Simmerath - Blauschillernder Feuerfalter bremst Gewerbegebiet aus

Blauschillernder Feuerfalter bremst Gewerbegebiet aus

Von: P. St.
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Der Blauschillernde Feuerfalter könnte das Todesurteil für die Erweiterung des Gewerbegebiets Simmerath in Richtung Kesternich sein.
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Im nördlichen Bereich der geplanten Erweiterungsfläche für das Gewerbegebiet Simmerath entwickelt sich vorerst nichts. Zunächst soll langfristig die Umsiedlungswilligkeit des Blauschillernden Feuerfalters untersucht werden. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Wer sich auch nur ein wenig mit dem Planungsvorhaben der Gewerbegebietserweiterung in Simmerath beschäftigt, das seit inzwischen 13 Jahren regelmäßig auf der Tagesordnung steht, der kennt einen der Verfahrens-Beteiligten inzwischen ganz genau: Es ist der Blauschillernde Feuerfalter.

 Der vom Aussterben bedrohte kleine Tagfalter könnte auch das Todesurteil für die Erweiterungsfläche in Richtung Kesternich sein, zumindest was die gewünschte Größe betrifft.

Deshalb hatte die Verwaltung dem Planungsausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend auch vorgeschlagen, den Rückzug anzutreten und sich dem Artenschutz zu beugen. Aus Sicht der Verwaltung sollte der problematische nördliche Bereich der Erweiterungsgebietes, wo sich neben dem Feuerfalter auch noch das Quellgebiet des Fischbachs befindet, zunächst von der Planung ausgenommen werden. 

Dafür soll nun das Augenmerk auf den unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten unproblematischen südlichen Bereich (zur Bundesstraße und Höhenstraße hin) gelegt werden. Dieser 32.000 Quadratmeter große Bereich soll nun separat entwickelt werden. Diese Variante ist recht kostenintensiv, da entlang der Erschließungsstraße vom Betonwerk bis zur Kreuzung Höhenstraße/Witzerkuhl zunächst nur eine überwiegend einseitig Bebauung möglich wäre.

Diese Lösung entspricht dennoch dem politischen Willen, da Simmerath neue Gewerbeflächen benötigt. Sowohl in Simmerath wie auch in Rollesbroich wird das Grundstücksangebot immer knapper, zumal Simmerath im vorigen Jahr nach der Stadt Aachen die meisten Gewerbeflächen in der gesamten Städteregion veräußern konnte.

Der 20.000 Quadratmeter große nördliche Teil der Erweiterungsfläche in Simmerath soll nun solange unberührt bleiben, bis die Bedenken der Naturschutzbehörden ausgeräumt sind. Unter anderem soll durch ein bereits laufendes Artenschutzmonitoring nachgewiesen werden, ob der Feuerfalter eine Umsiedlung zu anderen Standorten innerhalb seines Aktionsradius akzeptiert. Der der Nachweis einer folgreichen Umsiedlung des Rote Liste-Insekts aber erst in fünf bis Jahren möglich wäre, hat die Verwaltung Abstand von ihren bisherigen Plänen genommen.

Die Untere Wasserbehörde wie auch die Untere Landschaftsbehörde der Städteregion hatten bei einem kürzlich stattgefunden Termin mitgeteilt, dass der südliche Erweiterungsbereich als unstrittig gelte und somit auch kurzfristig über einen separaten Bebauungsplan realisiert werden könnte.

Erst wenn die Langzeituntersuchung über die Wanderungsbewegungen des bisher erst wenig forschten Blauschillernden Feuerfalters abgeschlossen ist, soll das Bebauungsplanverfahren für den problematischen Erweiterungsbereich wieder aufgenommen werden.

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