Roetgen - Bronzetafel erinnert an Roetgens Befreiung

Bronzetafel erinnert an Roetgens Befreiung

Von: Sarah Maria Berners
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NRW-Innenminister Ingo Wolf, Roetgens Bürgermeister Manfred Eis und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt enthüllen die Gedenktafel „Gegen das Vergessen”. Foto: Sarah Maria Berners

Roetgen. „Wir wollen ein klares Zeichen dafür setzen, dass es in Roetgen keinen Platz für Gewalt und Rassismus gibt”, sagte Bürgermeister Manfred Eis am Samstag bei der Enthüllung der neuen Gedenktafel am Roetgener Pferdeweiher. „Immer wieder sollen Menschen an diesem Ort nachdenklich werden.”

Eine kleine bronzene Gedenktafel soll sie an ein Ereignis erinnern, das 65 Jahre zurückliegt: Am 12. September 1944 wurde Roetgen als erste deutsche Gemeinde durch den Einmarsch der amerikanischen Soldaten von der menschenverachtenden nationalsozialistischen Gewaltherrschaft befreit”, ist auf der Tafel zu lesen.

Gemeinsam mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und NRW-Innenminister Ingo Wolf enthüllte Bürgermeister Manfred Eis die Gedenktafel. Danach wurde zum feierlichen Anlass die Nationalhymne angestimmt.

Viele Ehrengäste aus Politik und Militär waren am Samstagnachmittag zu den Feierlichkeiten, die musikalisch von der Musikvereinigung Roetgen begleitet wurden, gekommen. Zu diesem Zeitpunkt lag die Befreiung der Roetgener Bevölkerung als erster Ort aus der Gewalt der Nationalsozialisten fast auf die Stunde genau 65 Jahre zurück.

„Hier ist das Ende des Krieges eingeläutet worden”, erinnerte NRW-Innenminister Ingo Wolf in seiner Ansprache, „auch wenn der Krieg noch lange nicht zu Ende war.” Bei der Ardennen-Offensive oder im Hürtgenwald etwa mussten noch viele Soldaten ihr Leben lassen.

Und dennoch war die Befreiung dieses Ortes ein erster Schritt in Richtung Frieden. „Der Punkt, an dem die Amerikaner die Grenze übertraten, liegt von hier nur einen Steinwurf entfernt”, erklärt Eis die Entscheidung für den Standort am Pferdeweiher. Außerdem könne die Gedenktafel an diesem Ort besonders viele Menschen erreichen: Die Radfahrer auf der Ravel-Route, die Wanderer auf dem Eifelsteig sowie die Touristen, die den Infopunkt am Pferdeweiher aufsuchen.

„Wir müssen dankbar sein dafür, dass die ehemaligen Gegner - heute sind es Freunde - die Entschlossenheit hatten, Deutschland zu befreien”, sagte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt in ihrer Ansprache. „Die Amerikaner handelten entschlossen und nahmen dabei in Kauf, dass viele amerikanische Soldaten sterben mussten. Damit haben sie Deutschland die Chance gegeben, eine Demokratie zu werden.”

Nur durch die Entschlossenheit der Alliierten hätten in diesem Jahr zwei Jubiläen - 60 Jahre Bundesrepublik und 60 Jahre Grundgesetz - gefeiert werden können. An Dr. Richard Volk vom amerikanischen Generalkonsulat in Düsseldorf richtete die Ministerin stellvertretend ihr Dankeschön: „Danke dafür, dass wir heute in Frieden und Demokratie leben dürfen.”

Tragisches Kapitel

Dr. Richard Volk musste wegen eines Staus hinter Düren von der Autobahn abfahren. Auf diesem Weg fuhr er durch Hürtgenwald, ein Gebiet, das für ein tragisches Kapitel amerikanischer Militärgeschichte steht, da dort viele amerikanische Soldaten starben. „Aber aus diesem Opfer ist eine Erfolgsgeschichte geworden, es entstand eine enge deutsch-amerikanische Freundschaft”, so Volk.

Die Tafel sieht er als schönes Zeichen für diese Freundschaft. Auch General Egon Ramms, einer der ranghöchsten deutschen Soldaten in der Nato, war zur Gedenkfeier gekommen „weil hier eine gute Idee umgesetzt wird”. Er erinnerte daran, dass derzeit Soldaten in Afghanistan kämpfen würden und ihr Leben lassen, die demselben Ziel wie damals die Amerikaner folgen: „Sie setzen sich ein für eine gute Idee - für die Befreiung.”

Ein schönes Abschiedswort sprach der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Karl-Heinz Lambertz: „Der Friede bleibt nur so, wenn ein jeder sich engagiert dafür einsetzt. Und viele solcher Gedenkminuten hätten durch Denkminuten in der Vergangenheit vermieden werden können.”
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