Brummi-Fahrer sind viel besser als ihr Ansehen

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Simmerath. Das schlechte Image schreckt viele junge Leute ab, diesen Beruf zu ergreifen. Denn Lkw-Fahrer ernähren sich nach gängigen Einschätzungen nur von Fast Food, was man ihnen dann auch ansieht, kippen sich jeden Abend auf irgendwelchen Rastplätzen mit Bier zu, haben sich von Beziehungen und geregeltem Familienleben verabschiedet und laufen emotional neben der Spur.

Es mag unter den Brummi-Kapitänen auch genau solche geben, doch handelt es sich dabei um Ausnahmen.

Das jedenfalls versicherten Renate Hermanns, Chefin des Transportunternehmens Hermanns & Kreutz aus Kalterherberg, und Monika Frohn von der Geschäftsführung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, bei ihrem Besuch in der Hauptschule Simmerath.

Anliegen war es, das Image der Berufskraftfahrer aufzupolieren, Vorurteile abzubauen und bei den Schülern der 9. und 10. Klassen die Werbetrommel für diesen Beruf zu rühren.

Mit insgesamt sechs Fachfrauen und -männern war Hermanns & Kreutz angereist, um den jungen Leuten zu erläutern, was es mit dem Beruf des Lkw-Fahrers auf sich hat.

Dabei ist es längst nicht mehr damit getan, den Lkw-Führerschein zu machen, sich auf den „Bock” zu setzen und in die große weite Welt hinauszufahren. Eine dreijährige qualifizierte Ausbildung ist heutzutage erforderlich sowie ständige Fortbildungen.

Schließlich geht es nicht nur ums Fahren, sondern auch um Logistik, Ladungssicherheit und vieles mehr. Wenn man dann noch bedenke, dass das „Arbeitsgerät” bis zu 200.000 Euro teuer sei und man mit der Ladung dann schnell in den Millionenbereich kommen könne, dann sei es nicht sonderlich schwer, sich auszumalen, wie verantwortungsvoll dieser Beruf sei, so Renate Hermanns.

In einem Film, in welchem ein Fahrer von Hermanns & Kreutz den Berufskraftfahrer Tom spielt, nimmt eben dieser Tom einem skeptischen Freund alle Zweifel und Vorurteile gegenüber diesem Beruf.

Dabei wird klar, dass Brummi-Fahrer durchaus ein geregeltes Privatleben führen können, weil etwa 80 Prozent von ihnen im Nahverkehr und in Schichten arbeiten. Nur die restlichen 20 Prozent fahren im Fernverkehr nach Spanien, Italien oder Polen - weil sie es selbst so wollen.

Die Berufsaussichten für junge Fahrer sind gut, denn, so Monika Frohn, in den nächsten Jahren werden bundesweit mehr als eine halbe Millionen gut ausgebildete Berufskraftfahrer gebraucht.

Das Interesse der Neuntklässler war groß. Die Schüler stellten viele Fragen und waren neugierig. Die Resonanz unter den Zehntklässlern war eher mau.

Die meisten von ihnen, so stellte sich heraus, hatten ihre Berufsfindung bereits abgeschlossen oder werden weiterführende Schulen besuchen. Interesse an dem Sattelzug vor dem Schulhof und an einer Runde um den Block mit diesem Brummi hatten die meisten aber dennoch.
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