Roetgen - Bürgersaal: Schön groß und bunt, aber meistens leer

Bürgersaal: Schön groß und bunt, aber meistens leer

Von: hes/der
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Auch bei Schulveranstaltungen wie dem Gastspiel des DasDa-Theaters bewährte sich der Bürgersaal in Roetgen durchaus. Foto: Heiner Schepp

Roetgen. Schön groß, schön bunt, aber leider meistens leer. So könnte man den noch neuen Bürgersaal der Gemeinde Roetgen im Neubau der Grundschule bezeichnen. Denn der großzügige und moderne Raum für Veranstaltungen aller Art mit bis zu 300 Personen wird bislang noch nicht so genutzt, wie man sich das in Roetgen beim Bau vorgestellt hatte.

Dies rief nun die UWG-Fraktion auf den Plan, die deshalb eine Diskussion und Änderung des Nutzungskonzeptes anregte. Im Gemeinderat stand das Thema dann auch auf der Tagesordnung, doch man kam recht schnell überein, dass ein neues Nutzungskonzept ausführlich im Hauptausschuss diskutiert werden müsse. Gleichwohl trug die UWG, die den Stein ins Rollen brachte, einige ihrer Standpunkte vor, „damit der – von den wenigsten gewollte – Bürgersaal auch mehr genutzt wird“, wie Silvia Bourceau spitz formulierte. Die jetzige Nutzungsordnung sei schlicht zu umfangreich, merkte die UWG-Sprecherin an und verwies auf die Nutzungsbedingungen eines ähnlichen Saales in der Gemeinde Cölbe, an dem man sich orientieren solle.

Mittlerweile besitze man durch eine Aufführung des Grenzlandtheaters, durch die 100-Jahr-Feier des FC Roetgen, ein Kinderchorkonzert wie auch kleinere Schulveranstaltungen Erfahrung, wo es hake. Schlecht sei aber beispielsweise für potenzielle Mieter, dass man vorher nicht wisse, was man hinterher bezahlen müsse. „Da muss mehr Klarheit her“, so Bourceau. Christa Heners (Grüne) pflichtete dem bei und sprach von „schwierigen Bedingungen für Vereine und Privatleute“, wenn man sich alleine durch anderthalb Seiten Haftungsregelungen lesen müsse.

Michael Seidel (CDU) sprach gar von einem Nutzungsverhinderungskonzept, das man nach den Ferien im Hauptausschuss intensiv diskutieren solle. Seidel bat bis dahin um eine Auflistung, was bislang an Veranstaltungen gelaufen sei, wer wie viel bezahlt habe, aber auch, wer abgewiesen wurde oder von einer Nutzung zurücktrat – und warum.

In ihrer Mitgliederversammlung legte die UWG dann diese Woche noch einmal nach. „Wir brauchen einfach eine bessere Nutzung für diese Veranstaltungsstätte“, forderte Silvia Bourceau. Ein Nutzungskonzept müsse her, in dem die Kosten klar beziffert und für Veranstalter nachvollziehbar seien. Leerstand helfe keinem weiter, so ein Saal müsse praktikabler gemacht werden, attraktiver. Das Interesse sei vorhanden, nur die Anreize seien nicht da. „Dieser Saal wurde von Jemandem konzipiert, der noch nie ein Fest hatte“, schimpfte die UWG-Ratsfrau und scherzte: „Vielleicht brauchen wir ja noch einen Kulturmanager.“

Auch für den UWG-Vorsitzenden Hans-Joachim Mathée liegt die Kultur in Roetgen „auf Eis“, jetzt sei die Politik am Zuge, ein politisches Konzept zu erarbeiten. „Schließlich bezahlen die Bürger ja auch diesen Saal“, so Silvia Bourceau scharf. Auf keinen Fall dürfe man dieses Objekt „vor die Wand laufen lassen“.

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