Cellist ohne Berührungsängste: Thomas Beckmann gibt Benefizkonzert

Von: js
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Thomas Beckmann nahm seine Zuhörer in Monschau mit auf eine spannende Reise durch das Repertoire „seines“ Instruments, des Violoncello. Foto: Josef Schreier

Monschau. Das Konzert, das der Düsseldorfer Cellist Thomas Beckmann am Sonntag in der Evangelischen Stadtkirche in Monschau gab, war nicht nur ein musikalisches Ereignis. Beckmann ist dafür bekannt, dass er seine musikalischen Aktivitäten (entsprechend seinen Vorbildern wie Pablo Casals oder Albert Schweitzer) politischen und gesellschaftlichen Anliegen zugutekommen lässt.

Vor einiger Zeit gründete er die Aktion „Gemeinsam gegen Kälte“. Diese bezog sich ursprünglich eigentlich auf die Obdachlosen in unserer Gesellschaft. Aber mittlerweile hat die „Kälte“ um sich gegriffen (worauf auch Pfarrer Wolfgang Köhne in seiner Begrüßung anspielte), und so sollte denn auch der Erlös des Benefizkonzerts am Sonntag je zur Hälfte an Beckmanns Obdachlosenaktion und an die Monschauer Flüchtlingshilfe gehen.

Die Evangelische Kirche in Monschau war – inmitten des Weihnachtsmarkttrubels – gut gefüllt, als Thomas Beckmann sein recht buntes Celloprogramm begann. Das Konzert war auch Bestandteil der Kammermusikreihe „Montjoie musicale“, in deren Namen der künstlerische Leiter, Florian Koltun, die Besucher begrüßte. Was Thomas Beckmann dann bot, war alles andere als „trockene“ Kammermusik. In überaus sympathischer Weise nahm der Künstler seine Zuhörer mit auf eine spannende Reise durch das Repertoire „seines“ Instruments, des Violoncello. Dass er da keine Berührungsängste kennt, bewies er gleich zu Anfang, als er die Zuhörer, die laut Programm mit einer Sonate von Vivaldi rechneten, mit dem „Schwan“ aus Saint-Saens‘ „Karneval der Tiere“ überraschte.

Nun, es ging dann aber doch programmgemäß weiter, wobei Beckmann die Cellosonate e-moll von Antonio Vivaldi und die „Pièces en concert“ von Francois Couperin für die Zuhörer durch lockere analytische Einführungen zugänglich machte.

Eine Pause war eigentlich auch vorgesehen, aber Beckmann war so begeistert und begeisternd „in seinem Element“, dass das Publikum gar nichts dagegen hatte, dass er gleich weitermachte. Das Programm war dann letztlich zwei (kurzweilige) Stunden lang, was aber niemanden störte. Ob es dann aber noch zu der in der Pause eigentlich geplanten Auslosung einiger Beckmann-CDs kam? Nun, sicher wird der wohltätige Zweck des Konzerts erreicht worden sein, zumal Beckmann in seinem zweiten Teil noch mehr ins Populäre überging, etwa mit Fritz Kreislers (für die Geige geschriebenen) Charakterstücken, die auf dem Cello doch einen etwas anderen, nachdenklicheren Charakter zeigten.

Brillant freilich sowohl die Analyse wie auch die Darbietung zweier Sätze aus Johann Sebastian Bachs 3. Cello-Suite, die Beckmann zu einer Übersicht über diesen ganzen Bach‘schen Suitenzyklus ausweitete.

In seinen Zugaben ging es dann noch weiter in Richtung Gegenwart, so etwa mit Maurice Ravels Habanera. Insgesamt konnten die zahlreichen Zuhörer einen bewegenden und beeindruckenden Musiknachmittag erleben. Thomas Beckmann spielte sein Cello mit hörbarer Liebe und mit einem Feinsinn und mit einer Reinheit, die keine Wünsche offenließ. Man hatte auch den Eindruck, vor allem im zweiten Teil, dass er die Auswahl und Reihenfolge der dargebotenen Stücke aus einem reichen Fundus der Kenntnis und des Wissens teilweise spontan hervorholte und ohne jede Vorlage präsentierte.

Man darf hoffen, dass Thomas Beckmann mit seinem intensiven, ebenso musikalischen wie humanitären Engagement den Erfolg hat, den er verdient.

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