„Biber sucht Kunst“: Grundschüler beeindrucken mit Ausstellung

Von: P. St.
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Alles Biber oder was? Steckenborner Grundschüler und ihre Lehrerin Anke Burchardt-Sanchez haben mit ihrer Textilcollage den ersten Preis in ihrer Altersklasse beim Wettbewerb „Biber sucht Kunst“ gewonnen. Foto: P. Stollenwerk

Steckenborn. „Auf diese Schule können Sie richtig stolz sein“, gab Hildegard Coenen von der Biologischen Station des Kreises Düren dem Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns mit auf den Weg. Beide hatten soeben eine Ausstellung unter dem Thema „Biber sucht Kunst“ in der Grundschule Steckenborn besucht.

Die ausgestellten Arbeiten gehen hervor aus einem 2013 ausgeschriebenen Wettbewerb der Kunstakademie Heimbach und der Biologischen Station Düren. Mit einer abstrakt gestalteten Gemeinschaftsarbeit hatte die Klasse 3a der Grundschule Steckenborn den 1. Preis in ihrer Altersklasse gewonnen. Die damit verbundene Ausstellung befindet sich gerade auf Wanderschaft. Dass sie sowohl in den Räumen der Bezirksregierung Köln wie im Düsseldorfer Landtagsgebäude zu sehen sein wird, unterstreicht die Qualität und Bedeutung des Wettbewerbs.

Klassenfahrt als Preis

Dabei haben die kleinen Künstler der Grundschule Steckenborn einen Biber in seiner natürlichen Umgebung noch nie zu Gesicht bekommen. Aber auch ohne diese Begegnung reichte die Fantasie aus, um beim Wettbewerb „Biber sucht Kunst“ den Sprung nach ganz oben zu schaffen und in der Altersgruppe 7 bis 10 Jahre den 1. Preis mit ihrer Arbeit zu erringen.

Der Wettbewerb war für Grundschulen und weiterführende Schulen zwischen Köln und Ostbelgien (im Postleitzahlengebiet „5“) ausgeschrieben worden. 35 Schulen mit 100 Objekten hatten sich beteiligt. In dieser großen Konkurrenz konnte sich die Grundschule Steckenborn behaupten.

Eine dreitägige Klassenfahrt war der Gewinn für die Schüler, die inzwischen in die Klasse 4a vorgerückt sind. Ziel der Klassenfahrt war das Nationalpark-Gästehaus in Hergarten, wo die Kinder abwechslungsreiche und spannende Stunden verbrachten.

Eigens für die Fahrt waren grüne Biber-T-Shirts gedruckt worden. Ein abschließendes Picknick bei der Klassenlehrerin Anke Burchardt-Sanchez beendete die kleine Klassenfahrt.

Der Kunstwettbewerb rund um das Thema Biber war im Frühjahr 2013 ausgeschrieben worden. Da die Klasse im Kunstunterricht gerade mit Wolle arbeitete, nahm man eine kurze Aufgabenänderung in Richtung Biber vor.

So entstand eine rund 100 x 60 Zentimeter große Collage mit dem Titel „Am Biberdamm“. Das Textil-Objekt zeigt verschiedene eingefärbte Stoffe. Mit unterschiedlichen Techniken wie Flechten, Knoten, Fingerhäkeln, Fingerstricken, Stricken mit der Strickliesel, Weben und Filzen entwickelte sich eine vielfältige abstrakte Landschaft wie sie auch ein Biber hätte gestalten können.

Diese Idee überzeugte dann auch die internationale Jury. Den zweiten Platz in der Altersgruppe I belegte die GGS Burgblick Nideggen mit ihrer Arbeit „Unser fantastischer Kunstbiber“, gefolgt von der Regenbogenschule Stolberg mit ihrem „Bunten Biber-Damm.“

In der Gruppe II siegte die Realschule Zülpich, einen Sonderpreis erhielt die Realschule St. Augustin Niederpleis; der Preis der NRW-Stiftung ging an die Marion Dönhoff-Realschule Pulheim.

Mit der Preisverleihung ist das Biber-Projekt für die Steckenborner Grundschüler aber noch nicht beendet, denn die mit dem Kunstwettbewerb verbundene Ausstellung wandert durch alle Gewinner-Schulen. Auch im Kölner Zoo und in der Internationalen Kunstakademie Heimbach wird sie zu sehen sein.

Wiederansiedlung in der Eifel

Dank eines Wiederansiedlungsprogramms der Landesforstverwaltung war der Biber in den 1980er Jahren wieder in die Eifelregion zurückgekehrt, nachdem er 100 Jahre zuvor bereits ausgerottet worden war. Besonders im Kalltal stößt man häufig auf die Spuren des nachtaktiven Nagers. Mehrere Familien haben sich bereits angesiedelt.

„Immer mehr Leute kommen mit dem Biber in Kontakt“, sagt Projekt-Mitarbeiterin Hildegard Coenen von der Bilogischen Station Düren, daher habe man die Idee des Kunstwettbewerbs entwickelt, der mit EU- und Landesmitteln gefördert wurde.

Begeistert von der Qualität der ausgestellten Arbeiten, von Installationen über Objekte bis hin zu Malerei, zeigte sich auch der Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns.

Besonders angetan war er von der Arbeit der Steckenborner Schüler, die sich nicht nur gegen eine starke Konkurrenz behauptet hätten, sondern mit ihrer Gemeinschaftsarbeit auch ihren Teamgeist in der Klasse unterstrichen hätten. „Ich bin stolz auf Euch“, meinte Hermanns, der die Schüler spontan zu einem Besuch ins Rathaus einlud, wo es auch Interessantes zu entdecken gebe.

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