Biberbau behindert Hallenbad-Bau

Von: P. St.
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Der Neubau der Schwimmhalle Si
Der Neubau der Schwimmhalle Simmerath am Rande des Kranzbruchvenns ist ist mit einem hohen Grundwasseraufkommen bei den Gründungsarbeiten verbunden. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Vier Wochen früher als geplant erfolgte die Grundsteinlegung für den Bau des neuen Hallenbades in Simmerath, das in direkter Nähe des Hauptschulgebäudes entsteht.

Sowohl der Generalübernehmer für das Projekt, die Düsseldorfer Sport Stadianet GmbH wie auch als deren Partner die Düsseldorfer Baunternehmung Peter Holtmann, dürften nicht unglücklich darüber sein, dass sie zeitlich gesehen noch ein bisschen Luft nach oben haben, denn die Gründungsarbeiten für das neue Simmerather Schwimmbad erweisen als recht aufwändige Angelegenheit.

Ein zuvor eingeholtes geologisches Gutachten hatte zwar durchaus erkannt, dass hier am Rande des Kranzbruchvenns mit einem beträchtlichen Aufkommen von Grundwasser zu rechnen ist, aber mit dieser Intensität hatte man vielleicht doch nicht gerechnet. Gegenüber der ursprünglichen Annahme ist der Grundwasserspiegel inzwischen um etwa 1,50 Meter angestiegen.

Der Grund dafür liegt im unmittelbar angrenzenden Kranzbruchvenn. Hier hat vor einem Jahr der Biber damit begonnen, das Gelände nach seinen artgerechten Vorstellungen umzugestalten. Die geschützte Tierart ist seit inzwischen im Rur- und Kalltal zum ständigen und sich weiter vermehrenden Mitbewohner geworden. Bäche und Seitengräben, die nur etwa 100 Meter von der Schwimmbadbaustelle entfernt liegen, wurden angestaut, die Dämme wirken stabil, so dass kurzfristig nicht mit einem Abfließen des Wassers zu rechnen ist.

Auf dem Baustellengrundstück befindet sich zudem das Quellgebiet des Kranzbaches, und mit dem Problem von Staunässe haben in den vergangenen Jahrzehnten auch schon andere Bauherrn im damaligen Neubaugebiet Kranzbruch Bekanntschaft gemacht. Hinzu kommt die geologisches Beschaffenheit des Bodens. Es handelt um stark tonhaltigen Boden, der nicht gerade als stabil gilt. Vor vielen Jahrzehnten befand sich in diesem Bereich nicht ohne Grund eine Ziegelei.

Zur Verfestigung des Bodens wurde deshalb eine Rüttelstopfmaschine eingesetzt. Dieses Gerät hat etwa 400 mehrere Meter tiefe Stopflöcher produziert, die dann anschließend mit Rollkies verfüllt und verfestigt werden.

Was für den Außenstehenden nach nach einer umfangreichen Aktion aussieht, ist für die Bauunternehmung mehr oder weniger Alltagsgeschäft.

Klaus-Peter Hörnlein von der Peter Holthausen GmbH lässt auf Anfrage wissen, dass die erforderlichen Gründungsarbeiten nicht zu einer Verzögerung der Bauarbeiten führen würden. Hörnlein betont, dass man nach den „vertraglichen Vorgaben” baue und rät dazu „die zu Ruhe zu bewahren”.

Diese vertraglichen Vorgaben sehen vor, dass die Gemeinde Simmerath als Bauherr ein Gesamt-Budget der Baukosten in Höhe von vier Millionen Euro festgelegt hat, das nicht überschritten werden darf. Es ist nun Sache des Generalübernehmers, diese Kostengrenze einzuhalten.
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