Café International feiert Weihnachten mit Flüchtlingen

Von: Max Stollenwerk
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Schöne Zeit mit dem Nikolaus: Der heilige Mann war mit seinen Geschenken im Café International ein gern gesehener Gast. Foto: Max Stollenwerk

Imgenbroich. Voll bepackte Säcke mit Geschenken, reichlich Plätzchen auf den Tischen, der Duft von Kakao und Tee und viele verschiedene Stimmen unterschiedlichster Sprachen erfüllten den Raum: Dies waren die wichtigsten Zutaten für die Weihnachtsfeier im Imgenbroicher Café International, die jetzt stattfand.

Das Pfarrheim drohte aus allen Nähten zu platzen, so einen großen Anklang fand die Aktion bei den Flüchtlingen aus Syrien, Eritrea, Ghana und vielen anderen Ländern. Und ganz im Gegensatz zur politischen Diskussion um das Weihnachtsfest und dessen Bräuche, die es aktuell in der Türkei gibt, sind sich hier alle einig, dass man friedlich und gemeinsam feiern möchte.

„Durch die Haltung der türkischen Behörden schränken sie sich doch nur ein. Ein Miteinander bedeutet gleichzeitig auch ein Nebeneinander, so dass die verschiedenen Kulturen und Bräuche akzeptiert werden sollten“, sagte Vera Rupp-Franksen zur aktuellen Debatte, in der türkische Behörden es untersagt hatten, christliche Weihnachtsbräuche an einer türkischen Schule zu unterrichten.

Sie gehört zum Team der Ehrenamtler des Cafés International und moderierte die Weihnachtsfeier. „Wir versuchen, alle Leute zu erreichen und zu unterstützen, die Hilfe benötigen“, sagte Rupp-Franksen. Dabei kann sie auf die Unterstützung von circa 20 ständigen und zahlreichen sporadischen Ehrenamtlern setzen, die seit nunmehr 25 Jahren dafür sorgen, dass die Flüchtlinge beispielsweise durch Deutschkurse, Unterstützung bei Behördengängen oder einfach ein gemütliches Beisammensein besser integriert werden. Außer in den Schulferien treffen sich hier immer montags zwischen 30 und 50 Flüchtlinge, um sich auszutauschen oder ihre Sorgen und Schwierigkeiten zu besprechen.

„Netzwerk schaffen“

„Das gemeinsame Ziel aller muss es sein, ein funktionierendes Netzwerk zu schaffen, das der wunderbare Beginn einer Zusammenarbeit ist“, formulierte sie die Absicht bei der Zusammenarbeit mit Behörden, Sozialwerken und anderen Ehrenamtlern.

Zur Weihnachtsfeier in besinnlicher Atmosphäre trafen sich zahlreiche Flüchtlinge und ihre Familien sowie ein Dutzend Ehrenamtler, um gemeinsam ein paar schöne Stunden zu verbringen. Helle Begeisterung herrschte unter den Anwesenden, als plötzlich der Nikolaus mit mehreren voll bepackten Geschenkesäcken das Pfarrheim betrat und einen spontanen Applaus erntete.

„Ich habe den Wunsch, dass Ihr gemeinsam ein Lied singt, bevor ich Euch meine Geschenke verteile“, äußerte der Nikolaus vor der Bescherung. Dies musste nicht zweimal gesagt werden, denn schnell war aus einer Ecke „In der Weihnachtsbäckerei“, aus einer anderen „Alle Jahre wieder“ zu hören. Zuerst beschenkte der Nikolaus die ganz kleinen Kinder mit Buntstiften, Süßigkeiten und anderen Kleinigkeiten, bevor dann die älteren folgten.

„Ich finde es sehr schön hier, besonders, dass alle Geschenke bekommen“, sagte die achtjährige Kajace aus Albanien freudig gestimmt. „Es ist einfach schön, dass hier so etwas für uns gemacht wird“, war von einer jungen Mutter zu hören, die gemeinsam mit ihrer Familie ins Pfarrheim gekommen war.

Doch nicht nur das Café International tat den Flüchtlingen etwas Gutes, sondern auch die Eifeler Christen. „Jeder erhält einen Gutschein über zehn Euro von den Eifeler Christen, um Möbel oder Kleider zu kaufen“, lobte Rupp-Franksen die Aktion des Sozialwerks.

Bevor sich langsam alle nach einigen unterhaltsamen Stunden auf den Heimweg machten, bekam jeder noch einen selbst gebastelten Engel aus Papier in die Hand gedrückt. „Passend zu Weihnachten als Symbol des Friedens“, wie Vera Rupp-Franksen lächelnd sagte.

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