Bunte Wiesen, lichte Wälder: „Life-plus“-Projekte überzeugen EU-Kommission

Letzte Aktualisierung:
10301926.jpg
Brunhilde Rack und Rosemarie Hingsamer von der EU-Kommission reisten mit Ruth Brauner vom Monitoring-Büro Neemo an (vorne 2., 3. und 4. von li.), um das Life-plus-Projekt „Wald - Wasser - Wildnis“ von Mitarbeitern der Biologischen Station sowie der Nationalparkverwaltung Eifel vorgestellt zu bekommen. Auch Wolfgang Nickenig von der Bezirksregierung Köln wollte sich ein Bild von den Fortschritten machen. Foto: Nationalpark

Nordeifel. Schützenswerte Naturgüter der Nordeifel zu erhalten und zu entwickeln, ist das gemeinsame Ziel der beiden Life-plus-Projekte „Allianz für Borstgrasrasen“ und „Wald – Wasser – Wildnis“.

Diese Woche stellen die Akteure der Projekte, Mitarbeiter der Biologischen Stationen der Städteregion Aachen, des Kreises Euskirchen sowie der Nationalparkverwaltung Eifel ihre Projektfortschritte Vertretern der Europäischen Kommission vor.

Brunhilde Rack und Rosemarie Hingsammer von der Europäischen Kommission zeigten sich sichtlich zufrieden mit den positiven Entwicklungen, die von den beiden Projekten „Allianz für Borstgrasrasen“ und „Wald – Wasser – Wildnis“ im Kreisgebiet Euskirchen und im Nationalpark Eifel ausgegangen sind.

Jetzt hatten sie Gelegenheit, sich in der Nordeifel persönlich ein Bild von den Erfolgen der beiden Naturschutzprojekte zu machen, die durch das Förderinstrument Life plus der Europäischen Union finanziert werden. Begleitet wurden sie von Vertretern des Bundes- und Landesumweltministeriums, der Bezirksregierung Köln und vom externen Monitoringteam der EU.

Die Verantwortlichen beider Projekte setzen sich dafür ein, dass sich typische und schützenswerte Lebensräume wie blumenbunte Bergwiesen oder lichte Auwälder wieder entwickeln können. Durch Forst- oder intensive Landwirtschaft haben diese und mit ihnen die heimische Tier- und Pflanzenwelt teilweise starke Beeinträchtigungen erfahren oder sind ganz verschwunden. Durch Hunderte von Naturschutzmaßnahmen, die seit 2011 in speziellen europäischen Schutzgebieten, den sogenannten Natura 2000-Gebieten, durchgeführt wurden, werden die Lebensräume und die Artenvielfalt auch für nachfolgende Generationen erhalten.

Knapp sieben Millionen Euro beträgt die Summe der Finanzmittel beider Projekte. Etwa drei Viertel der Projektgelder fließen in konkrete Naturschutzmaßnahmen, die von regionalen Firmen umgesetzt werden. Neben der Europäischen Union stellt das Land Nordrhein-Westfalen und der Kreis Euskirchen Mittel zur Verfügung.

Mit dem Life-plus-Projekt „Allianz für Borstgrasrasen“ setzt sich die Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V. für die Offenland-Lebensräume Borstgrasrasen, Bergmähwiesen, trockene und feuchte Heiden ein. Die Maßnahmen finden in Natura 2000-Gebieten der Gemeinden Hellenthal, Dahlem und Kall statt. Auf über 90 Hektar Fläche werden Büsche und nicht standortheimische Fichtenforste entfernt. Indem spezielles Mahd-gut übertragen wird, können sich die artenreichen, ehemals in der Eifel häufig anzutreffenden Kulturlandschaftsbiotope, schnell wieder entwickeln.

Im Projekt Life-plus-Projekt „Wald – Wasser – Wildnis“ setzen Nationalparkverwaltung Eifel und die Biologische Station Städteregion Aachen e.V. Maßnahmen in drei Natura 2000-Gebieten im Nationalpark Eifel um. Natürliche Wälder und Bachläufe sollen gefördert, der in NRW vom Aussterben bedrohte Steinkrebs angesiedelt werden. Dazu wurden bisher 75 Hindernisse für bachaufwärts wandernde Lebewesen aus den Eifelbächen beseitigt. Auf über 700 Hektar können sich wieder Buchen- und Auwälder entwickeln, nachdem die nichtheimischen jungen und alten Nadelbäume entfernt wurden, Buchen untergepflanzt oder Bereiche durch Gatter vor Wildverbiss geschützt wurden.

Die Öffentlichkeit kann über zahlreiche Angebote wie „Gästeführer-Schulungen“, Exkursionen, Ausstellungen, Filme und Broschüren die Ziele und Fortschritte der Projekte mitverfolgen. Den Projektträgern wie auch den Financiers ist es ein besonderes Anliegen, die Menschen über die Natur-Schätze ihrer Heimat in Kenntnis zu setzen, sie für deren Schutz zu sensibilisieren und sie an den Bemühungen um deren Erhalt teilhaben zu lassen. Denn nicht nur die Natur profitiert von Natura 2000 sondern auch die Menschen in der Region.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert