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Bürgerinitiative mobilisiert gegen Trianel

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Josef Jörres organisiert mit
Josef Jörres organisiert mit den Protest der Bürger gegen das Trianel-Projekt.

Heimbach. Die Nerven liegen blank, die Emotionen schlagen hoch, das Thema Pumpspeicherkraftwerk bewegt die Menschen. Bei einem Diskussionsforum im Hotel „Der Seehof” in Schwammenauel konnte man jedenfalls nur staunen, wie engagiert die Eifeler für den Erhalt von Umwelt und Natur kämpfen.

Über 120 Bürger hatten sich eingefunden, um über das von Trianel geplante Wasserspeicherkraftwerk zu diskutierten.

Um es vorweg zu nehmen: Tosenden Applaus für seine Redebeiträge erhielt allein Heimbachs Bürgermeister Bert Züll, der ein erklärter Gegner des Projektes ist. Buh-Rufe gab es für Oliver Krischer, den grünen Bundestagsabgeordneten.

Krischer wurde als Heimbacher, als allen bekannter, grüner Umweltschützer, als Politiker und schließlich sogar noch als Sohn des grünen Ratsherrn Arno Krischer - manchmal freundlich, manchmal polemisch - angesprochen. Allein, er blieb bei seiner Einschätzung, dass nämlich das Kraftwerk „alternativlos” sei. Auf dem Podium mit Züll, Trianel-Projektleiter Dr. Christoph Schöpfer und Gotthard Kirch von Verein „Rureifeltourismus” erklärte der Grüne seine Position. Er wisse, dass es „einen schweren Landschaftseingriff” geben werde, besonders im Schilsbachtal, über den er auch alles andere als glücklich sei. Aber die Zerstörung sei nur „temporär”. „Davon wird man in ein paar Jahren nichts mehr sehen”, ist Krischer überzeugt.

Dr. Schöpfer sieht den Rursee als Teil des Kraftwerks. Der See wäre das Unterbecken der gesamten Anlage. Aus dem See wird Wasser in ein Oberbecken bei Strauch gepumpt, das bei Bedarf über Turbinen wieder in den See zurückgelangt. Der Rursee werde zum „Industriesee”, befürchtete ein Bürger und brachte zum Ausdruck, was viele glauben und was vielen Angst macht.

„Existenzängste” hat Gotthard Kirch bei nicht wenigen der 200 Rureifeltourismus-Mitgliedern festgestellt. „Diese Ängste müssen berücksichtigt werden”, so sein Appell an den Investor. Kirch wusste auch, dass das Image der Eifel und der Eifeler dank stetiger Arbeit in den letzten 15 Jahren ständig besser geworden ist. Dieser Imagegewinn stehe auf dem Spiel, wenn der Rursee zur Großbaustelle werde. „Wir werden Geld in die Hand nehmen”, versprach daraufhin Schöpfer. Und: Die Tourismusbranche werde am Ende besser dastehen als zuvor.

„Warum”, so fragte ein Bürger, „planen Sie das Kraftwerk ausgerechnet in eine touristisch so hochsensible Landschaft?” Weil die Rurtalsperre und ihre Umgebung eben besonders gut geeignet seien, so Schöpfer. Auch besorgte Bürger aus Schmidt, Woffelsbach, Rurberg und Nideggen waren in den Seehof gekommen. Auch in diesen Orten regt sich langsam Widerstand.

„Was passiert denn, wenn das Wasser im See trotz aller Bemühungen nicht klar bleibt, wenn es doch starke Strömungen gibt und Sedimente aufgewirbelt werden? Werden Sie dann das für eine Milliarde errichtete Kraftwerk wieder zurückbauen?”, so fragte jemand leicht polemisch. Um gleich selbst die Antwort zu geben. Nein, dann werde natürlich nicht zurückgebaut.

Als Möglichkeit vorgetragen wurde nach über zwei Stunden Diskussion auch, ein Bürgerbegehren in die Wege zu leiten. Züll beteuerte wieder, Rat und Verwaltung von Heimbach würden „alles daransetzen, das Projekt zu verhindern, zur Not auch juristisch”.

Mehrere Redner bezweifelten, das Wasserspeicherkraftwerke die beste Technologie für die nächsten 20, 30 oder noch mehr Jahre sein werden. Längst werde an effektiveren Möglichkeiten gearbeitet, Energie zu speichern und Energie zu regeln.

Papierschiffe mit „Stoppt Trianel”verteilt

Bürger aus Heimbach haben Anfang der Woche eine Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen das vom Energieversorger Trianel geplante Wasserspeicherkraftwerk Rursee wendet. Ihr Name: „Rettet den Rursee”. Die Gründung wird vom Rat der Stadt Heimbach begrüßt.

Zum Start ihrer Protestaktion hatte die Bürgerinitiative am Dienstag nach ihrer Gründung Papierschiffe verteilt, auf denen stand „Stoppt Trianel”. Es wurden auch Buttons verteilt, auf denen „Rettet den Rursee” stand. Die Bürgerinitiative wird in Kürze einen Sprecher wählen und sich eine Struktur geben.

Unter http://www.rettet-den-rursee.de ist die Bürgerinitiative im Internet zu finden. Die Homepage soll in den nächsten Tagen noch ausgebaut werden.

Auch Bürger aus Rurberg und Woffelsbach, so war zu vernehmen, wollen die Initiative unterstützen, Sympathiebekundungen für den organisierten Protest gibt es auch in Schmidt.

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