Bodenproben vom Kita-Gelände: Kein Grund zur Sorge

Von: Udo Kals und Ernst Schneiders
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Aachen/Roetgen. Die Städteregion wehrt sich im Streit um den Standort des neuen AWO-Kindergartens im Zentrum von Roetgen gegen Verdächtigungen, fahrlässig mit einer vermeintlichen Bodenbelastung des Grundstücks umzugehen.

„Dem ist nicht so. Und ich trete diesem Eindruck im Namen aller Beteiligten und Verantwortlichen in diesem Hause ganz entschieden entgegen”, betonte der Leiter des städteregionalen Kinder- und Jugendamtes, Adolf Mainz, in der Sitzung des Kinder- und Jugendhilfeausschusses: „Es besteht kein Anlass zur Sorge.”


Zuvor hatte die Roetgener UWG-Fraktion im Bauausschuss der Gemeinde leise Zweifel geäußert, ob denn die von der Städteregion zugesagten Bodenproben auch wirklich entnommen worden seien. Es müsse sichergestellt sein, dass - bevor es womöglich zu spät ist - weitere Proben in hinreichender Menge gezogen würden. Zur Erinnerung: Dort, wo derzeit die neue Kita entsteht, war früher der Bauhof der Gemeinde beheimatet. Und die Sorge, die Kinder könnten künftig auf kontaminierten Boden spielen, ist nicht neu.


Doch Amtsleiter Mainz betonte: Die gesamte Maßnahme sei von einem „unabhängigen sachverständigen Bodengutachter begleitet und dokumentiert worden”. Zudem sei der Boden erneut untersucht sowie auf „zugelassenen Deponien ordnungsgemäß entsorgt” worden. Ein entsprechender Nachweis vom 22. August liege vor. Und der Amtsleiter führte aus: „Der Bodengutachter und die Fachleute des Umweltamtes haben am 6. September eine Abschlussbewertung und -besichtigung vorgenommen.” Deren Fazit lautet: „Das Grundstück ist frei von Altlasten und von alten Auffüllungen.” Ein Schreiben mit entsprechendem Inhalt sei an die Roetgener Verwaltung geschickt worden, die sich wiederum bei dem Bodengutachter rückversichern wolle.

Ob der Streit damit beigelegt ist, wird sich zeigen. Christa Heners (Grüne) betonte zumindest, dass das Gutachten vom 22. August der Roetgener Politik „offenbar nicht vorgelegen” habe und daher die Irritationen entstanden seien - auch wenn das Grundstück „nicht optimal” sei. Rückendeckung für ihr Vorgehen erhielt die Städteregionsverwaltung von den jugendpolitischen Fraktionssprechern Hans-Josef Hilsenbeck (CDU) und Nicole Weiden-Luffy (SPD).

Übrigens: Einen Bezug der neuen Kita im ersten Halbjahr 2012 hält Mainz für möglich. Was die Verkehrssituation in unmittelbarer Nähe zur Privatschule Conventz und die damit verbundene Sorge um eine erhöhte Unfallgefahr anbelangt, gehen er und die Gemeindeverwaltung davon aus, dass sich die neue Situation einspielt. Jedoch müsse bei Bedarf gehandelt werden.

Das Argument der erhöhten Unfallgefahr hält Wilfried Conventz, Direktor der Privatschule, ohnehin für „vorgeschoben”. In seiner Schule beginne der Unterricht erst um 9 Uhr. Die meisten Schüler kämen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, etliche mit einem gecharterten Bus und nur wenige im Pkw ihrer Eltern.

Von daher halte sich das Verkehrsaufkommen, das die Privatschule verursache, stark in Grenzen. Laut Conventz musste er sogar „für viel Geld” eine eigene Busbucht an der Hauptstraße bauen lassen. Er habe bei der Gemeinde angefragt, ob in diesem Punkt eine Zusammenarbeit möglich sei, doch im Rathaus habe man abgewunken, so Wilfried Conventz.

Noch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wollte UWG-Ratsherr Günter Severain von der Verwaltung wissen, wieso man aus der Zeitung erfahren müsse, dass dort zusätzliche Bodenproben gezogen worden seien. Dirk Meyer vom Bauamt bestätigte die Berichterstattung. Sobald die Gemeinde Roetgen die Ergebnisse in Händen halte, werde im Bauausschuss darüber berichtet.
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