Nordeifel - Bienen in der Eifel von Milben befallen

Bienen in der Eifel von Milben befallen

Von: ho
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Auch die Eifeler Imker haben mit dem Milbenbefall ihrer Bienenvölker zu kämpfen: Imker Gerd Maassen aus Mützenich, Vorsitzender des Imkervereins Monschauer Land kennt das Problem.

Nordeifel. Sie sind klein, wendig und emsig, darüber hinaus wahre Flugkünstler, die „beladen“ mit 21 bis 26 Stundenkilometern durch die Lüfte sausen und sie werden von den Menschen als Honiglieferanten geschätzt und als gelegentliche „Stecher“ gefürchtet.

Vielfach ist dem menschlichen Honig-Genießer aber nicht bewusst, dass ein großer Teil unserer Nahrung von den Bienen abhängt. Diese sind jedoch bedroht. Zum einen machen den Bienenvölkern die in der Landwirtschaft zum Einsatz kommenden Pflanzenschutzmittel zu (Pestizide) schaffen und zum anderen ist eine Milbe für das teils massive Sterben der Bienen verantwortlich.

Gerd Maassen aus Mützenich, Vorsitzender des Imkervereins Monschauer Land, erklärte hierzu, dass die Probleme mit den Pestiziden in der Eifel aufgrund der vorliegenden landwirtschaftlichen Bewirtschaftung nicht so von großer Bedeutung wie anderen Ortes sind. Mit dem Befall der Bienenvölker durch die genannte aggressive Milbe (Varroa-Milbe) müsse man sich aber auch hier herumschlagen.

Keine Auswirkung auf Produktion

„Auswirkungen auf die Honigproduktion hat das aber nicht unbedingt“, beruhigt er dahingehend, dass die Mengen des Naturproduktes knapper werden könnten. Allerdings dürfe man die Problematik auch nicht unterschätzen, da Bienen nach wie vor die wichtigsten Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen wie beispielsweise Reis, Gerste, Mais, Äpfel und Gurken seien. Vielfach ist man sich gar nicht über die Auswirkungen im Klaren, wenn diese Bestäubung nicht mehr stattfindet. Nicht von ungefähr ist in einem Uno-Bericht von einem globalen Problem die Rede, das eine Nahrungsmittelkrise auslösen könnte. Falls die Honigbienen aussterben würden, könnten etwa ein Drittel unserer Nahrungsmittel ausfallen.

Wie Gerd Maasen erläuterte, kommt die aggressive Milbe aus Asien. „Die war dort heimisch und die dortigen Bienen haben irgendwie gelernt mit ihnen umzugehen. Die europäischen Bienen leider nicht“. Die Varroa-Milbe ist laut Maassen seit gut 80 Jahren flächendeckend in Deutschland und somit auch im Monschauer Raum verbreitet.

Zu den Honiglieferanten selbst erklärt Fachmann Maassen, dass sich im Sommer bis zu 50.000 Honigbienen in einem Kasten befinden und die Mindestgröße bei der Überwinterung bis zu 15.000 Bienen beträgt. Die Problematik bestehe laut Maassen darin, dass in diesem Zeitraum zwar die Anzahl der Bienen weniger werde, nicht aber die der Milben, die sich wie ein Blutegel an den Insekten festbeiße. Die Folgen: Die Bienen schlüpfen nicht oder sind nicht lebensfähig und kommen mit verkrüppelten Flügeln zur Welt.

Da die Milbe laut Maassen scheinbar lieber die männliche Brut (Drohnen) befällt, haben die Imker hier ein Gegenmittel gefunden. Ungefähr im Zeitraum von Mitte April bis Ende Juli werden lediglich mit Drohnen bestückte Waben in die Bienenkästen gehängt, die dann herausgenommen und vernichtet werden. „Damit bekommen wir das halbwegs in den Griff“, erklärt Maassen.

Arzneimittel nicht beliebt

Zum Einsatz von Arzneimitteln, die vom Tierarzt verschrieben werden müssen, ergänzt er, dass diese nicht erlaubt seien, wenn die Bienenvölker Honig sammeln. Zudem sei diese Methode auch nicht weit verbreitet, da sie bei den Imkern aus den verschiedensten Gründen nicht beliebt ist. „Zur Bekämpfung der Milben haben sich die meisten Imker auf biologische Mittel eingelassen“, hält Gerd Maassen dazu fest und verweist dazu auf Ameisensäure. Die wird natürlich nicht in die Bienenkästen geschüttet, sondern auf ein Schwammtuch aufgebracht, aus dem dann die Dämpfe der Säure langsam entweichen und den Milben den Garaus machen.

Im Hinblick auf die Nahrungsquellen der Bienen bemängelt Gerd Maassen zudem die schwindende Artenvielfalt der Pflanzen. „Auch bei uns werden an den Straßenrändern viel zu viel Bäume und Sträucher entfernt. Und vielleicht könnte man neben der hier dominierenden Buche auch mal seine Liebe für eine Lärche, Kastanie oder Linde entdecken“.

Und für alle Honigliebhaber merkt der Vorsitzende des Imkervereins an, dass die im Supermarkt erhältliche Leckerei zwar in der Regel billiger sei, aber nicht aus Deutschland stamme. In dem vor Ort vom Imker produzierten Honig, stecke zudem jede Menge Handarbeit, die auch berücksichtigt werden muss.

So bringt es allein der obere Teil der Bienenkästen schnell einmal auf ein Gewicht von 15 Kilogramm Honig, die der Imker hin und her bewegen muss.

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