Simmerath - Biografie aus Dankbarkeit: „Eine starke Mutter und eine tapfere Frau“

Biografie aus Dankbarkeit: „Eine starke Mutter und eine tapfere Frau“

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
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Mit einer Biografie, verfasst in der indischen Muttersprache Gujrati, hat Dr. Hasmukh Bhate für seine 94-jährige Mutter Rambha Dayalal Bhate eine bleibende Erinnerung geschaffen. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. „Die Erinnerung an meine Mutter soll immer lebendig bleiben. Sie war immer für die Familie da und hat mir ermöglicht, dass ich meinen Traumberuf ergreifen konnte“, sagt Dr. Hasmukh Bhate und legt ein kleines Büchlein auf den Tisch. Er hat das Buch verfasst, das in persönlicher Weise das Leben seiner Mutter Rambha Dayalal Bhate biografisch nachzeichnet.

Aus großer und inniger Dankbarkeit heraus widmet der Mediziner im Ruhestand seiner inzwischen 94-jährigen Mutter, die in Indien lebt, dieses Buch.

Abgesehen von seiner Jugendzeit hat Hasmukh Bhate sein Leben weitgehend in Deutschland verbracht. Der heute 75-Jährige wurde Ende der 1970er Jahre vom damaligen Chef des Simmerather Krankenhauses, Dr. Theo Schwonzen, nach Simmerath geholt, um eine Anästhesie-Abteilung zu gründen. Von 1978 bis 2005 leitete Dr. Bhate dann als Chefarzt diese Abteilung und setzte damit einen wesentlichen Impuls für die Entwicklung der Klinik.

13 Mal den Sohn besucht

Als 19-Jähriger hätten es ihm seine Eltern seinerzeit ermöglicht, in Deutschland ein Medizin-Studium aufzunehmen, erzählt Dr. Bhate, der jetzt 56 Jahre in Deutschland lebt, die meiste Zeit davon in Simmerath. Dieser für die damalige Zeit außergewöhnliche Schritt sei für seine Mutter nicht leicht gewesen. „In den ersten Jahren war sie sehr traurig“, ist im Buch zu lesen. Schon als Kind wollte Hasmukh Bhate Medizin studieren. Er hatte sich um einen Studienplatz auch in den USA und England beworben, aber dann landete er im Winter 1961 in Bonn. „Alles war so gepflegt, aber es war kalt“, blieb als erster Eindruck haften. Erst 1968 kehrte er zum ersten Mal in seine Heimat Indien zurück; die Freude bei der Mutter, ihren ältesten Sohn nach über sechs Jahren wiederzusehen, war riesig. Später sollte sie dann selbst 13 Mal nach Deutschland reisen, um ihren Sohn zu besuchen.

Viele Schicksalsschläge

„Meine Mutter hat so viel verkraften müssen“, erzählt der Autor. Damit meint er weniger den Trennungsschmerz vom ältesten Sohn, sondern eine Vielzahl schwerer Schicksalsschläge, die seine Mutter, die als 15-Jährige verheiratet wurde, verkraften musste. In den Familien ihrer vier Kinder gab es viel Leid. Mehrere Enkelkinder starben, auch Schwiegersohn und Schwiegertochter ereilte der Tod viel zu früh. Die beiden Söhne von Hasmukh Bhate, Anil und Ajay, starben unerwartet im Alter von 15 bzw. 26 Jahren, seine Ehefrau starb vor sieben Jahren. Seine tiefe Verwurzelung im Hinduismus und der feste Glaube an eine Wiedergeburt halfen ihm, diesen Schmerz zu bewältigen.

„Sie war eine starke Mutter und eine tapfere Frau“, heißt es in dem Buch in respektvoller Bewunderung. Durch sie habe er in schwierigen Lebensphasen immer den größten Trost erhalten. „Meine Mutter war immer für die Familie da.“

Rambha Dayalal Bhate ist seit 2002 Witwe. „Es ist ungewöhnlich, dass in Indien die Menschen so alt werden“, sagt Hasmukh Bhate, dessen jüngster Bruder Hemant bereits früh die Verantwortung übernahm, die Eltern zu unterstützen und zu pflegen, was in Indien traditionell eigentlich die Aufgabe des ältesten Sohnes ist. Auch als 94-Jährige sei seine Mutter, die nur zwei Jahre lang eine Schule besuchte, noch geistig auf der Höhe, auch wenn sie ein wenig vergesslich sei und das Augenlicht verloren habe.

Für die Familie geschrieben

Die Biografie über seine Mutter habe er vor allem für die Familie geschrieben, „denn es geht um persönliche Erinnerungen“, sagt Hasmukh Bhate. Daher werde das in seiner Muttersprache Gujrati verfasste und in Bombay in einer 500er-Auflage gedruckte Buch auch nicht ins Deutsche übersetzt. Da der Autor der indischen Sprache nicht mehr so mächtig ist, half ihm Co-Autor Satish Vyas bei der Abfassung.

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