Bilder wecken Erinnerungen

Von: Raimund Palm
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Die Künstlerin Resi Röder und Laudator Hans-Josef Hilsenbeck im Gespräch über Bilder der Simmerather Künstlerin. Foto: R. Palm

Simmerath. Die Bilder von Resi Röder erzählen Geschichten aus der Heimat. Wer noch Sinn für Romantik und Träumerei hat, der kann diese Geschichten selber erleben, der kann mit Resi Röder auf eine Reise durch die märchenhaft gemalten Geschichten gehen.

Das Mädchen steht staunend im Hühnerstall. Da gibt es viel zu sehen und zu erleben. Der Titel des Bildes: Besuch im Hühnerstall. Ein anderes Bild zeigt ein Motiv aus der Monschauer Altstadt: Die Häuser sind an der Rur entlang aufgereiht, zwischen Rur und der Häuserzeile sind kleine Gärten und Plätze, die zeigen, dass früher die Menschen weit mehr als heute näher am und mit dem Fluss gelebt haben.

„Romantische Heimatmotive” hat Resi Röder ihre Ausstellung überschrieben, ihre Bilder sind „Traumbilder” aus einer heilen Welt, es sind gemalte Erinnerungen an die „gute, alte Zeit” - voller Harmonie in hellen und frohen Farbe, Bilder voller Ruhe und Wärme, Bilder, die die Kraft haben, sich von der harten Last des Alltags zu befreien und herauszulösen aus der Hast und Hetze des Alltags.

Die Bilder von Resi Röder erreichen „die Herzen der Menschen, sie stimmen froh, schaffen Freunde und gewinnen Freunde”, so sagte es Hans-Josef Hilsenbeck in seinem Grußwort zur Eröffnung der Ausstellung. Zahlreich waren die geladenen Gäste am Samstagmittag zur Vernissage ins Simmerather Pfarrheim gekommen.

Die ausgestellten Bilder demonstrierten „wieder einmal die Schaffenskraft und das malerische Können von Resi Röder”, so Hans-Josef Hilsenbeck, der erste stellvertretende Städteregionsrat in seiner Laudatio. Resi Röder male farbenfrohe Bilder, sie könne „meisterhaft mit Farben umgehen”, sagte Hilsenbeck, der dies am Beispiel der „Alten Ölmühle bei Simmerath” unterstrich.

Resi Röders Bilder weckten Erinnerungen an vergangene Zeiten und lösten eine „lebendige Diskussion aus über das eigene Erleben und Fühlen vor Jahrzehnten”. Ihre Werke, so Hilsenbeck, seien ein „Beitrag zur Sozial- und Kulturgeschichte unseres Raumes, der Menschen und der Landschaft”.

„Resi Röder kannte diese Zeit, die Zeit war nicht unbeschwert”, betonte Hans-Josef Hilsenbeck auch mit Blick auf die Nachkriegszeit. Etliche Jahre musste sie in Heimen leben (ihre Erlebnisse hat Resi Röder in ihrem Buch „Weihrauch und Bohnerwachs” aufgeschrieben). „Dennoch vermittelt die Künstlerin durch ihre Bilder und den darin agierenden Figuren Lebensfreunde, Mut, Optimismus und Zufriedenheit”.

Für Hans-Josef Hilsenbeck aus Dedenborn war die zweitägige Ausstellung mehr als nur eine Werkschau von Bildern mit Motiven aus der Heimat, sie war „eine einzige Verbeugung vor unserer Heimat und ihrer Geschichte”. Wer so „liebevoll detailgetreu malt, ohne sich im Detail zu verlieren”, der zeige, dass er das Thema künstlerisch beherrsche.

Ein Bild ragt vor allem heraus: Die Flucht der Menschen vor den Menschen. Ein mächtiger Adler flieht vor der Welt, in seinen kraftvollen Greifen hält er die Natur, die auf der Welt der Menschen keine Zuflucht mehr hat. So bleibt der Mensch zurück in der Öde der leblosen Städte wie Tschernobyl. Das Bild ist Mahnung und Appell zugleich: Die Mahnung vor dem Ende der lebenswerten Welt, der Appell an die Verantwortung der Menschen für die Welt und für das Leben.
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