Bruderschaft beschließt Satzungsänderung auf dem Schießplatz

Von: M. S.
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Rohren. In buchstäblich letzter Sekunde und mit trickreicher Strategie haben die Rohrener Sankt-Cornelius-Schützen die Tradition des Schützenfestes gerettet.

51 Jahre besteht die Bruderschaft, und zum ersten Mal in der Geschichte stand auf dem Schießlatz am Festsaal Hermanns kein einziger Bewerber zur Verfügung, um ernsthaft auf den Königsvogel zu schießen. Dieses Spektakel ist stets der Höhepunkt anlässlich der Rohrener Annakirmes.

Auch trotz eindringlicher Appelle des Brudermeisters Bruno Gerhards mochte kein Kandidat in die Bahn treten. Der Vereinsvorsitzende setzte potentiellen Titelträgern eine letzte Frist: „Wenn sich bis 17 Uhr keine Interessenten für das Amt melden, sagen wir das Schießen ab und bleiben diesmal ohne Majestät.”

Dass es nicht so weit und so schlimm kam, ist Eifeler Schlitzohrigkeit und Pragmatismus zu verdanken. Einige Unentwegte aus dem Gefolge des Vorjahres-Königspaares, Georg und Monika Jansen, erklärten, wenn die Ex-Majestät erneut antrete, würden sie auch in den Wettbewerb einsteigen. Laut Satzung der Rohrener Bruderschaft darf ein Regent aber erst fünf Jahre nach seinem Triumph wieder nach dem Titel greifen. Das ist in Rohren künftig anders.

In einer spontan einberufenen „Blitz”-Generalversammlung änderten die auf dem Kirmesplatz versammelten, stimmberechtigten Mitglieder kurzerhand die Vereinssatzung; Georg Jansen durfte danach zur Titelverteidigung antreten. Er ließ es freilich mit dem symbolischen ersten Schuss des scheidenden Monarchen bewenden, dann zog er sich zurück, machte so aber so den Weg frei für ein kleines, aber wild zum Erfolg entschlossenes Häuflein engagierter Mitstreiter und Brauchtumsretter.

Aus ihnen ging Oswald Mathar als Sieger hervor. Er brachte mit dem 104. Treffer aus der Donnerbüchse den Holzadler zur Strecke, der zu diesem Zeitpunkt nur noch aus einem undefinierbaren Gebilde aus Splittern und Spänen bestand. Mathar ist Mitbegründer der Bruderschaft und errang in der Saison 1963/64 bereits zum ersten Mal die Königsmeriten.
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