Nordeifel - Blitz-Marathon: „Haben Sie nicht auf den Tacho geschaut?”

Blitz-Marathon: „Haben Sie nicht auf den Tacho geschaut?”

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
Auch in der Eifel wardie Poliz
Auch in der Eifel wardie Polizei gestern im Rahmen des zweiten Blitz-Marathons unterwegs. Hier an der Hahner Straße in der Nähe von Mulartshütte sprachen die Beamten verhängten die Beamten zwei Verwarnungsgelder. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Die Polizeibeamten haben gerade erst das Stativ mit dem Geschwindigkeitsmessgerät an der Hahner Straße hinter dem Ortsausgang Mulartshütte aufgebaut, und schon sind ihnen zwei Autofahrer ins Netz gegangen, die zu schnell unterwegs waren.

68 km/h zeigt das Messgerät an. Kontrollstellenleiter Ralf Meeßen hält die Kelle raus und winkt das rote Auto auf den Parkplatz. „Der Grund, warum wir Sie angehalten haben, ist Ihre zu hohe Geschwindigkeit”, erklärt die junge Polizeibeamtin aus Meeßens vierköpfigem Team dem Fahrer mit einem freundlichen Lächeln. „Haben Sie nicht auf den Tacho geschaut?”, fragt sie noch.

Dem Angesprochenen ist weniger zum Lachen zu Mute, dabei hatte er sogar noch Glück. 68 km/h, abzüglich 3 km/h Toleranz, sind immer noch 15 km/h zu schnell in dem Bereich, wo nur 50 gefahren werden darf. Den Fahrer kostet das 25 Euro. Nur 1 km/h mehr und es wären noch mal zehn Euro mehr gewesen.

Seit 6 Uhr unterwegs

Die Polizeibeamten sind an diesem Tag im Rahmen des zweiten Blitz-Marathons unterwegs. Seit 6 Uhr sind die vier Polizisten auf Achse. An sieben Stellen in der Eifel haben sie schon kontrolliert: In Rott an der Königsberger Straße und in Rotterdell, in Kesternich an der Straucher Straße, in Lammersdorf an der Bergstraße, in Monschau an der Laufen- und der Eschbachstraße sowie in Eicherscheid.

Ihre Bilanz fällt durchaus positiv aus. Bis zur Übergabe an den Spätdienst um 14 Uhr mussten sie lediglich zwölf Verwarnungsgelder verhängen. Der Schnellste hatte 20 km/h zu viel auf dem Tacho. „Hier in der Eifel ist das alles sehr human”, sagt André Engels, der an diesem Tag die Laserpistole bedient. Wenn am Wochenende in der Eifel kontrolliert werde, sehe das allerdings oft ganz anders aus. Insbesondere die Motorradfahrer würden dann die Zahl der Bußgelder in die Höhe treiben. „Heute trifft es aber auch viele, die eigentlich recht vernünftig fahren”, sagt Engels.

Bis Dienstagmittag hatte die Polizei insgesamt 200 Geschwindigkeitsverstöße in der Städteregion festgestellt. Spitzenreiter war ein Autofahrer, der auf der Monschauer Straße in einer 70er-Zone mit einer Geschwindigkeit von 97 km/h unterwegs war.

Vorschläge der Bürger

Bei diesem zweiten Blitz-Marathon hatten die Bürger auch die Gelegenheit, Messstellen vorzuschlagen und dort der Kontrolle beizuwohnen. Insgesamt wurden der Aachener Polizei 548 Stellen vorgeschlagen. Am Dienstag erfüllte sie 334 dieser Wünsche an 159 Messstellen. Auch in der Eifel hatten Bürger Vorschläge gemacht, besucht wurde Meeßens Team aber lediglich von drei Personen. Diese hatten allerdings eine Menge Fragen mitgebracht: Wie funktioniert die Laserpistole? Wie weit reicht sie? Wie teuer sind die Knöllchen?

Bei allem berechtigten Interesse an den Kontrollen will aber niemand an der Messstelle gesehen werden, wenn etwa gerade der Nachbar geblitzt wurde. „Das haben wir in Kesternich so erlebt”, sagt Meeßen.

Eher gemächlich

Engels hat derweil wieder ein herannahendes Auto ins Visier genommen. Der Beamte zielt. „Piep, piep, piep”, signalisiert die Laserpistole. Die Messung ist im Kasten. Doch auch dieser Fahrer kommt ungeschoren davon. In der Eifel geht es am späten Dienstagmittag eher gemächlich zu. Für die Polizeibeamten wird es langsam Zeit für den Feierabend.

Eine letzte Messung steht noch an, die so genannte Null-Messung. Zu Beginn und Ende der Kontrolle wird mit der Laserpistole ein starres Ziel anvisiert, etwa ein Verkehrsschild. „Damit können wir belegen, dass das Gerät die ganze Zeit an der selben Stelle stand. Außerdem ist es so auch möglich, die Situation später noch einmal nachzustellen”, erklärt Meeßen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert