Bunte Bilder statt trister Röhre

Von: Helga Giesen
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Roetgens Bürgermeister Manfred Eis, sein Raerener Amtskollege Dieter Laschet, Steetworker Gerold Gröbel und die jungen Sprayer vor den kunstvoll gestalteten Brückenpfeilern. Foto: Helga Giesen
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Die aufgesprühten Motive zeigen auch eine Reminiszenz an die Vergangenheit der Strecke als Eisenbahntrasse.

Roetgen. Einen ganz besonderen Blickfang bietet jetzt der Tunnel an der Himmelsleiter, der den Radlern auf dem Vennbahnweg ein gefahrloses Unterqueren der B258 ermöglicht. Pünktlich zur offiziellen Eröffnung des heute schon sehr beliebten und stark genutzten Premiumradweges präsentiert sich die ehemals triste Betonröhre mit farbenfrohen Graffiti geschmückt. Initiiert und mit jungen Nordeifeler Sprayern verwirklicht, hat die Aktion Streetworker Gerold Gröbel vom Jugendamt der Städteregion.

Am Sonntag wurde dann nicht nur in Lammersdorf und an anderen Bahnhöfen gefeiert, auch am Tunnel hatten sich zahlreiche Neugierige zu einem kleinen Fest eingefunden. „Wir haben hier zwei Wochen lang viel Spaß gehabt“, blickten die Graffiti-Künstler Sebastian, Hauke, Lukas und Luis auf ihre Aktion zurück.

Die vier 17- bis 27-Jährigen bildeten den „harten Kern“ der Truppe, hin und wieder bekamen sie Unterstützung von anderen Sprayern. „Am ersten Tag hat es einige Aufregung gegeben“, erinnerten sie sich jetzt an den schwierigen Beginn der Aktion. Sie wurden von Vorbeikommenden beschimpft und sogar die Polizei wurde häufiger über die „Schmierereien“ informiert.

Je weiter die Arbeiten jedoch fortschritten und das tolle Ergebnis schon zu erkennen war, umso öfter blieben interessierte Beobachter stehen, man kam ins Gespräch und es gab viel Anerkennung und Bewunderung.

Auch Bürgermeister sprayen

„Das habt ihr prima hingekriegt“, war auch Bürgermeister Manfred Eis begeistert von dem sehenswerten Resultat. Zusammen mit seinem Raererer Amtskollegen Dieter Laschet war er zum Abschluss der Aktion an den Tunnel gekommen. Eigenhändig sprühten die beiden die letzten Farben zur Vollendung der Roetgener und Raerener Gemeindewappen, die jetzt neben einer Dampflok, einem Hochrad und vielen weiteren Motiven die Wände zieren.

Diesen engen Bezug zum Thema und zur Region hoben Eis und Laschet besonders hervor. Als „Jury“ hatten sie zuvor die schönsten der ihnen vorgelegten Skizzen ausgewählt. Davon wurden dann in mühevoller Kleinarbeit Schablonen angefertigt, bevor es schließlich vor Ort ans Sprayen ging.

Musikalisch umrahmt wurde das Fest von einer Jugendband aus Eynatten. An einer eigens aufgestellten Leinwand hatten junge Besucher Gelegenheit, sich in der Kunst des Sprühens zu erproben. „Wo legale Wände zur Verfügung gestellt werden, geht das illegale Sprayen stark zurück“, weiß Gerold Gröbel von Erfahrungen aus anderen Kommunen. Deshalb ist er bemüht, jungen Leuten immer wieder Möglichkeiten anzubieten, ihrem Hobby nachgehen zu können, unter anderem auch mit Workshops bei der Grenzlandjugend.

Zufrieden war der Streetworker deshalb auch mit der unkomplizierten, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit aller Beteiligten. Die notwendigen Genehmigungen der Behörden wurden unkompliziert erteilt, freute er sich.

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