„Chair-ity“-Projekt: Ein rotes Stühlchen macht die Runde

Von: P. St.
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Auch er macht mit: Jenke von Wilmsdorff, Schauspieler und Aktionsjournalist, unterstützt ebenfalls die Fotoaktion zugunsten von Flüchtlingen in der Eifel. Foto: Sarah Steffens/Christina Breuer
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„Zusammenrücken“ lautet das Motto einer „Chair-ity“-Fotoaktion, die die Fotografin Sarah Steffens zugunsten von Flüchtlingen inzwischen erfolgreich gestartet hat. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Das nur wenige Zentimeter große rote Plastikstühlchen haben Sarah Steffens und Christina Breuer in diesen Wochen immer dabei. Um das kleine Utensil aus dem Hause Playmobil dreht sich für die beiden Fotografinnen in der Vorweihnachtszeit ein Großteil ihrer Aktivitäten.

Sie haben das Accessoire sprichwörtlich als roten Faden für ein „Chair-ity“-Projekt unter dem Motto „Zusammenrücken“ ausgewählt.

Der Erlös wird in den Kommunen Monschau und Simmerath untergebrachten Flüchtlingen zugute kommen. Das-Mini-Plastikstühlchen ist das verbindende Element einer Porträtserie, die die beiden 35-jährigen Fotografinnen jetzt gestartet haben.

Aufnahmen werden versteigert

Die Bildidee dahinter ist eher unspektakulär: Ein Person nimmt das Stühlchen in die Hand und fertig ist das Porträt. In der technischen Nachbearbeitung bleibt dann nur noch das rote Plastikspielzeug als Farbelement erhalten, der Rest des Bildes wird in schwarz-weiß gehalten. Die so gestalteten Aufnahmen sollen dann später als Poster- oder Leinwanddruck versteigert werden und einen möglichst hohen Erlös erzielen, der dann den für die Flüchtlingshilfe zuständigen Betreuungsorganisationen zur Verfügung gestellt werden soll.

Bei der Auswahl der Personen möchten Sarah Steffens, die aus Imgenbroich stammt und in Lammersdorf lebt sowie ihre Berufskollegin Christina Breuer aus Aachen einen möglichst hohen „Promi-Faktor“ erzielen. Nachdem die Aktion inzwischen ins Rollen gekommen ist, ist die Liste der Mitwirkenden, die sich in das „Chair-ity“-Projekt einbinden, bereits beachtlich: Jenke von Wilmsdorff, Schauspieler und Aktionsjournalist macht mit, ebenso auch die beiden Eifel-Comedians Achim Konejung und Hubert vom Venn. Tina Middendorf vom Radiosender Eins-Live ließ sich ablichten wie auch mehrere Soap-Stars von RTL-Serien. Auch Joey Kelly hat seine Teilnahme zugesagt. Weitere Prominente, deren Zusagen noch ausstehen, sollen ebenfalls aufgesucht werden wie auch einige Eifeler Krimi-Autoren. „Wir sind bisher nur auf positive Resonanz gestoßen“, freut sich Sarah Steffens. Auch die Monschauer Bürgermeisterin hat ihre Unterstützung zugesagt.

Die „Chair-ity“-Initiative soll aber vor allem noch auf eine breite Basis in der Bevölkerung gestellt werden. Die beiden Fotografinnen wünschen sich, dass auch ganz viele Privat- und Geschäftsleute mitmachen und sich ablichten lassen. Die Voraussetzung dafür, dass die beiden Fotografinnen mit ihrem roten Plastikstühlchen auf der Bildfläche erscheinen und auf den Auslöser drücken, ist allerdings, dass mindestens fünf Euro gespendet werden müssen. Auf diese Weise soll die Aktion im besten Falle zum Selbstläufer werden, und den „Wir waren dabei“-Effekt auslösen.

Rot als Warnfarbe

Bis Weihnachten soll die Aktion durchgezogen werden. „Da kommt wohl viel Arbeit auf uns zu“, glaubt Sarah Steffens. Anfang Januar soll dann die Versteigerung stattfinden. Termin und Ort werden noch bekanntgegeben. Bis dahin soll der rote Stuhl seine hoffentlich erfolgreiche Runde gedreht haben.

Die dramatische Situation der Flüchtlinge wurde Sarah Steffens kürzlich noch einmal direkt vor Augen geführt als ihre Mutter nach einem Aufruf der Stadtverwaltung Wohnraum in Imgenbroich zur Verfügung stellte, den inzwischen vier junge Afrikaner bezogen haben. „Ich wollte unbedingt helfen“, sagt sie, „und da ich Fotografin bin, lag es nahe, eine Aktion in dieser Richtung zu starten.“ So entstand spontan die Idee mit dem Playmobil-Stühlchen als Symbol dafür, dass man zusammenrücken und gemeinsam helfen soll. Die Warnfarbe Rot korrespondiere in einem starken Kontrast zum schwarz-weiß-Porträt, was den Aufnahmen eine besondere Note gebe.

Sarah Steffens glaubt, dass die Situation der Flüchtlinge in Deutschland von vielen Menschen nicht richtig eingeschätzt wird. „Oft denken die Leute, dass da Menschen aus Elendsgebieten zu uns kommen, aber viele dieser Flüchtlinge haben in ihrer Heimat sowohl ein eigenes Haus wie auch einen Flachbildfernseher.“ Viele Menschen seien gezwungen worden, alles zurückzulassen, „und viele Menschen haben nur den Wunsch, wieder in ihre Heimat zurückzukehren.“

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