Brand in Flüchtlingsunterkunft: Bewohner kommen mit Schrecken davon

Von: Heiner Schepp
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Alle 168 Bewohner der Höfener Notunterkunft verharrten nach der Räumung im Freien und verfolgten die Arbeit der eingesetzten Rettungskräfte. Foto: H. Schepp
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Der mollig warme RTW wurde während des Einsatzes zur Kinderstube... Foto: H. Schepp
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...vor allem Frauen und Kinder wurden in Rettungsdecken gehüllt. Foto: H. Schepp

Monschau. Wenn es in den Flüchtlingseinrichtungen in der Eifel einmal zu einem größeren Rettungseinsatz kommen sollte, dann dürfen die vielen Bewohner sich schneller Hilfe gewiss sein. Dies ist die Erkenntnis eines Großeinsatzes, zu dem Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und die Stabsstelle der Städteregion Aachen am Mittwochabend zur Notunterkunft am Heidgen in Höfen gerufen wurden.

Ein Notruf aus der Unterkunft in der ehemaligen „Funk“ erreichte um 21.09 Uhr die Leitstelle, wonach zunächst im Keller und schließlich im gesamten Gebäude Brandgeruch festgestellt worden sei. Obwohl die Herkunft des Geruchs zunächst nicht genau geortet werden konnte und auch kein Rauch zu sehen war, veranlassten die eingesetzten Sicherheitskräfte und die Leitung der Einrichtung auf Anweisung der Notruf-Leitstelle die sofortige Räumung des kompletten Gebäudes.

Obwohl um diese Zeit bereits einige der 168 Personen, darunter viele Kinder, zu Bett gegangen waren, erfolgte die Räumung „sehr geordnet und ohne Panik“, wie Detlef Funken von der Pressestelle der Städteregion am Donnerstag bestätigte. Dabei habe sich auch die sehr gute Ausschilderung und Einhaltung der Rettungswege im Gebäude bewährt. „Dass die Menschen so ruhig blieben, lag natürlich auch daran, dass kein Rauch, geschweige denn Feuer zu sehen war“, so Funken. Sehr unangenehm war aber der stechende, säuerliche Brandgeruch, der sich sehr schnell in allen Räumen verteilte.

Da die erste Meldung „Feuer in der Notunterkunft Höfen Heidgen“ lautete, rückte neben Rettungsdienst und Polizei ein Großaufgebot der Feuerwehr aus der Stadt Monschau mit den Löschzügen und -gruppen aus Höfen, Rohren, Kalterherberg und Altstadt rückte zum Einsatzort aus. „Das ist natürlich ein hoch sensibler Bereich, da befürchtet man im ersten Moment einen Brandanschlag oder ein anderweitig vorsätzlich gelegtes Feuer“, sagte Stephan Schillings, Sprecher der Monschauer Feuerwehr.

Diese schlimmsten Befürchtungen bestätigten sich aber glücklicherweise nicht: Bei der Erkundung stieß die Feuerwehr im Keller auf einen Schmauchbrand in Batterieraum, der die Ursache für den penetranten Geruch war, der sich dann über die hausinterne Lüftungsanlage in alle Räume der Unterkunft verbreitete. Die Großbatterien dienten früher offenbar der Notstromversorgung der Höfener „Funk“, wie Detlef Funken erläuterte. Man sei bereits dabei, nach anderen technischen Lösungen für eine Notstromversorgung des Hauses zu suchen.

Abendkühle ein großes Problem

Während des Einsatzes der Feuerwehr, die mit Hochleistungslüftern die Räume kräftig durchlüftete, verharrten und froren die Bewohner, darunter viele Familien mit kleinen Kindern, bei Temperaturen von fünf Grad Celsius im Freien und wurden von den Rettungskräften mit Decken versorgt. Die vielen Kleinkinder versammelten sich nach und nach im bereitstehenden und beheizten Rettungswagen des DRK, der so zur Kinderstube wurde.

Überhaupt waren die kühlen Außentemperaturen das einzige größere Problem am Mittwochabend, „wir konnten die Menschen, die teilweise noch nicht mit Winterkleidung ausgestattet sind oder in kurzen Sachen nach draußen geeilt waren, ja nicht lange im Freien stehen lassen“, so der Sprecher der Städteregion.

Vorsorglich wurde daher auch eine Voranfrage für beheizte Busse an die Aseag gerichtet, in denen die Bewohner einen längeren Einsatz hätten abwarten können. Auch ein Transport zu anderen Unterkünften wäre darin möglich gewesen. Als sich jedoch abzeichnete, dass der Einsatz nicht so lange dauern würde, wurde auf die Anforderung der Busse verzichtet.

Der Feuerwehreinsatz war nach rund zwei Stunden beendet, die Feuerwehr blieb jedoch mit einer Brandwache vor Ort. Die Einsatzleitung oblag Alexander Bongard und Stadtbrandinspektor Falk Claßen, vor Ort war auch Kreisbrandmeister Bernd Hollands, der an diesem Abend zufällig mit Elke Schloemer von der Städteregion Notdienst in der Krisenstabsstelle in Simmerath versah.

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