Nordeifel - Caritas berät zu Schulden und Krankheit

Caritas berät zu Schulden und Krankheit

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Norbert Telöken berät in Simmerath

Nordeifel. „Schulden machen krank“: Auf diesen doppeldeutigen Slogan macht der Caritasverband für die Region Eifel im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche der Schuldnerberatungsstellen und damit den problematischen Zusammenhang zwischen Krankheit und Schulden aufmerksam.

Dieser gilt seit Jahrzehnten als wissenschaftlich belegt und trifft längst westliche Industrienationen. Einkommmenschwache und überschuldete Menschen haben im Vergleich zu anderen ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko und sogar eine geringere Lebenserwartung.

Umgekehrt lässt sich wiederum feststellen: Krankheiten können Ursache für Überschuldung sein. Laut Statistischem Bundesamt sind Erkrankung, Sucht oder ein Unfall Hauptauslöser für mehr als jede zehnte Überschuldung. Auch in der Eifel sind diese Erkenntnisse sichtbar geworden, wie die Schulderberater der Caritas beispielhaft bestätigen können. „Einer meiner Klienten war selbstständig, das Geschäft lief prima – doch dann kam ein Schlaganfall“, berichtet Dorothea Gehlen, Schuldnerberaterin in Schleiden.

Warnende Beispiele

„Die notwendigen Krankenhausbehandlungen wurden durchgeführt, jedoch konnten nicht alle Rechnungen sofort ausgeglichen werden, da ansonsten das Geld für die laufenden Kosten des täglichen Lebens nicht mehr ausgereicht hätte. Irgendwann konnten auch die Beiträge an die Krankenkasse nicht mehr gezahlt werden.“

Es folgten weitere Schlaganfälle. Die Ehefrau kümmerte sich immer intensiver um die Pflege ihres Mannes, verlor infolgedessen wegen Fehlzeiten ihre Arbeit. „Dann fällt dieses Einkommen auch noch weg. Haus, Auto, Vermögen – irgendwann ist alles aufgebraucht.“, ergänzt Kollegin Andrea Zens vom Beratungsbüro Mechernich. Die Caritas wünscht sich das Recht auf kostenfreie Schuldnerberatung für alle.

„Im Südkreis Aachen ist vielen überschuldeten Personen der Zugang zur Beratung verwehrt, weil sie gerade noch über einer bestimmten Einkommensgrenze liegen“, erklärt Norbert Telöken vom Beratungsbüro Simmerath. „Sie müssen sich dann an den Kosten beteiligen, obwohl sie sich das nicht leisten können.

Wir sind der Meinung: Überschuldete und auch überschuldungsgefährdete Menschen sollten unsere Hilfe kostenfrei bekommen können.“ Zudem fordern die Berater eine angemessene Gesundheitsversorgung für Menschen, die sich vor Eintritt der Überschuldung privat versichern konnten.

Wer Fragen zum Thema hat oder Hilfe braucht, kann sich bei Norbert Telöken, Beratungsbüro Simmerath der Caritas,Telefon 02473/7511, melden.

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