Monschau - Bildung statt Kriegsdienst

Bildung statt Kriegsdienst

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Die rote Hand als „Stop!”-Zeichen gegen Kindersoldaten: Gemeinsam mit einem sechsten Schuljahr der Mädchenrealschule Monschau starteten drei angehende Erzieherinnen die Aktion in Monshau und sammelten bereits mehrere hundert „Unterschriften”. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Was heute bei uns in Deutschland nicht mehr vorstellbar ist, ist in manchen Ländern auch 2010 noch traurige Realität: 250.000 Kinder werden weltweit mit 16, 14 und 12 Jahren oder gar noch jünger zu Soldaten erzogen, an der Waffe ausgebildet und in den Krieg geschickt.

Wenn sie dabei nicht ihr Leben verlieren, dann zumindest doch ihre Kindheit.

Gegen diese Ungerechtigkeit kämpft die Aktion „Rote Hand”, die deutschlandweit und international unter anderem von Organisationen wie dem Weißen Friedensband, dem Jugendrotkreuz, der Kindernothilfe, dem Netzwerk Afrika Deutschland, „terre des hommes”, UNICEF oder dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge unterstützt wird.

Im Rahmen des Berufschulunterrichts wurde die angehende Erzieherin Sarah Strang aus Mützenich sowie ihre Mitschülerinnen Nina Urban und Hüsniye Özkale auf die Aktion gegen Kindersoldaten aufmerksam. Alle drei besuchen die Käthe-Kollwitz-Schule, eine Fachschule für Sozialpädagogik in Aachen.

Da Sarah Strang eine „Ehemalige” von St. Ursula ist, starteten die drei jungen Damen ein vierwöchiges Projekt in Zusammenarbeit mit der Klasse 6b der Monschauer Mädchenrealschule. Ziel dieses Projektes war es, anstelle von Unterschriften möglichst viele rote Handabdrücke zu sammeln, um diese dann öffentlichkeitswirksam Politikern vor Ort zu übergeben.

Kern des Projekts war eine Sammel- und Spendenaktion der Klasse vor der evangelischen Kirche in Monschau. Kurz vor den Sommerferien kamen innerhalb von zwei Stunden unter der fleißigen Mithilfe von neun zwölf- bis dreizehnjährigen Schülerinnen der Mädchenrealschule rund 150 Handabdrücke zusammen.

Mit der Übergabe der bis jetzt gesammelten Handabdrücke - zwei dicke rote Ordner voll - an Bürgermeisterin Margareta Ritter fand das Projekt nun einen vorläufigen Abschluss. Die Bürgermeisterin bedankte sich für die Idee zu dieser Initiative und gab zu, zuvor noch nie von der „Roten Hand” gehört oder gelesen zu haben. Ritter erläuterte, dass in den betroffenen Ländern meist große Armut herrsche und die Militärs dort leichtes Spiel hätten, den Kindern eine Lebensperspektive zu bieten.

„Deshalb ist es auch unsere Aufgabe, in diesen Ländern den Kindern Bildungsangebote zu bieten, statt sie zum Dienst an der Waffe zu erziehen”, sagte die Bürgermeisterin, die sich dann selbst mit einem roten Händeabdruck mit der Aktion solidarisierte.

Was mit den vielen gesammelten „Unterschriften” passieren wird, steht noch nicht fest; Margareta Ritter lud aber die Kinder in die nächste Ratssitzung ein, wo sie den Monschauer Politikern ihre Aktion vorstellen könnten.
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