Nordeifel - „Chair-ity“: Fotografinnen starten Aktion für Flüchtlinge

„Chair-ity“: Fotografinnen starten Aktion für Flüchtlinge

Von: Andreas Gabbert
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Schlagersänger Heino lies sich für das Projekt ablichten. Foto: Steffens, Breuer, Kaußen
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Standen für das Projekt Modell: Die RTL-Moderatorinnen Katja Burkard... Foto: Steffens, Breuer, Kaußen
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...und Birgit Schwrowange. Foto: Steffens, Breuer, Kaußen
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Das Leitmotiv in allen Bildern ist der rote Stuhl. Hier mit Stephan Brings. Foto: Steffens, Breuer, Kaußen
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Engagieren sich mit ihrem Foto-Projekte für Flüchtlinge in der Eifel: Bianca Kaußen, Sarah Steffens und Christina Breuer (von links). Foto: Steffens, Breuer, Kaußen

Nordeifel. Viele Prominente haben die Fotografinnen Sarah Steffens, Bianca Kaußen und Christina Breuer in den vergangenen Wochen kennengelernt. Sie haben sich mit Volkssänger Heino in seinem Café getroffen, die Moderatorinnen Katja Burkard und Brigitte Schrowange haben sie beim Fernsehsender RTL besucht und mit Kölschrocker Stephan Brings bei ihm zu Hause Kaffee getrunken. Immer mit dabei war ein kleines rotes Stühlchen.

Das sorgt dafür, dass die drei Frauen seit Anfang Dezember nicht mehr zur Ruhe kommen. Das rote Stühlchen dient ihnen als roter Faden für ihre „Chair-ity“-Aktion unter dem Motto „Zusammenrücken“. Der Erlös dieses Projektes ist für Flüchtlinge bestimmt, die in den Kommunen Monschau, Simmerath oder Roetgen untergebracht sind.

„Eigentlich sollte die Idee zum Selbstläufer bei den örtlichen Geschäftsleuten werden, dann wurde sie aber zum Selbstläufer bei den Promis“, sagt die aus Imgenbroich stammende und nun in Lammersdorf lebende Sarah Steffens.

Die Idee hinter dem Projekt ist, Menschen mit dem Stühlchen zu fotografieren und in der anschließenden technischen Nachbearbeitung nur noch das Stühlchen als Farbelement zu erhalten. Am Ende der Aktion steht dann eine Versteigerung von 40 Bildern, die am Sonntag, 22. Februar, im Hotel Horchem in Monschau stattfindet. Ab 13 Uhr können die 30 mal 40 Zentimeter großen Bilder betrachtet und ab 16 Uhr ersteigert werden.

Die Moderation der Versteigerung übernehmen Hubert vom Venn und Achim Konejung, die ebenfalls zu den Porträtierten gehören. „Viele, die bei unserer Aktion mitgemacht haben, haben gesagt, dass sie vorbeikommen wollen. Ob das klappt, weiß ich nicht. Es kann auch sein, dass keiner kommt“, sagt Sarah Steffens.

Dass sich die Aktion für die drei Fotografinnen zum Selbstläufer entwickelt, liegt auch an den sozialen Netzwerken. „Wenn wir einen Prominenten angeschrieben haben, hatte er oder sie eines unserer Bilder schon bei jemand anderem gesehen. Das hat uns viele Türen geöffnet“, erklärt Steffens.

Die Kontaktaufnahme mit den Promis sei viel einfacher gewesen als zunächst gedacht. „Für viele Termine sind wir nach Köln gefahren. Dort wohnen ja einige Promis oder sind für Aufnahmen, Konzerte, Lesungen und so weiter in der Stadt. Also haben wir geschaut, wann sie da sind und haben sie einfach angeschrieben. Die meisten haben spontan zugesagt“, berichtet Steffens.

Doch nicht nur zu Promis haben die Fotografinnen Kontakt aufgenommen, Sarah Steffens hat auch Flüchtlinge in der Nordeifel besucht und kennengelernt. „Daraus sind auch Freundschaften entstanden“, sagt sie.

Nach einem Bericht über das Projekt in dieser Zeitung hatte das Café International in Imgenbroich Kontakt mit ihr aufgenommen und sie auch zur Weihnachtsfeier eingeladen. Steffens hat die Flüchtlinge in der Jugendherberge Hargard besucht und sich ein Bild von der Flüchtlingsunterkunft Langschoß gemacht. Auf die Idee für dieses Projekt war sie gekommen, als ihre Mutter nach einem Aufruf der Stadtverwaltung Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt hatte und sie so die Situation von vier jungen Afrikanern direkt erlebte. „Ich wollte unbedingt helfen“, sagt die Fotografin.

Am Freitag hat Sarah Steffens mit der Schauspielerin Janine Kunze den letzten Fototermin vor der Versteigerung am Sonntag. Aber auch danach soll die Aktion weiterlaufen. „Wir haben so viel positives Feedback bekommen und die Schlange derjenigen, die mitmachen wollen, ist noch lang. Es gibt noch viele Stellen, an denen man helfen kann. Also machen wir damit weiter“, sagt Steffens.

Wer sich ebenfalls mit dem roten Stühlchen porträtieren lassen möchte oder das Projekt finanziell unterstützen will, kann mit den Fotografinnen Kontakt aufnehmen.

An Spenden sind bislang 1500 Euro zusammengekommen. Mit der Versteigerung der Bilder sollen am Sonntag noch einige Euro hinzukommen.

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