Bruderschaftsfahne der Heimbach-Wallfahrer wird zum Jubiläum restauriert

Von: Karl-Heinz Hoffmann
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Armin Voßen, Präfekt der Rollesbroicher Heimbach-Wallfahrt, freut sich, dass er für die Restaurierung der Bruderschaftsfahne mit Veroni Wilden (l.) und Marliese Voßen zwei exzellente Fachkräfte zur Hand hat, die ihr Handwerk bestens verstehen. Foto: K.-H. Hoffmann

Rollesbroich. Ohne Zweifel war es eine Sisyphos-Arbeit, die Armin Voßen, Präfekt der Rollesbroicher Heimbach-Wallfahrt, vor einigen Wochen Veroni Wilden und Marliese Voßen „aufs Auge drückte“. Präfekt Voßen war jedoch in Not, da sich im 100. Jahr der Heimbach-Wallfahrt die 68 Jahre alte Bruderschaftsfahne in keinem guten Zustand befand.

Das gute Stück aus dem Jahre 1948 bedurfte dringend einer grundlegenden Restaurierung, wofür Fachkräfte mit speziellem handwerklichem Geschick erforderlich waren. Da traf es sich gut, dass mit Veroni Wilden und Marlies Voßen zwei ausgewiesene Fachkräfte im Ort wohnen, die sich sofort bereit erklärten, der Bruderschaftsfahne wieder neuen Glanz zu verleihen.

Am 4. September 1948 hatte die Bruderschaft die Fahne laut dem Protokollbuch der Rollesbroicher Wallfahrer, dessen erste Ausführung von 1916 von Armin Voßen gehütet wird wie sein Augapfel, für damals stolze 400 DM erhalten, die man dann in Raten bis 1952 abbezahlte. Seitdem war sie in jeden Jahr bei der Heimbach-Wallfahrt dabei und musste nun nach fast sieben Jahrzehnten, wie Veroni Wilden (74) erklärt, „ertüchtigt“ werden.

Für solche Spezialarbeiten hat die gelernte Schneiderin ein Händchen. Für die Rollesbroicher und Lammersdorfer Karnevalisten hat sie schon viele Kappen mit viel Liebe zum Detail angefertigt. Natürlich ist dann so eine geschichtsträchtige Bruderschaftsfahne schon eine andere Hausnummer. Wie sie erklärt, musste die Fahne zunächst einmal „auseinander genommen“ werden; sprich die Vorderseite mit dem Gnadenbild der Gottesmutter wurde von der Rückseite getrennt. Der Fahnenteil mit dem Gnadenbild muss nun noch von Veroni Wilden mit neu angeschafftem blaurotem Stoff hinterlegt werden.

Mit feiner Nadel

„Und für den Rest bin ich dann zuständig“, sagt Marliese Voßen (80) mit einem verschmitzten Lächeln. Bei dem Rest, der gar nicht so wenig ist, handelt es sich schlichtweg um Löcher, die sich im Stoff befinden und die es nun zu stopfen gilt. Und was diese Tätigkeit angeht, macht Marliese Voßen so schnell niemand etwas vor; zumal es sich bei ihrer Arbeit um „Kunststopferei“ handelt.

Die Reparaturstelle wird von ihr so fein bearbeitet, dass man nachher nicht erkennen kann, dass hier mit feiner Nadel gestopft wurde. Seinen Ursprung hat diese Handwerkskunst in einer Zeit, als grobe Wollstoffe mit Karo- und Pepitamuster hochmodern waren. „Gelernt ist gelernt und das ist auch keine Zauberei“, meint die emsige Kunststopferin, mit Hinweis auf den Fahnenstoff, wo selbst das geschulte Auge nicht mehr erkennen kann, wo sich ehemals ein Loch befand.

Kreuz wird eingeweiht

Zur Jubiläumswallfahrt der Rollesbroicher am 2. September wird die Bruderschaftsfahne auf jeden Fall fertig sein, so dass die Pilger sich dann am frühen Morgen mit einer frisch restaurierten Fahne auf den etwa 18 Kilometer langen Weg zum Gnadenbild der schmerzhaften Mutter Gottes machen können. Als man 1916 unter dem damaligen Rektor Schäfer zum ersten Mal dorthin pilgerte, handelte es sich praktisch um eine Kriegswallfahrt, an der von den 300 Rollesbroicher Einwohnern 140 Personen teilnahmen. Diese sind übrigens namentlich alle im eingangs erwähnten Protokollbuch penibel aufgeführt.

Wie Armin Voßen mitteilt gibt es im Jubiläumsjahr noch eine Neuerung und einen Grund zum Feiern. Anlässlich des Jubiläums wird man am 16. Juli an der Kreuzung Euchesgasse/Otto-Voss-Straße ein Gedenkkreuz aufstellen. Das Kreuz, bei dessen Erstellung der Verein für Heimatgeschichte seine Ideen mit einbrachte, ist aus Edelstahl und wird symbolisch den Weg nach Heimbach darstellen. Darstellungen der Rollesbroicher und Heimbacher Kirchen, von Marion Theißen entworfen, wurden dazu auf das Kreuz gelasert. Voßen erklärt dazu: „Im Rahmen einer Feierstunde wollen wir das Kreuz an diesem Tag der Öffentlichkeit vorstellen.“ Im Anschluss an die Vorabendmesse um 18.45 Uhr wird die Segnung des Gedenkkreuzes erfolgen.

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