Monschau - Busbrand: Staatsanwaltschaft Aachen lässt Vorfall überprüfen

Busbrand: Staatsanwaltschaft Aachen lässt Vorfall überprüfen

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
Ein Schulbus ist am 1. Dezembe
Ein Schulbus ist am 1. Dezember 2011 in Mützenich völlig ausgebrannt. Die mehr als 40 Kinder und Jugendlichen konnten sich in Sicherheit bringen. Derzeit lässt die Staatsanwaltschaft die „strafrechtliche Relevanz” des Vorfalls überprüfen. Foto: psm

Monschau. Am 1. Dezember wurde nicht nur das erste Türchen am Aventskalender geöffnet, am 1. Dezember 2011 ist Monschau knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt.

In Mützenich brannte ein Schulbus, der aus Kalterherberg kam, binnen weniger Minuten völlig aus. Mehr als 40 Kinder und Jugendliche konnten sich gerade noch in Sicherheit bringen. Wenig später hätte es Tote gegeben.

Nachdem die erste Erleichterung über die Geistesgegenwart des Fahrers, der den Bus noch rechtzeitig evakuiert hatte, vorüber war, meldeten sich zunehmend Stimmen, die dem Chauffeur grobe Fahrlässigkeit unterstellten, weil der Bus bereits in Kalterherberg aus dem Motorraum „gequalmt” habe und deshalb schon dort aus Sicherheitsgründen alle Insassen hätten aussteigen müssen.

Technischer Defekt

Kriminaltechnisch sind die Ermittlungen mittlerweile abgeschlossen. Ergebnis: Es war ein Unfall nach einem technischen Defekt. Das heißt aber nicht gleichzeitig, dass der Busfahrer ungeschoren davonkommt, auch wenn den massiven Vorwürfen von Schülern und deren Eltern bisher keine Strafanzeige gefolgt ist. Wie Polizeisprecher Paul Kemen auf Anfrage erklärte, hat die Staatsanwaltschaft Aachen inzwischen der Polizei aufgetragen, die Angelegenheit auf ihre „strafrechtliche Relevanz” hin zu überprüfen. Kemen: „Das läuft zur Zeit.”

Nicht zur Tagesordnung übergegangen ist auch die Stadt Monschau, wie Bürgermeisterin Margareta Ritter bereits vor Weihnachten angekündigt hatte. Ein Schreiben an den Vertragspartner Aachener Verkehrs-Verbund (AVV), wurde in Kopie an das Wirtschafts- und das Verkehrsministerum weitergeleitet.

Während sich die Ministerialbürokratien noch nicht gerührt haben, hat der AVV sich inzwischen gemeldet und einen Gesprächstermin mit der Stadt Monschau vereinbart.

Am erstem Schultag im neuen Jahr wird die Schülerbeförderung zunächst so weitergehen wie bisher. So kurzfristig, sagt Bürgermeisterin Ritter, sei das Problem nicht zu lösen.

Ziel sei es, zu einer besseren Finanzausstattung in diesem Bereich zu kommen, damit auch die Qualität der Beförderung besser werden könne. Ritter: „Wenig Geld geht immer zu Lasten der Qualität. Das ist in allen Bereichen so.”

Als der Bus in Mützenich brannte, erinnert sich die Verwaltungschefin, sei man im Rathaus gerade mit den Sicherheitsauflagen für den Weihnachtsmarkt, ausgelöst durch die Loveparade-Katastrophe in Duisburg, beschäftigt gewesen. Ritter: „Warum reagieren der Gesetzgeber und die Politik immer erst, wenn etwas passiert ist?”

Ritter sprach von einer „Extremsituation”, die Schüler, Eltern und die Verantwortlichen der Stadt „stark belastet” habe. Um solche Extremsituationen künftig zu vermeiden, bedürfe es einer verbesserten Finanzausstattung, damit die Kommune bei der Auftragsvergabe noch strengere Vorgaben machen könne.

Die Stellungnahme des Subunternehmers aus Gemünd zu dem Vorfall liege noch bei dessen Versicherung, so Margareta Ritter weiter: „Wir werden aber am Ball bleiben!”
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