Nordeifel - Bürgermeister Eis: Roetgen nimmt das Gymnasium

Bürgermeister Eis: Roetgen nimmt das Gymnasium

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Das St. Michael-Gymnasium in Roetgen? Bewusst überspitzt hat Roetgens Bürgermeister Manfred Eis (links) nun diesen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag in die aktuelle Schuldiskussion eingebracht. Eis mahnt stattdessen ein „Sechsaugengespräch” mit seinen Kollegen Steinröx (rechts) und Breuer an. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Bilden die Nordeifelgemeinden Monschau, Simmerath und Roetgen einen Zweckverband, um die Kosten der weiterführenden Schulen gemeinsam zu tragen? Mit diesem Vorschlag hat vergangene Woche die Gemeinde Simmerath den „Hilferuf” der Stadt Monschau beantwortet, die mehr Unterstützung bei der Unterhaltung ihrer drei weiterführenden Schulen eingefordert hatte.

Die Anregung aus Simmerath wie auch das Ersuchen aus Monschau hat nun Roetgens Bürgermeister Manfred Eis veranlasst, das Thema Schulen seinerseits zu kommentieren.

Seltsame Blüten im Wahlkampf

„Zuerst habe ich mich gefragt, in welchem Stadium vor der Kommunalwahl befinden wir uns eigentlich? Ergebnis: Der Wahlkampf ist offenbar schon in vollem Gange und er treibt recht eigenartige Blüten”, findet Eis und wundert sich: „Da mahnt Frau Beigeordnete Ritter die finanzielle Beteiligung der Nachbarkommunen zu den Schülerfahrkosten an, wohlwissend, dass die Stadt Monschau zu jeder Zeit vehement für den Erhalt und den Ausbau als dortigen Schulstandort eingetreten ist. Es sollte jetzt bitte niemand so tun, als ob die damit zwangsläufig verbundene Finanzbelastung etwas Neues wäre.

Es sieht so aus, als ob Frau Ritter über die Konsequenz einer landesgesetzlichen Änderung zu den Schülerfahrkosten (Kostenträger = Wohnortgemeinde statt wie jetzt Schulstandortgemeinden) nicht bis in die Tiefen des Gemeindefinanzierungsgesetzes nachgedacht hat. Logischerweise wäre eine solche Verlagerung mit erheblichen finanziellen Einbußen für die Stadt verbunden, weil zumindest teilweise die Anrechnung der Schüler dann bei den Wohnsitzgemeinden erfolgen muss.

Also, ob sich die ganze Geschichte für die Stadt Monschau rechnet, ist fraglich”, glaubt der Roetgener Bürgermeister, der mit seinem Alternativvorschlag allerdings offene Türen bei seinem Monschauer Kollegen Theo Steinröx einrennt: „Stattdessen sollte man besser das Land ermuntern, den ländlich geprägten Schulstandort mit mehr Geldmitteln auszustatten”, wiederholt er eine auch von Steinröx immer wieder geäußerte Forderung.

Den Simmerather Vorschlag, die Nordeifeler Schullandschaft grundlegend neu zu strukturieren und auch über andere Schulstandorte nachzudenken, mag Manfred Eis kaum ernst nehmen:

„Mit Erstaunen lese ich, dass die Gemeinde Roetgen als Zweckverbandsmitglied für mehrere Monschauer Schulen vorgesehen ist. Ich frage mich, wie ernst dieser des Beigeordneten Hermanns und des Fraktionssprechers Löhrer gemachte Vorschlag wirklich ist, zumal mit dem Roetgener Bürgermeister jedenfalls bisher noch niemand über diesen Gedanken gesprochen hat.

Klare Ansage der Herren ist der Wunsch, die städtische Realschule aus Monschau nach Simmerath zu verlagern. Weshalb soll die Gemeinde Roetgen eigentlich zurückstehen? Man könnte über die Umsiedlung des städtischen Gymnasiums nach Roetgen nachdenken; ein Grundstück findet sich schnell.

Dies wäre doch eine gerechte Aufteilung der Schulen, zumal Monschau, großzügig wie wir sind, die Hauptschule behalten kann. Ach ja, St. Ursula und die Grundschulen gibt es ja auch noch”, stellt Manfred Eis augenzwinkernd fest und beklagt: „Für mich bleibt bei diesem karnevalistisch eingefärbten Wahlkampfgetöse die immer wieder propagierte friedliche und sachliche Zusammenarbeit der drei Südkreiskommunen auf der Strecke.

„Sechsaugengespräch”

Genau die möchte ich anmahnen, denn unsere BürgerInnen haben sicher kein Verständnis für kurzfristiges Kirchturmdenken”, bietet Eis ein „Sechsaugengespräch mit seinen Bürgermeisterkollegen Hubert Breuer und Theo Steinröx an.

Manfred Eis abschließend: „Wir reden ständig über unsere Städteregion und die gemeinsamen Ziele. Dann sollten wir uns auch entsprechend verhalten.”
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