Buchvorstellung: Hubert vom Venn beschreibt Weihnachtswahnsinn

Von: P. St.
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Das neue Buch mit dem Titel „Christstollen sind ja auch schon da“ liegt vor: Autor Hubert vom Venn stellte die Geschichtensammlung in der Roetgener Buchhandlung „Lesezeichen“ mit Claudia Küpper (li.) und Rose Blatz-Ommer vor. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. „Ich hab‘ schon alles zusammen“: Wenn sich in der Eifel diese Begrüßungsformel (meist so ab Anfang Oktober) bei den Menschen durchsetzt, dann kann Weihnachten nicht mehr fern sein. So sagt es auf jeden Fall Hubert vom Venn aufgrund seiner langjährigen Lebenserfahrung. Gemeint sei mit dieser Begrüßung, erläutert er, dass der Eifeler bereits weit vor der Zeit alle Weihnachtsgeschenke gekauft, verpackt, mit Namenszettelchen versehen und „hinter Biberbetttüchern versteckt hat.“

Um diese Floskel dreht sich eine von insgesamt 41 Geschichten, die auf 124 Seiten den Stoff für das neue (das inzwischen 22.) Buch des Autoren und Eifelkabarettisten Hubert vom Venn aus Roetgen liefern. Der 62-Jährige legt mit „Christstollen sind doch auch schon da“ eine Geschichtensammlung „für die besinnlichen Tage des Jahres“ vor, aber besinnlich geht es in den Anekdoten, die aus Bühnenprogrammen und Kolumnen nun als gedruckte Zweitverwertung neu aufpoliert werden, nur selten zu: Meist bestimmen Chaos, Hektik, schräge Kalauer und manchmal auch nachdenkliche Töne die bunte Sammlung.

Hubert vom Venn, der nach seiner journalistischen Tätigkeit ab 1981 auf vielfältige Weise zur Humorisierung des Eifellandes beitragen hat, beschreibt den alltäglichen Weihnachtswahnsinn, der längst in den Discountern sichtbar geworden ist, wo Printen und Dominosteine bereits seit Wochen die Regale füllen. Der Autor hatte nach eigenem Bekunden bereits Ende August die erste „Spekulatius-Erscheinung“.

Vorgestellt wurde das im Rhein-Mosel-Verlag erschienene Buch jetzt in der Roetgener Buchhandlung „Lesezeichen“. Die Idee zum Buch war im vorigen Jahr bei der Frankfurter Buchmesse entstanden, als Hubert vom Venn mit seinem Verleger laut darüber nachdachte, ob man nicht einmal ein Weihnachtsbuch herausgeben sollte. Das sei im Oktober doch viel zu früh, lautete ein Einwand, woraufhin jemand mit der Antwort „Christstollen sind doch auch schon da“ konterte. Damit war die Sache klar.

Hubert vom Venn, der einigen Kurzgeschichten eine rote Zipfelmütze verpasst, auch wenn sie in jeder anderen Jahreszeit stattfinden könnten, hält den Leser mit gut verdaulicher Kost bei Laune und spielt seine ganze Routine als Gagschreiber aus („Zwischen den Tagen machen wir uns einen Ruhigen“). Ob Weihnachtseinkäufe, Geschenkpapier bügeln oder Christbaum schmücken: Bei Hubert vom Venn nehmen die typischen Rituale einen etwas anderen Verlauf.

Auch wenn die Lektüre die Vorfreude auf das Fest nicht unbedingt in Höhe treibt, kommt der Leser auf seine Kosten, denn ohne Zweifel spielt das Weihnachtsfest in der Eifel eine sehr bedeutende Rolle. Zum Nachdenken regt die Geschichte „Christus kam nur bis Losheimergraben“ an, die an den Lieblingsfilm des Autors „Christus kam nur bis Eboli“ angelehnt ist.

Hubert vom Venn selbst feiert das Weihnachtsfest inzwischen als eher stille Nacht. Während früher beim „Haus der offenen Tür“ jeder Gast willkommen war, hält sich heute der Aktionismus in Grenzen. Sein schönstes Weihnachtserlebnis reicht beim Autor zurück bis in die Kindheit: „Das war in Hellenthal. Mein Vater trug eine Lampe in der Hand, und wir machten uns nachts auf den Weg in die evangelische Kirche.“

Der vielbeschäftigte Autor dürfte in nächster Zeit auch selbst ein wenig in vorweihnachtlichen Stress geraten: Am 19. Oktober fachsimpelt er gemeinsam mit Thomas C. Breuer auf der Frankfurter Buchmesse über Bücher und die Eifel, das Südwestfunk-Fernsehen produziert gerade mit Ihm eine Episode zum Thema Weihnachtsbräuche und möglichst noch vor der Buchmesse soll eine DVD mit 17 Ausflugstipps für die Eifel unter dem Titel „Auf die Socken machen“ erscheinen. In diesem Sinne: Frohes Fest!

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