Rurberg/Strauch - Blasmusik mit Charme, Leidenschaft und Schmiss

Blasmusik mit Charme, Leidenschaft und Schmiss

Von: ho
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Vor vollem Haus präsentierte die Blasmusik-Vereinigung Strauch (BMV) unter Leitung von Michel Hendriks im Antoniushof ihr 40. Frühjahrskonzert, bei dem die Zuhörer von Glenn Miller bis zum Einzugsmarsch aus dem Zigeunerbaron viel anspruchsvolle Blasmusik geboten wurde.

Rurberg/Strauch. Im Gegensatz zum vorigen Jahr, als Michel Hendriks im „Antoniushof“ zur Feuerfest-Polka gegen den auf der Bühne aufgestellten Amboss den Hammer schwang, verzichtete der Dirigent beim diesjährigen Frühjahrsjahrkonzert der Blasmusikvereinigung Strauch (BMV) auf jedwedes Schmiedewerkzeug.

Nichts desto trotz bekamen die über 200 Besucher am Samstagabend in der Rurberger Konzertarena wieder einen zweistündigen Ohrenschmaus geboten, der nicht nur die Freunde anspruchsvoller Blasmusik hellauf begeisterte.

BMV-Vorsitzender Stefan Klinkhammer, der seit einem Jahr dieses Amt innehat, klärte nach der Begrüßung das Publikum darüber auf, dass man nun schon das 40. Frühjahrskonzert veranstaltete und das erste Konzert am 1. April 1971 stattgefunden hatte. Die Bühne hinter ihm war derweil bereits mit fünfzig Musikern prall gefüllt, die mit ihren Flöten, Klarinetten, Saxophonen, Trompeten, Posaunen Tenor- und Flügelhörnern ebenso wie die Besucher auf ihren Dirigenten warteten.

Michel Hendriks, der unüberhörbar aus dem benachbarten Holland kommt und seit Jahren tausende Kilometer allein für die Probenanfahrten herunterreißt, genießt allein aufgrund seines Auftretens einen hohen Sympathiebonus, so dass er verständlicherweise mit viel Applaus empfangen wurde. Wie immer leitete der holländische Charmeur und Dirigent mit Leidenschaft pfiffig durch das Programm und erläuterte die anstehenden Musikstücke.

Blumenschau vertont

Den Marsch „Floriana“ von Henk Hogestein bekamen die Zuhörer zuerst geboten, in dem musikalisch eine Blumenschau vertont wurde. Ruhigere und teils besinnliche Töne standen hiernach mit einem Musikstück an, das im 16. Jahrhundert von Johann Pachelbel ursprünglich für drei Geigen geschrieben und später nach Arrangement durch Steve Cortland („Pachelbel´s Canon“) in 150 Popsongs und Filmen verarbeitet wurde.

„Es ist einfach, aber schön – genießen sie es“, kündigte Hendriks dann „The Best of Billy Joel“ an, wozu die Zuhörer dann auch allen Grund hatten. In die turbulente Geschichte der USA wurden die Musikfreunde danach von den BMV-Musikern mit dem eindrucksvollen „Virginia“ von Jacob de Haan entführt. Wer die Augen schloss und sich der Musik hingab, ratterte mit dem Planwagen durch die Prärie und erlebte die Wirren der Sklaverei und des Bürgerkrieges. Das Stück wurde vom Orchester hervorragend dargebracht und vom Publikum mit viel Beifall belohnt.

Schmissig ging es nach der Pause weiter. „Wir hoffen, dass sie sich genau so freuen, wie die Zigeuner“, kündigte Michel Hendriks den Einzugsmarsch aus dem Zigeunerbaron an. Danach präsentierten die Musiker eindrucksvoll das anspruchsvolle „Oregon“ von Jacob de Haan. Anschließend kam Bewegung auf die Bühne, da laut Hendriks beim „Hootenanny“ jeder spielen und machen kann was er will. Dementsprechend klatschte das Publikum begeistert im Rhythmus der Musik mit, während die Musiker im Wechsel sitzend und stehend in die Mundstücke ihrer Instrumente bliesen und ihr Dirigent zwischendurch mit einer kleinen Tanzeinlage glänzte.

Krönender Abschluss

Danach hätte Mister Miller seine wahre Freude gehabt, weil voller Glenn-Miller-Sound in einem schönen Medley im Antoniushof erklang.

Zum krönenden Abschluss des Konzertes stand mit der böhmischen Polka von Kurt Gäble ein Musikstück an, bei dem das Orchester noch einmal zur Höchstform auflief und die Besucher begeistert mitsangen.

Zwei Zugaben mussten die gefeierten BMV-Musiker noch geben, bevor die Zuschauer sich nach dem Frühjahrskonzert auf den winterlichen Heimweg machten.

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