedete und Lammersdorf verließ, übernahm sein Bruder Michael fortan die musikalische Leitung. Michael Rieck war von seinem Großvater Willi Bongard, dem einstigen Lammersdorfer Organisten, Küster und Kirchenchorleiter (von 1952 bis 1976), im Klavierspiel unterrichtet worden, bevor er zur Musikschule wechselte. Bis zu seinem 20. Lebensjahr sang er im Kirchenchor und begleitete dessen Sänger an Klavier und Orgel.

Die Mischung stimmt

Während der folgenden Jahre nach der Übernahme des „Jungen Chors“ – der sich 2010 in „Cantastic“ umbenannte – sah Michael Rieck einer stetig wachsenden Zahl Sangesfreudiger entgegen – nur die Männer blieben aus. Der Chorleiter teilte „seine Frauen“ auf in Sopran-, Alt- und Tenorstimme und packte in den Lieder-Rucksack vollends motiviert drei- und vierstimmige Chor-Arrangements; das Repertoire wurde musikalisch anspruchsvoller, lebhafter, farbiger. „Celebrate the music, celebrate the singing, celebrate the gift of song“ heißt es in einem Lied von Emily und Patti Drennan, das die Freude der Frauen und ihres Chorleiters an dem gemeinsamen Hobby widerspiegelt.

„Es ist die Mischung, die einfach stimmt – bei den Liedern als auch bei den Leuten“, sagt Dagmar Dicks-Xarhakos. Ob „Viva la vida“ von Coldplay, „Bohemian Rhapsody“ von Queen oder „I’ll be there“ von Michael Jackson – das sind „Stücke, mit denen ich mich identifizieren kann“, sagt Carolin Dohmen. Und was den (fast) reinen Frauenchor angeht: „Ich hätte nie gedacht, dass 27 Frauen gemeinsam so viel Spaß haben können.“ Dieser Meinung ist auch Sabine Linzenmeier, die vor Jahren als neu Zugezogene froh darüber war, durch den Chor neue Kontakte knüpfen zu können.

„Immer wieder zu erleben, dass die Frauen mit so viel Begeisterung dabei sind und zu sehen, was wir, als Laien, dadurch gemeinsam auf die Beine stellen, ist mein Antriebsmotor, mein hauptsächlicher Ansporn“, sagt Michael Rieck. „Ich liebe es, Musik zu hören und noch viel mehr, Musik selber zu machen. Was gibt es Schöneres?“, meint der Chorleiter, der seine Liebe zur Musik wohl vom Großvater geerbt hat. „Und in der Gruppe zu musizieren ist einfach noch großartiger als alleine!“

Jene Liebe zu den Noten ist es sicherlich auch, welche die 27 Frauen und „ihren“ Mann verbindet und zusammenhält. So ist „Cantastic“ ein Erleben von Gemeinschaft und Individualität gleichzeitig, nämlich wenn sich „die eigene Stimme in einen gemeinsamen Klang einfügt“, so Martina Rhie. Dass gemeinsames Singen nicht nur Stresshormone abbaut, sondern auch das Herz gesund hält, haben Studien längst bewiesen: Singen – ein elementarer Lebensausdruck, der Glücksgefühle auslöst.

Die Lammersdorfer Sängerinnen können dies bestätigen: „Singen sorgt für gute Laune“, sagt Dagmar Wagemann und Dagmar Dicks-Xarhakos erläutert: „Es ist befreiend, ähnlich wie Tanzen, und trägt mich durch den ganzen Tag!“ Auch für Gisela Theiss gibt es keinen Zweifel: „Singen hilft mir, alles, was ich im Alltag mit mir herumschleppe, loszulassen.“

Nebst etlichen Auftritten (Cantastic gestaltet diverse Feste und Feierlichkeiten wie Taufen, Hochzeiten, Kommunionfeiern, Jubiläen und geht dabei auch gerne auf individuelle Musikwünsche ein) können Michael Rieck und seine Frauen bereits auf zwei sehr erfolgreiche Konzerte zurückblicken. Ein weiteres folgt bald: am 22. März in der Lammersdorfer Pfarrkirche, mit ganz neuen Stücken und unter dem einladenden Motto: „Just sing it!“

Mehr Informationen zu dem Chor gibt es im Internet unter: www.chor-cantastic.de.

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