Caritas-Pflegestation: Eine glatte Eins für die „rot-weißen Engel“

Von: Heiner Schepp
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Jeden Morgen brechen die Pflegerinnen der Caritasstation Simmerath zu den aktuell 200 alten und kranken Patienten auf, 24 Fahrzeuge umfasst die Caritas-Flotte. Jetzt wurde die Arbeit der 35 Pflegekräfte, drei Mitarbeitende in der Verwaltung und 12 im Bereich „mobile Haushaltshilfe“ durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen bestens bewertet. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. Eine glatte Eins für die ambulante Pflege alter und kranker Menschen: Die Caritaspflegestation Simmerath hat Ende August bei einer Überprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) in allen Bereichen mit der Bestnote abgeschnitten . Einmal im Jahr schaut der MDK vorbei und genau hin, wenn sich die „rot-weißen Engel“ auf den Weg zu ihren Patienten machen – und das nahezu ohne Vorankündigung.

„Einen Tag vorher wird die Überprüfung für den Folgetag um 9 Uhr morgens angekündigt“, erläutert Pflegedienstleiterin Brigitte Bickendorff den Ablauf.

Wertzschätzung der Mitarbeiter

Anders als beispielsweise der Ombudsmann fragt der MDK jedoch nicht nur die Patientenzufriedenheit ab, sondern prüft pflegerische und ärztlich verordnete Leistungen sowie Dienstleistung und Organisation. „Insbesondere legen die Prüfer Wert darauf, dass die erbrachten Leistungen wie Körper- und Behandlungspflege auch mit der schriftlichen Dokumentation übereinstimmen“, so Bickendorff.

Guter Umgang mit den Kunden, möglichst geringe Personalwechsel für eine persönliche und vertraute Beziehung zum Patienten und die 24-Stunden-Erreichbarkeit des Pflegedienst sind weitere Pluspunkte, die ein Pflegedienst bei der Überprüfung sammeln kann und die Caritaspflegestation Simmerath gesammelt hat. Auch bei der Konzeption und praktischen Umsetzung der Versorgung dementiell erkrankter Menschen – ein Bereich mit steigender Bedeutung – schnitten die Pflegerinnen und Pfleger der Nordeifeler Station mit „sehr gut“ ab.

Für Brigitte Bickendorff, ihre Stellvertretungen Irene Huppertz und Pia Hilgers sowie die 50 Mitarbeitenden der ambulanten Pflege am Standort Simmerath war das optimale Zeugnis nun ein Anlass, die seltene und redlich verdiente Auszeichnung zu feiern. „Denn diese Beurteilung ist vor allem ein Erfolg unserer Mitarbeiterinnen, die bei uns höchste Wertschätzung genießen“, gewährt die Pflegedienstleiterin Einblick in die Philosophie der Caritas.

„Man muss den Pflegekräften die Luft geben, um ihre Arbeit am Menschen gut verrichten zu können, das heißt, darauf zu achten, dass sie körperlich und seelisch gesund sind“, erzählt Brigitte Bickendorff und unterstreicht: „Unsere Mitarbeiterinnen erhalten Rat und Sicherheit hier in der Pflegestation – aber vor Ort sind sie alleine. Und das erfordert sselische Reife, Verantwortungsbewusstsein und Erfahrung.“

Auch mit Letzterem kann die Simmerather Station aufwarten: „Die meisten der insgesamt 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind seit mindestens zehn bis 15 Jahren im Beruf, viele über 20 oder noch mehr Jahre“, erzählt die Leiterin und ist überzeugt, dass für diesen Beruf nicht jeder geeignet ist.

„Es ist nicht damit getan, Langzeitarbeitslose mal eben umzuschulen oder nach einem Schwesternhelferinnen-Kursus zu den Patienten zu schicken“, muss für Brigitte Bickendorff dem aktuellen Notstand an Pflegekräften anders begegnet werden, eben mit einer höheren Wertschätzung und Honorierung dieser Arbeit.

50 Mitarbeiter und 21 Touren

„Wir haben hier oben in der Eifel noch keine Probleme, genügend Fachkräfte zu finden“, stellt die Pflegedienstleitung fest und ergänzt mit Blick auf Pläne des Gesundheitsministeriums und der großen Altenheimträger, Fachkräfte aus Südeuropa zu „importieren“. „Wir brauchen keine Pfleger aus Spanien. Noch nicht.“

50 Mitarbeiter zählt die Caritaspflegestation Simmerath, Tendenz steigend. 35 davon arbeiten in der Pflege, und davon wiederum sind 15 als Fachkräfte in der palliativen Pflege weitergebildet. 21 Touren – die meisten, nämlich 17, am Morgen – werden täglich gefahren, die Aufenthaltsdauer bei den aktuell 200 Patientinnen und Patienten ist sehr unterschiedlich.

„Das reicht vom Anlegen eines Verbandes oder einer Insulinspritze bis zum vollen Programm mit Körperpflege und medizinischer Versorgung“, erläutert Brigitte Bickendorff und betont: „Wichtig ist aber immer auch der persönliche Umgang, der Austausch, das Achten auf den Patienten und seine kleinen und großen Anliegen. Und da ist die Bezugspflege, also die Pflege durch möglichst ein und dieselbe Fachkraft besonders von Bedeutung“, weiß Brigitte Bickendorff.

Nicht als Konkurrenzsituation, sondern als gute Ergänzung sieht sie das Zusammenspiel des Caritaspflegedienstes in Trägerschaft eines kirchlichern Wohlfahrtsverbandes mit den vier privaten Pflegediensten in der Nordeifel. „Ein Dienst alleine würde den steigenden Bedarf nicht schaffen, jeder Anbieter hat seine Patienten, und es ist auch gut für den Kunden, Vergleiche zu haben“, sagt die Pflegedienstleiterin.

„Hohes Niveau halten“

Nicht nur sie, sondern auch Caritas-Geschäftsführer Rolf Schneider zeigte sich hoch zufrieden über die nun ausgesprochene Auszeichnung für die Simmerather Station. „Die Mitarbeitenden haben ausgezeichnete Arbeit geleistet. Das Ergebnis motiviert uns, immer wieder an neuen Ideen zu arbeiten und diese umzusetzen, einfach stets das Beste zu geben. Nur so können wir unser hohes Niveau aufrecht erhalten."

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