Roetgen - Bürgermeister Klauss: „Keine Wohnbebauung gegen den Bürgerwillen“

Bürgermeister Klauss: „Keine Wohnbebauung gegen den Bürgerwillen“

Von: hes
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Die „Segel“ im unteren Bereich der Mühlenstraße sind für die Bürger ein wichtiger, schützenswerter Naherholungsbereich. Die vorsorgliche Verlegung von Glasfaserkabel ist in den Augen der Bedenkenträger daher ein falsches Signal zur Siedlungspolitik. Foto: H. Schepp

Roetgen. „Die Bürgerveranstaltung hat gezeigt, dass die anwesende Bevölkerung die Initiative von Politik und Verwaltung zur Gestaltsteuerung begrüßt und den Inhalten des Gestaltgutachtens aufgeschlossen gegenübersteht“, freute sich Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss nach dem gut besuchten Informationsabend zur Ortsentwicklung im Oktober.

Dieser liegt mittlerweile gut einen Monat zurück und die Gemüter haben sich im Nachgang der teils emotionalen Debatte an jenem Abend wieder einigermaßen beruhigt.

Denn natürlich war der Verwaltung auch nicht entgangen, dass das Gestaltgutachten an diesem Abend mehr oder weniger in den Hintergrund gerückt war – auch, weil ein Großteil der rund 200 Besucher in erster Linie gekommen war, um sich gegen eine Außenentwicklung in Roetgen („In den Segeln“) und Rott („Hahnbruch“) zu positionieren.

„Wir haben wahrgenommen, dass den Bürgern die Bewahrung der grünen Binnenbereiche und der Naherholungsbereiche an den Ortsrändern sehr wichtig ist“, stellte auch Bauamtsleiter Dirk Meyer nun fest.

Besonders intensiv wurde die Debatte, als es um eine mögliche Bebauung des Bereichs „In den Segeln“, am Waldrand zwischen Mühlenstraße und Schwerzfelder Straße gelegen, ging.

Der Bürgermeister räumte im Pressegespräch ein, „dass es mir nicht gelungen ist, die Bürger davon zu überzeugen, dass die Aktivitäten der Deutschen Glasfaser in diesem Bereich nichts über eine zukünftige Bebauung aussagen“, so Jorma Klauss.

Bei der Infoveranstaltung war bekannt geworden, dass der Deutschen Glasfaser dieser Bereich als potenzielle Ausbaufläche genannt worden war. „Das ist für manche der erste Schritt zu einer Wohnbebauung“, so Bürgermeister Klauss.

Die Entwicklung im Blick

Er könne die Sorge der Menschen und die an diesem Abend vehement vorgetragene Ablehnung sehr wohl verstehen und wiederholte das Versprechen, dass es hier „keine Entwicklung gegen den Willen der Bürger geben“ werde, wenn auch die Politik diesen Bürgerwillen vertrete.

In der Nachbetrachtung der Verwaltung zur Bürgerveranstaltung liest sich das so: „In diesem Zusammenhang wurde sehr intensiv über die Entwicklungserfordernisse und Entwicklungsmöglichkeiten der drei Ortsteile diskutiert. Wobei neben der weiteren flächenhaften Nachverdichtung durch Bebauung der grünen Binnenbereiche insbesondere die auf Basis der Argumentation des Gestaltgutachtens entwickelten Diskussionsansätze zur Außenentwicklung der Siedlungsstruktur vehement abgelehnt wurden.“

Die Bürgerschaft habe an diesem Abend einen Auftrag an Politik und Verwaltung formuliert, „zum einen den öffentlichen Dialog weiterzuführen und gegebenenfalls zu intensivieren, zum anderen die Entwicklungspotenziale der Ortschaften qualitativ und quantitativ kritisch zu beleuchten“.

Ähnlich lautende Schlüsse hat auch die RWTH, die das Gutachten erstellt hat, aus dem Abend gezogen und in zwei Bereiche unterteilt. Bei der Frage nach dem „Wo?“ besitzt demnach die Stärkung des Ortskerns Priorität, sind Naherholungsbereiche zu bewahren und die Grenzen des Wachstums zu definieren. Es sei das „Entwicklungspotential im Bestand zu mobilisieren“, will sagen: Es gilt leerstehende Häuser zu nutzen, Baulücken bebaubar zu machen und neue Bebauung an vorhandenen Straßen anzustreben.

Im Mittelpunkt des Gutachtens (aber nicht des Bürgerabends) stand aber auch das „Wie“: Die Förderung von regionaltypischem Bauen, Bildung eines Gestaltungsbeirats und Sicherung der Begrünung im Ort seien anzustreben – und weitere Veranstaltungen „für Bereiche mit Handlungsbedarf“.

Die Verwaltung kündigte an, für den Bauausschuss im Januar den ersten Analysebereich vorzubereiten, der dann von der Politik diskutiert werden müsse.

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