„Café Jennepeter“: Für Angehörige demenziell erkrankter Menschen

Von: Helga Giesen
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Ein Netzwerk zur Unterstützung von Angehörigen demenziell erkrankter Menschen knüpfen in Roetgen die Mitarbeiterinnen im Cafè Jennepeter, Dr. Marion Behrendt-Höhne, Agathe Pokorski und Jutta Palm sowie Dirk Recker vom Sozialamt der Gemeinde Roetgen (v. re.). Über dieses Angebot vor Ort freut sich auch Bürgermeister Manfred Eis. Foto: H. Giesen

Roetgen. Das „Café Jennepeter“ als Treffpunkt für Angehörige demenziell erkrankter Menschen ist ein gemeinsames Angebot der Itertalklinik Seniorenzentrum „Roetgen 2“ und des Malteser Hilfsdienstes im Monschauer Land.

Als „unterstützende Aktion“ für diese Einrichtung hatte Bürgermeister Manfred Eis jetzt zu einem gemeinsamen Pressegespräch mit den Initiatorinnen und Leiterinnen, Agathe Pokorski und Jutta Palm, eingeladen. Beteiligt waren auch Sozialamtsleiter Dirk Recker und Seelsorgerin Dr. Marion Behrendt-Höhne.

Als Bürgermeister sei er dankbar, „dass es in der Gemeinde dieses Angebot gibt“, betont Manfred Eis. Das Schicksal Demenz könne heute jeden unvermittelt treffen, und dann wüssten Angehörige oft nicht, wie sie mit der Erkrankung umgehen sollen und wo sie Hilfe finden können.

„Das Thema Demenz wird immer bedeutsamer“, unterstreicht auch Jutta Palm. Deshalb wurde der Gesprächskreis vor zwei Jahren als gemeinsame Initiative des Seniorenzentrums und der Malteser ins Leben gerufen. Inzwischen werde das Angebot gut angenommen, berichtet sie. Dabei sei der erste Schritt für die Betroffenen nicht einfach, es müsse die Scheu genommen und um Vertrauen geworben werden, um das Tabu um dieses Thema zu durchbrechen.

Einige BesucherInnen kommen nur ein- oder zweimal, um Auskunft zu konkreten Fragen zu erhalten, andere hingegen suchen hier den regelmäßigen Austausch mit Experten und anderen Betroffenen, erzählen Jutta Palm und Agathe Pokorski.

Gerade bei diesen sei zu beobachten, dass die Hilfestellung ankommt und die anfänglich zu erkennende Unsicherheit und Überforderung einer größeren Akzeptanz und besseren Bewältigung der Herausforderung weicht, die die Betreuung eines dementen Angehörigen bedeutet. Das motiviere sie auch, die Arbeit kontinuierlich fortzuführen, erklären sie.

„Die Angehörigen sollen erfahren, wie sie auch in einem schwierigen Alltag wieder kleine Momente der Gemeinsamkeit und des Glücks finden können, zum anderen aber auch, dass sie dabei den Blick auf sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse richten dürfen“, ist dabei für Dr. Marion Behrendt-Höhne wichtig.

Wenn zu erkennen ist, dass der Hilfebedarf über die im Rahmen der Treffen mögliche Unterstützung hinausgeht, wird auch seelsorgerische oder praktische Einzelbetreuung und -beratung geleistet. „Wir können ein Netzwerk knüpfen, das jedes Bedürfnis abdeckt“, hebt Agathe Pokorski hervor. Dazu zählt auch, ein Basiswissen über die Krankheit zu vermitteln und Hilfsangebote anderer Institutionen wie Kurse der Krankenkassen oder Möglichkeiten der Tagespflege vorzustellen.

Als Teil dieses Netzwerks sieht Dirk Recker auch das Sozialamt der Gemeinde, wenn es um Beratung zu Leistungen geht, die Betroffenen zustehen. Gerade wenn jüngere Menschen schon von Demenz betroffen sind, gehe es dabei auch um Existenzfragen.

Das Café Jennepeter in der Cafeteria des Seniorenzentrums, Jennepeterstraße 30, ist geöffnet an jedem ersten Mittwoch im Monat von 15.30 Uhr bis 17 Uhr. Das Angebot ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung nicht notwendig.

Wichtig ist auch, dass demenziell erkrankte Angehörige zu den Treffen mitgebracht werden können. Sie werden in dieser Zeit von kompetenten MitarbeiterInnen des Hauses betreut. Das ermöglicht es manchen pflegenden Angehörigen erst, sich diese Auszeit zu nehmen und im Austausch mit anderen Betroffenen, aber auch durch konkrete Informationen und Hilfsangebote neue Kraft zu schöpfen.

Immer ein offenes Ohr

Jutta Palm ist Krankenschwester und Lehrerin für Pflegeberufe. Auch führt sie beim Malteser Hilfsdienst Fortbildungen zum Thema „Kompetenz in Demenz“ durch. Der MHD arbeitet nach dem schwedischen Konzept Silviahemmet zur Pflege und Begleitung demenziell erkrankter Menschen. Jutta Palm hat in Schweden die Ausbildung zur Silviahemmet-Trainerin absolviert.

Die Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin Agathe Pokorski ist Sozialdienstleiterin und stellvertretende Einrichtungsleiterin der Häuser 1 und 2 des Itertalklinik Seniorenzentrums Roetgen 1 und 2. Außerdem ist Agathe Pokorski auch ehrenamtlich als Seniorenberaterin der Gemeinde Roetgen tätig.

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