Bildungsprämie: Nach holprigem Start boomt die Nachfrage

Von: Stefan Schaum
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Alsdorf. Nur einmal hat Henry Engel bislang eine Frau enttäuschen müssen. Deren Weiterbildungswunsch war einfach zu speziell: Zu einer Kartenlegerin wollte die Dame sich fortbilden lassen!

Doch für derart exotische Berufswünsche ist die Bildungsprämie nicht gedacht, die sie gern in Anspruch genommen hätte...

Die übrigen Bewerber, die der Leiter der Volkshochschule Nordkreis in Sachen Gutschein für die berufliche Weiterbildung beraten hat, kamen in den Genuss der Prämie, die 2009 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung auf den Weg gebracht worden ist. 50 Prozent der Kosten einer Weiterbildung werden gefördert - bis zu einem Zuschuss von maximal 500 Euro. Arbeitnehmer, die zusätzliche Kenntnisse erwerben wollen, können den Prämiengutschein beantragen. Auch angehende Selbstständige oder Wiedereinsteigerinnen sind Kandidaten. Bedingung: Das zu versteuernde Jahreseinkommen liegt unter 25.600 Euro.

Ein Gärtner, der einen Kurs „Zeitgemäßer Pflanzenschutz im Zierpflanzenbau unter Glas” belegen möchte, kann mit einem Zuschuss rechnen, ebenso der Kellner, der sich für „Beschwerdemanagement im Gastgewerbe” interessiert. Hauptsache, die neuen Kenntnisse verbessern die berufliche Perspektive.

Auch Nele Portmann aus Eschweiler hat den Gutschein bekommen. Eine pädagogische Ausbildung hat die 42-Jährige. Dann kam eine Auszeit als Mutter, nun will sie beruflich in der Buchhaltung arbeiten und sich das nötige Rüstzeug aneignen. „Mir ist die Prämie sehr willkommen, denn Weiterbildung ist teuer.”

Das wissen viele, entsprechend steigt die Nachfrage. Bei der Volkshochschule Nordkreis etwa gab es seit Januar 2009 gut 310 Beratungen, allein im Januar und Februar dieses Jahres waren es aber bereits 76. Engel: „Es ging etwas holprig los, hat dann aber enorm angezogen.” Vor allem Physiotherapeuten nutzen in der Region die Unterstützung. Und: Drei Viertel der Bewerber sind weiblich. Damit liegt die Region im bundesweiten Trend.

Von einem Erfolg sprach bei seinem Besuch in der VHS in Alsdorf auch Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung: „Wir geben die Prämie denen, die sie wirklich brauchen. Mehr als 90 Prozent der Bewerber kommen aus kleinen und mittelständischen Betrieben und nicht aus der Industrie, die solche Weiterbildung aus eigenen Kräften finanzieren kann.”

Sieben Beratungsstellen bieten Informationeny

Nur zwei Dinge müssen Interessenten zur Beratung in Sachen Bildungsprämiengutschein mitbringen: ihren Personalausweis und den Einkommensteuerbescheid des Vorjahres.

Sieben Träger bieten in der Städteregion Beratungen an: VHS in Alsdorf, 02404/90630, Herzogenrath, 02406/666411; Baesweiler, 02401/930020, und Würselen, 02405/4258175; Städteregion, 0241/5198-2613; VHS Aachen, 0241/4792162; Stadt Aachen, 0241/432-7614; Bildungszentrum BGE Aachen, 0241/9674-123, -117, -119; Regio Aachen e.V., 0241/568610; AGIT, 0241/963-1922, -1920.

Ein ausgestellter Gutschein ist drei Monate gültig. In diesem Zeitraum muss die Anmeldung bei einem Weiterbildungsträger erfolgt sein.

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