Brückenbau an der A44: Nach dem Frost gehts in die heiße Phase

Von: Udo Kals
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Arbeiten an der A44: Zwei große Gefährte - das größte ist 20 Meter hoch und 52 Tonnen schwer - bohren derzeit Löcher fürs Brückenfundament in den Boden der rund acht Meter tiefen Baugrube. Die Trasse der K34 in Richtung Merzbrück (r.) ist bereits zu erkennen. Foto: Ralf Roeger

Würselen/Aachen. Schnee hin, Frost her: Auch in den vergangenen Wochen ist trotz der Eiseskälte mit Hochdruck in der rund acht Meter tiefen Baugrube an der A44 zwischen dem Aachener Autobahnkreuz und der Anschlussstelle Broichweiden gearbeitet worden.

Oder besser: „Gerade wegen des gefrorenen Bodens konnte auf der Baustelle weiterhin gut gearbeitet werden, weil die Bohrgeräte einen besseren Stand haben als auf matschigem Untergrund”, sagt Uwe Zink, Baudezernent der Städteregion, mit Blick auf das rund 50 mal 30 Meter große Bauloch und reibt sich die Hände - wegen des kalten Windes, aber auch aus Vorfreude. Denn: „Jetzt beginnt die heiße Phase”, sagt Zink knapp elf Monate nach dem ersten Spatenstich Anfang April 2009.

54 Bohrpfähle, je zehn Meter tief

Nachdem die Fahrspuren auf der A44 im vergangenen November verschwenkt worden sind und die alte Autobahntrasse weggebaggert worden ist, wird nun mit dem Bau der Brücke begonnen, unter der die neue Kreisstraße 34 entlangführen soll.

Die auch Osttangente genannte Straße wird voraussichtlich ab Frühjahr 2011 das Gewerbegebiet Aachener Kreuz mit dem Flugplatz Merzbrück verbinden. Und da die A44 im Rahmen des Umbaus des Aachener Autobahnkreuzes bis Broichweiden ausgebaut wird, wird auch die Brücke gleich sechsspurig angelegt.

Während bereits Teile der rund drei Kilometer langen Neubaustrecke asphaltiert worden sind, werden derzeit jeweils zehn Meter tiefe Löcher in der Baugrube gebohrt, in die wiederum Beton eingefüllt wird. „Insgesamt 54 solcher Bohrpfähle werden gegossen, die später die mehrere hundert Tonnen schwere Brückenlast abfangen müssen”, erläutert Projektleiter Peter Krückels.

Wenn das schwere Bohrgerät durch das Tauwetter nicht zu sehr im Matsch versinkt, sollen Anfang März alle Pfähle im Boden sein. „Danach wird das Fundament für die Brücke betoniert, die schließlich im Oktober fertig sein soll”, sagt Krückels, der bei „seinem” Projekt lieber von einer Unterführung spricht. „Schließlich bauen wir eine neue Straße unter der bestehenden Autobahn.”

Eine ursprünglich ebenfalls angedachte Brücke über die A44 hinweg ist aus Kostengründen bereits frühzeitig verworfen worden. Dabei sind die Ausmaße der Unterführung schon beachtlich: 53 Meter lang und zehn Meter breit soll das Bauwerk werden. 15.000 Kubikmeter Boden sind für die Baugrube bewegt worden, insgesamt müssen 60.000 Kubikmeter für die komplette Neubaustrecke ausgebaggert werden.

Zeitlich sehen sich die Macher rund elf Monate nach dem ersten Spatenstich im Plan. „Bis zum Frühjahr 2011 ist das zu machen”, sagt Krückels. Wobei: „Noch so ein Winter würde natürlich hart werden”, meint der Projektleiter vor allem mit Blick auf die kommenden Straßenbauarbeiten, die bei Frost eben nicht ausgeführt werden können.

Was die finanzielle Seite des größten Straßenbauprojektes der Städteregion betrifft, läuft es derzeit auf Mehrkosten hinaus. „Wie hoch die sein werden, wird derzeit berechnet”, sagt Zink.

Ursprünglich waren rund 11,4 Millionen Euro veranschlagt, von denen rund drei Millionen auf die Brücke samt Baustellenumfahrung entfallen.

Ein Grund für den finanziellen Mehrbedarf: Beim Wegbaggern der alten Autobahntrasse sind die Arbeiter neben Asphalt und Beton auch auf eine Teerschicht gestoßen. Zink: „Das war niemandem bekannt. Nach den Ergebnissen der Probebohrungen hat das alle überrascht.” Und die Entsorgung von Teer ist nicht gerade preisgünstig.

11.000 Autos sollen über die K34 rollen

Gleich mehrere Funktionen soll die neue Kreisstraße erfüllen: Die 3,2 Kilometer lange Trasse zwischen dem Flugplatz Merzbrück und dem Gewerbegebiet Aachener Kreuz soll den Würselener Stadtteil Broichweiden vom Durchgangsverkehr entlasten, das Gewerbegebiet Aachener Kreuz mit der A44 verbinden und das geplante Gewerbegebiet Merzbrück an das überörtliche Straßennetz anbinden.

Nach Prognosen von Verkehrsexperten werden in Zukunft täglich rund 11.000 Autos über die zweispurige Straße fahren. Insgesamt sind bislang 11,4 Millionen Euro für das Projekt veranschlagt: Zuschüsse fließen in Höhe von 7,3 Millionen Euro, die Städteregion trägt 2,5 Millionen Euro, die Stadt Würselen steuert den Rest bei.

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