Nordeifel - Braunfärbung: Auch Rotbuchen schützen sich vor dem Schwitzen

Braunfärbung: Auch Rotbuchen schützen sich vor dem Schwitzen

Von: P. St.
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Buchen
Die frühe Braunfärbung der Bäume in diesem Herbst hängt nach Auffassung der Experten mit der Hitzeeinwirkung zusammen. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Es ist nicht zu übersehen: Die Natur in der Eifel ist teilweise bereits in den Herbstmodus gewechselt. Besonders eine Vielzahl von Rotbuchen hat bereits die typische Braunfärbung angenommen, wie sie sonst erst Ende Oktober/Anfang November zu beobachten ist.

Während die meisten Rotbuchen noch im satten Grün stehen, finden sich dazwischen immer wieder Exemplare, die zum Teil bereits Ende August reglerecht vertrocknet aussehen.

Diese ungewöhnliche Beobachtung hat auch Konrad Hecker, der Leiter des Forstamtes Rureifel-Jülicher Börde gemacht, aber eine „plausible Erklärung“ kann er auf Anhieb nicht liefern. Fest steht für ihn aber, dass der in diesem Jahr ungewöhnlich starke Anhang von Bucheckern jedenfalls dazu führt, dass der optische Eindruck durch die braunen Fruchtkapseln verstärkt wird.

Die Braunfärbung vieler Rotbuchen ist besonders an den Randbereichen von Baumbeständen zu beobachten. Diese Bäume seien insbesondere den hohen Temperaturen ausgesetzt, wie sie in den zurückliegenden zwei Wochen vorherrschten.

Diese für den Spätsommer ungewöhnlich hohen Temperaturen könnten auch der Grund für die Braunfärbung und den vorzeitigen Blattabwurf sein. Der Baum entledige sich damit seiner Verdunstungsmasse, denn ähnlich wie Menschen würden bei großer Hitze auch die Blätter ins Schwitzen geraten und dadurch werde dem Baum jede Menge Flüssigkeit entzogen.

Um den so erzwungenen Schwitzvorgang zu minimieren, stoße der Baum seine Blattmasse ab. In diesem Sommer sei sogar zu beobachten, dass manche Bäume bereits noch vollkommen grüne Blätter abgeworfen hätten. Die mit den hohen Temperaturen einhergehende Trockenheit der letzten Zeit sieht Hecker somit nicht als Hauptursache der Braunfärbung.

Viele Bäume seien in diesem Sommer einfach nicht in der Lage, ihre volle Vegetationsphase auszunutzen und schützen sich durch Blattabwurf vor ihrer Austrocknung.

Dieser Effekt führe dazu, dass der Holzzuwachs in diesem Sommer geringer ausfallen werde. Dies werde man später bei der Holzernte auch an den Jahresringen erkennen können.

Der Forstexperte geht aber davon aus, dass die jetzt vorzeitige gebräunten Bäume im kommenden Frühjahr wieder mit voller Kraft am Start sein werden, „es sei denn im Hintergrund hat sich beispielsweise ein Pilzbefall eingeschlichen, den wir jetzt noch nicht erkennen können“.

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