Burgring um Monschau wird zur inoffiziellen Rennstrecke

Von: Sarah Maria Berners
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burgringrennen
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Monschau. „Irgendwie scheint es sich unter den Motorradfahrern herumgesprochen zu haben, dass der Burgring früher auch einmal eine Rennstrecke gewesen ist”, sagen Gabi Scheffen und Barbara Stollenwerk. Die beiden Anwohnerinnen sind verärgert über die vielen Zweiradfahrer, die den Burgring am Wochenende „von morgens bis abends im Sinne einer Rennstrecke benutzen”.

Ohne Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer oder Anwohner werde gerast, was das Motorrad hergebe. Das Problem ist überall in der Eifel dasselbe - am Rursee, in Prüm, in Monschau: Motorradfahrer füllen die Sitzplätze in den Lokalen, auf dem Weg dorthin aber stören sie die Anwohner mit den Geräuschen, die sie nunmal von sich geben.

„Es sind ja gar nicht die Tourenfahrer, die uns stören. Es sind die schwarzen Schafe, die Raser, die auf jeder Geraden voll aufdrehen”, sagt Barbara Stollenwerk. An den Wochenenden mache es keinen Spaß mehr, sich gemütlich auf die Terrasse unterhalb des Burgrings zu legen. Gabi Scheffen ist Anwohnerin in der Schönforster Straße auf der Haag. Und auch dort hallt der Lärm der Motorräder kräftig wider.

„Umsatzstarke Zielgruppe”

„Von Touristen haben wir bereits die Meinung zu hören bekommen, dass sie nicht mehr am Wochenende nach Monschau kommen, weil sie sich von den Motorradrasern regelrecht bedrängt fühlen.”

An Bianca Lanio, die Leiterin der Monschau-Touristik, sind diese Beschwerden der Touristen noch nicht herangetragen worden. „Uns liegen noch keine Beschwerden vor”, sagt Lanio. „Monschau ist eine touristische Stadt und die Motorradfahrer sind eine wichtige und umsatzstarke Zielgruppe.”

Und dagegen haben auch die beiden Anwohnerinnen nichts. „Wir leben ja vom Tourismus”, sagt Barbara Stollenwerk, die selbst Ferienwohnungen anbietet. Der Lärm aber schädige zumindest ihr Geschäft. Eine zeitweilige Sperrung der Strecke an den Wochenenden, wie es sie zum Beispiel zwischen Steckenborn und Woffelsbach gibt, streben Gabi Scheffen und Barbara Stollenwerk nicht an. Rund um den Burgring gilt - vorausgesetzt, die Straße ist trocken - weitgehend Tempo 100. Und weil die Anwohnerinnen sich nicht nur beschweren wollen, haben sie auch einen Lösungsvorschlag parat: „Eine Reduktion der Geschwindigkeit auf 70 km/h, und das nicht nur bei Nässe, könnte sicher Abhilfe schaffen”, so die Damen. Sie sehen auch die Polizei in der Pflicht und fordern strengere Geschwindigkeitskontrollen am Burgring. Als extreme Rennstrecke - wie die Straßen, die zum Rursee führen - ist der Burgring der Polizei bislang nicht bekannt. „Wir führen aber in der gesamten Eifel regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen und Kontrollen des Überholverbots durch”, sagt Polizeisprecherin Sandra Schmitz.

Das Burgringrennen hat übrigens nur von 1948 bis 1952 stattgefunden. Danach wurden innerörtliche Rennveranstaltungen verboten. Die besten schafften den 4,9 Kilometer langen Parcours über das Kopfsteinpflaster in knapp drei Minuten.
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