Caritas verkauft das St. Josefs Haus in Höfen

Von: Andreas Gabbert
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Sie sehen in dem Projekt viele Chancen: Ulla Laqua (Heimleiterin), Marc Inderfurth (Geschäftsführer Caritas Lebenswelten), Hans Wilhelm Janissen und Jens Janissen (Investoren). Foto: A. Gabbert

Höfen. Die Caritas wird das St. Josefs Haus in Höfen zum 30. April an die „Investorengesellschaft Janissen“ verkaufen. Die von Hans Wilhelm Janissen und seinem Sohn Jens getragene Gesellschaft plant das Areal durch Angebote im Bereich Senioren-Wohnen sowie Gesund und Wellness zu bereichern. Dafür wollen die Investoren aus Viersen rund 5.000.000 Euro in die Hand nehmen.

Nach der Schließung des Kurbetriebs im Jahr 2011 wurde von der Caritas Lebenswelten GmbH in Höfen nur noch das Wohnheim für Menschen mit Behinderung betrieben. In Zukunft wird die Caritas Mieter in dieser Immobilie sein und sich auf den Wohnheimbetrieb konzentrieren.

In den Räumlichkeiten des ehemaligen Kurbetriebs soll nun eine Senioren-WG entstehen. „Das würde von der Infrastruktur passen, und die Investitionen dafür würden sich im Rahmen halten“, erklärte Hans Wilhelm Janissen. Die Aufenthaltsräume oder auch das Kaminzimmer würden ideale Bedingungen bieten. Eine altersmäßige Beschränkung soll es dabei nicht geben. „Das Angebot soll sich an Leute wenden, die nicht allein sein wollen“, sagt Janissen.

Die bereits bestehende Wellnessabteilung mit Schwimmbecken, Massageräumen, Kneippbad und Sauna soll aufgewertet werden und im Idealfall ein Physiotherapeut eingestellt werden. „Der wird davon allein aber nicht leben können, deshalb muss auch die Möglichkeit geschaffen werden, Kunden von außen zu akquirieren, zum Beispiel über die Sauna“, erläutert Janissen. Im Außenbereich sollen drei weitere unterschiedliche Saunen gebaut werden. Die Janissens rechnen damit, dass solch ein Angebot gerade auch für Touristen interessant sein könne. In der Region gebe es viele Hotels und Pensionen, die ein solches Angebot nicht vorzuweisen haben. „Dann kann sich das rechnen.“

Die sechs bereits bestehenden Appartements wollen die Investoren separat vermieten und so etwas wie „Seniorenurlaub“ anbieten. Die Mieter sollen dann auch die Möglichkeit haben, die anderen Angebote im Haus zu nutzen und sich in das alltägliche Leben einzubringen, wenn sie es denn wünschen.

30 bis 35 Wohnungen

Der ehemalige Kindergarten der Einrichtung soll ebenfalls umgebaut werden. Nach den Vorstellungen der Investoren sollen dort acht bis zehn kleine Wohnungen entstehen, die dauerhaft vermietet werden.

Damit aber noch nicht genug. Die Investoren planen auf dem Grundstück des St. Josefs Haus zwei weitere Häuser mit 30 bis 35 Wohnungen mit 62 bis 65 Quadratmetern für Senioren zu bauen und die Wohnungen anschließend zu verkaufen. „So haben wir schließlich unterschiedliche Typen von Senioren an einem Ort. Das ist ein etwas anderer Ansatz, aber letztlich geht es darum, alle zusammen zu bringen“, sagt Janissen.

Die Inklusion von Menschen mit Behinderung und die direkte Nachbarschaft des Caritas-Wohnheims sehen die Janissens als Herausforderung. „Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Ich bin felsenfest überzeugt, dass das funktioniert“, sagt Hans Wilhelm Janissen. Auch Marc Inderfurth, Geschäftsführer des Caritas Lebenswelten GmbH, zeigt sich begeistert. Das Projekt biete viele Chancen, es ermögliche die Teilhabe von verschiedenen Personen, es biete Möglichkeiten aktiv und nicht alleine zu sein, gleichzeitig seien aber auch Rückzugsmöglichkeiten gegeben. Die Leiterin der Einrichtung, Ulla Laqua, steht dem Projekt ebenfalls offen gegenüber: „Wir freuen uns darauf, dass wieder Leben in den anderen Teil des Hauses kommt.“ Was allen Beteiligten am Herzen liegt, ist ein lebendiger Austausch zwischen Senioren, Menschen mit Behinderung, Einheimischen und Touristen.

Bis zu zehn Arbeitsplätze

Hans Wilhelm und Jens Janissen rechnen damit, dass durch ihr Projekt auf Dauer bis zu zehn neue Arbeitsplätze in Höfen entstehen werden.

Was noch nicht feststeht, sind die Form und die Details des Projektes, etwa wer die Leitung der Senioren-WG übernimmt oder wer die Wellnessabteilung betreuen wird. „Das können wir nicht, wir beschäftigen uns mit Steinen und Häusern“, erklärt Janissen. Man wolle anstoßen, begleiten, sich aber irgendwann auch wieder entfernen und dem nächsten Projekt widmen. Die Investoren sehen sich am Ende mehr in der Rolle des Vermieters.

Die Investoren waren Caritas-Geschäftsführer Marc Inderfurth durch andere Projekte bekannt. Er ist dann Anfang Sommer 2012 gezielt auf sie zugegangen. Die Bewohner des Caritas-Wohnheims und die Stadt Monschau sind über die Pläne informiert worden.

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