Breitband-Internet, Förderschule, Eifelkinik: Sabine Verheyen in Simmerath

Von: P. St.
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Zu Gast in der Eifelkilink: Der CDU-Ortsverband Simmerath hatte jetzt die Europapolitikerin Sabine Verheyen eingeladen. Auch ein informativer Besuch im Krankenhaus fehlte nicht. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. „Es hat keinen öffentlichen Aufschrei gegeben“, stellte Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sachlich, wenn auch mit einem Ausdrucks des leichten Bedauerns fest, als es jetzt bei einem Besuch der Europaabgeordneten Sabine Verheyen kurz um die Schulpolitik in der Gemeinde Simmerath ging und hier speziell um die anstehende Schließung der Förderschule Eicherscheid.

Auf Einladung des CDU-Ortsverbandes Simmerath nahm sich die Politikerin aus Aachen viel Zeit für aktuelle Themen wie zum Beispiel den Breitbandausbau. Ein Besuch der Eifelklinik und des benachbarten Seniorenstiftes Seliger Gerhard rundeten den Besuch ab.

Hermanns hatte zuvor noch einmal betont, dass die Schließung der Förderschule unwiderruflich sei, auch wenn er bei der Bezirksregierung noch einmal auf die besondere Problematik der Schließung gerade für den ländlichen Raum hingewiesen habe.

Es könne nicht sein, dass am Ende die schwächsten Schüler die längsten Fahrten zur Schule auf sich nehmen müssten. Offenbar besäßen aber gerade diese Kinder die geringste Lobby, ansonsten wäre der Widerstand in der Öffentlichkeit sicher größer ausgefallen.

Schnelle Leitungen lebenswichtig

„Es ist unsäglich, dass ausgerechnet Lernbehinderte künftig so viel Zeit im Bus verbringen müssen“, war auch für Sabine Verheyen diese Entscheidung nicht nachvollziehbar. Das sei keine „zielführende Inklusionspolitik“. Außerdem verwies sie darauf, dass Inklusion einen erhöhten sonderpädagogischen Förderbedarf erfordere. Das aber könnten Regelschulen noch nicht leisten. In Skandinavien können man sehen, wie inklusiver Unterricht funktioniere, wo ein viel größerer Personalschlüssel zur Verfügung stehe. Verheyen: „Es reicht eben nicht, die Inklusion an den Schulen schönzureden, wenn in der Praxis dafür die Voraussetzungen nicht erfüllt sind.“

Ein spezielles Problem des ländlichen Raumes ist auch der Anschluss an das schnelle Internet. Beherzt griff die CDU-Europapolitikerin dieses für sie zentrale Thema auf. Dem Anbieter Telekom hielt sie „Augenwischerei“ vor. Die Investitionen des Telekommunikationsriesen auf dem Land bezeichnete sie als „Witz“. Da die Telekom den Bau von schnelleren Glasfaserleitungen noch immer mit den vorhandenen Kupferleitungen zu den Hausanschlüssen kombiniere, stehe man im einige Jahren „wieder am gleichen Punkt“.

Die Telekom sei aus ihrer Sicht zu unbeweglich. Sie sehe deren vorrangiges Interesse darin, „sich Marktanteile zu sichern“. Andere Anbieter zeigten, „was machbar ist.“ Wenn der ländliche Raum nicht abgehängt werden wolle, dann sei eine Verbesserung der Leitungsstärke um 50 Mbit für einen Privathaushalt zwar „ganz nett“, für ein Unternehmen aber bei weitem nicht ausreichend. Das Hauptansiedlungskriterium schlechthin für einen Unternehmen sei in der heutigen Zeit die Internet-Infrastruktur.

Simmeraths Bürgermeister forderte mehr finanzielle Unterstützung beim Breitbandausbau für den ländlichen Raum ein. Gleichzeitig relativierte er die Kritik an der Telekom. Im Fall der Gemeinde Simmerath habe außer der Telekom kein Anbieter ein Angebot für den Ausbau des Breitbandnetzes abgegeben. „Welche Alternative hätten wir also gehabt?“

Auf Weiterentwicklung stehen die Zeichen auch in der Eifelklinik Simmerath. Die Klinik, die 2010 von der Artemed-Gruppe übernommen wurde, ist mit über 400 Beschäftigten der zweitgrößte Arbeitgeber in der Gemeinde Simmerath. Inzwischen fünf OP-Säle, technische und bauliche Fortschritte sowie eine wachsende Zahl von Fachärzten haben das Haus für die sogenannte Grund- und Regelversorgung einschließlich der Geburtshilfe wieder zu einer guten Adresse gemacht.

Eifelklinik möchte mehr Betten

Zwar ist die Anzahl der Betten inzwischen wieder von 75 auf aktuell 99 erhöht worden, aber die Eifelklinik meldet hartnäckig weiter steigenden Bedarf um rund 20 Betten an. Nun hofft die Geschäftsführung, dass im Rahmen des fortgeschriebenen Krankenhausbedarfsplans NRW dieser Wunsch auch Gehör findet. In diesem Plan ist auch die Forderung enthalten, dass alle Kliniken in NRW ihre Bettenzahl um 10 Prozent reduzieren sollen. Hier fühlt Simmerath sich aber nicht betroffen, da die Malteser bei Übernahme des Hauses die damalige Bettenzahl von 135 schrittweise abbauten. Bei einer zehnprozentigen Reduzierung also sei von der Ursprungszahl auszugehen.

Dass Simmerath auch für seine älteren Mitbürger inzwischen ein attraktives Angebot für das Leben im Alter bietet, unterstrich der abschließende Besuch im Seniorenstift Seliger Gerhard, wo dank des jüngst bezogenen Erweiterungstraktes inzwischen 90 Plätze zur Verfügung stehen.

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