„Bürgerschützen Montjoie” auf der Insel

Von: Egl
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Schützen auf der Insel: (v.l.n.r.) Richard Aldous, Vorsitzender der Schützen aus Bearsted, der Monschauer Schützenkönig Tobias I. (Schell) und Schießmeister Christoph Breuer bei der feierlichen Ubergabe der Monschauer Fahne. Foto: H. Egerland

Monschau. Zum wiederholten Male machte sich die Schießsportgruppe der „Bürgerschützen Montjoie” nach Bearsted im englischen Kent auf, um einen Kleinkaliber-Schießwettkampf zu bestreiten. Im Vordergrund stand jedoch vielmehr das Feiern einer mittlerweile 20-jährigen Freundschaft.

Nach einem herzlichen Empfang auf der Insel wurden die Schützen bei ihren Gastfamilien untergebracht. Am nächsten Tag führten die englischen Gastgeber ihre Freunde aus Monschau nach London, um einige Höhepunkte der Metropole zu besichtigen. Auf dem Programm standen neben einer Fahrt auf der Themse die Besichtigung des Londoner Viertels Greenwich und der Besuch des National Maritime Museums, das die Monschauer Schützen beeindruckte.

Verlieren ist Tradition

Am dritten Tag wurde der sportliche Wettkampf ausgetragen. Die Schießfreunde des Bearsted & Thurnham Rifle Clubs schießen hierbei andere Disziplinen als die Monschauer. Geschossen werden über eine Distanz von 25 Yards liegend zwei mal zehn Schuss. Auch die Wettkampfscheiben unterscheiden sich von denen, die die Monschauer Kleinkaliberschützen kennen. Da die Schießgewohnheiten so unterschiedlich sind, ist es mittlerweile zur Gewohnheit geworden, dass das jeweilige Gastland gewinnt.

Auch diesmal gewannen die Schießfreunde aus Bearsted mit insgesamt 120 Ringen Vorsprung. Der beste britische Schütze war Ian Knox, der 193 von 200 möglichen Ringen erzielte. Monschaus bester Mann war an diesem Tag der Schießmeister Christoph Breuer mit 184 Ringen.

„Wenn die Jungs aus England im nächsten Frühjahr zum Gegenbesuch nach Monschau kommen, gehört der Sieg wieder uns”, sagte Breuer mit einem verschmitzten Lächeln, „liegend sind sie nicht zu schlagen, aber beim stehend Schießen holen wir die entscheidenden Ringe.”

Am Abend putzte sich alle fein raus, denn es stand nicht nur die Siegerehrung, sondern eine ganz besondere Feier an - das zwanzigjährige Jubiläum einer außergewöhnlichen Freundschaft. Im typisch englischen Pub „The Windmill” überreichte der Vorsitzende der Engländer Richard Aldous dem Repräsentanten der Monschauer Schützen, Christoph Breuer, eine aufwändig gestaltete Jubiläumstafel.

„Aus einem sportlichen Messen hat sich schon lange eine nachhaltige Freundschaft entwickelt”, so Aldous. Es sei in der Welt nicht selbstverständlich, dass das Schießen nicht trenne, sondern auch verbinden könne. „Die Freundschaft zwischen Bearsted und Monschau ist etwas Besonderes, auch weil sie nichts Offiziöses ist, sondern auf privater Initiative beruht”, erklärte denn auch Bill Woolven.

Der heute 86-Jährige hatte vor gut 20 Jahren prompt reagiert, als der mittlerweile verstorbene Schießmeister der Monschauer Geoffrey Tomlinson angefragt hatte, ob sich die beiden Traditionsvereine nicht einmal sportlich vergleichen wollten. Woolven schießt auch heute noch bei jedem der Wettkämpfe mit - „selbstverständlich!”

Gastgeschenke

Das Gegengeschenk der Monschauer bestand aus der Fahne der Stadt, die die englischen Freunde nun in ihrem Schießheim aufhängen werden. Der letzte Tag des Besuchs stand ganz im Zeichen einer herzlichen Verabschiedung und der Rückreise.

Die Monschauer Bürgerschützen reisten in dem Bewusstsein, dass eine solch ungewöhnliche Freundschaft zweier europäischer Schießvereine gepflegt werden muss. Die Bedingungen dafür werden nicht leichter, denn auch in England leidet der Schützensport unter Nachwuchssorgen und sehr strengen Reglementierungen. Aber jetzt gilt es erst einmal, den Gegenbesuch der englischen Freunde vorzubereiten und fleißig zu trainieren, eben damit sich die Tradition erhält, dass das Gastland den Sieg davon trägt.
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