Bootsangeln auf dem Obersee

Von: Ernst Schneiders
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Wolfgang Harth, Geschäftsfüh
Wolfgang Harth, Geschäftsführer der Fischerei-Pächtergemeinschaft Rursee, freut sich über das neue Angebot für die Sportangler auf dem Obersee. Foto: Ernst Schneiders

Rurberg. Den Fischen wird das nicht sonderlich gefallen, den Sportanglern umso mehr: In der Nähe des Schiffsanlegers Rurberg hat der Wasserverband Eifel-Rur einen Bootssteg für zehn Angelkähne angelegt, der von der Fischerei-Pächtergemeinschaft Rursee bewirtschaftet wird.

Deren ehrenamtlicher Geschäftsführer Wolfgang Harth ist denn auch erfreut über die schmucke Anlage auf dem Obersee, die ab sofort in Betrieb ist.

Die Mund-Propaganda unter den Petri-Jüngern funktioniert offenbar, denn am Freitag waren bereits zwei Kähne vermietet. Insgesamt liegen zunächst nur fünf Boote an den Stegen. „Wir wollen erst mal sehen, wie das läuft”, erläutert Harth die anfängliche Zurückhaltung.

Dieses Bonbon ist quasi ein Ausgleich für den Umstand, dass die Urfttalsperren seit 2005 nicht mehr beangelt werden darf, „weil der Nationalpark das nicht will”, so Wolfgang Harth. Dass so viel Zeit bis zum Bau des Stegs vergangen ist, liegt an den langen bürokratischen Wegen.

Die Kreise Aachen (später dann die Städteregion), Euskirchen und Düren mussten erst einmal klären, wer denn nun eigentlich zuständig ist. Irgendwann gab es in dieser Frage Klarheit und im Mai wurde mit dem Projekt begonnen.

Noch bis 15.November

Noch bis zum 15. November können die Kähne gemietet werden. Ab dann ist bis zum 1. April Winterpause. Reservierungen sind möglich im Kiosk Stollenwerk am Überlauf in den Rursee , Bollard 21 (Tel. 02473/2475). Ein Kahn ist für zwei Personen zugelassen und kostet pro Tag 20 Euro. Dass der Mieter einen gültigen Fischereischein vorweisen muss, dürfte selbstverständlich sein. Hunde dürfen nicht mitgenommen werden.

Dem Mieter werden ein Schlüssel für den Zugang zum Steg, ein Schlüssel, um das Ruderboot vom Steg loszumachen, und eine Parkvignette für kostenloses Parken in Rurberg ausgehändigt. Direkt bis zum Steg kann man allerdings nicht mit den Auto fahren. Man muss sein Ausrüstung schon ein Stück schleppen. Morgens ab 7 Uhr gehts los, um spätestens 21.30 Uhr ist Schicht.

Auch darf nicht der gesamte Obersee mit dem Boot befahren werden, sondern nur der Urftarm bis zur Urftstaumauer. Die imaginare „Sperrlinie” beginnt recht neben dem Steg und führt bis ans gegenüber liegende Ufer. Jenseits dieser Linie ist Bootfahren tabu.

Wolfgang Harth sieht in dieser Neuerung ein intertessantes Angebot für die Angler, von denen nicht wenige klagen, dass etliche Fischarten vom Ufer aus inzwischen kaum noch zu angeln sind. Außerdem ist das Ufer des Obersees wegen des dichten Bewuchses nur an wenigen Stellen zu erreichen, und wenn, dann verbringt man die meiste Zeit damit, seine Montagen und Köder aus den Ästen zu zerren.

Fische gibt es reichlich

Fische gibt es, so Wolfgang Harth, entgegen anderslautender Aussagen im Obersee reichlich: Hechte, Barsche, Zander und, und, und. „Man muss halt beharrlich sein und Geduld mitbringen, dann fänfgt man auch Fische.” Damit das in Zukunft so bleibt, werden im November wieder für mehr als 20.000 Euro Jungfische eingesetzt, in der Hauptsache Raubfische. Zwar haben sich im Rursee, so Wolfgang Harth weiter, die Reproduktionsraten vieler Arten durch die Laichbürsten an den Bootsstegen erfreulich erhöht.

Allerdings freut das nicht nur die Angler, sondern außerdem hunderte Kormorane. Den Fischen gefällt auch das wiederum nicht sonderlich.
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