BGZ-Internat Simmerath: 90 Flüchtlinge ziehen ein

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
11022256.jpg
Das BGZ-Internatsgebäude im Hintergrund wird Flüchtlingsunterkunft: Vertreter von Handwerkskammer und Städteregion schauten sich die neue Erstaufnahmeeinrichtung in Simmerath an. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Tausende junge Nachwuchskräfte aus der Handwerksbranche haben in den zurückliegenden 40 Jahren bereits Quartier im Internat des Berufsbildungs- und Gewerbeförderungszentrum (BGZ) im Simmerath bezogen: Ab Montag nun ist einer der drei Wohnbereiche auf dem Gelände im Kranzbruch für Gäste reserviert, bei denen es nicht um überbetriebliche Ausbildung, sondern ums Überleben geht.

90 Flüchtlinge sollen separat in einem Trakt des Internates untergebracht werden. Mit dieser Maßnahme unterstützt das Qualifizierungszentrum, das in der Trägerschaft der Handwerkskammer Aachen steht, die Aufgabe der Städteregion Aachen, kurzfristig 500 weitere Flüchtlinge im Rahmen der Amtshilfe unterzubringen.

In Kooperation mit der Gemeinde Simmerath wurde die BGZ-Lösung kurzfristig ins Gespräch gebracht und seitens der Handwerkskammer spontan und positiv aufgenommen. Wie Hauptgeschäftsführer Peter Deckers am Freitag in Simmerath erklärte, stelle man sich ebenfalls der Verantwortung bei der Unterbringung von Flüchtlingen zu helfen.

Das bereitgestellte Internatsgebäude dient als Erstaufnahmeeinrichtung des Landes und wurde zunächst für ein halbes Jahr angemietet. Zuständig für den Betrieb ist die Städteregion, die noch eine Betreuungsorganisation für die Einrichtung sucht.

Insgesamt verfügt das BGZ über 270 Internatsplätze in drei Wohnblöcken, deren Kapazität aber derzeit nicht ausgelastet ist. Von der temporären Belegung durch die Flüchtlinge wird der Lehrgangsbetrieb nicht beeinträchtigt. So werden in der nächsten Woche planmäßig 200 Lehrgangsteilnehmern in Simmerath erwartet.

Baudezernent Uwe Zink, der fest davon ausgeht, dass die Städteregion in Zukunft noch weitere Flüchtlinge unterbringen muss, bezeichnete das BGZ-Gebäude als Ideallösung. „Die Betten sind schon gemacht, es finden sich gute Ansätze zur Integration und das Gebäude ist mit wenig Aufwand herzurichten.“

Auch eine Kantine steht zur Verfügung. Marlies Cremer vom Amt für Rettungswesen betont, dass durch die Unterbringung im BGZ die Belegung weiterer Turnhallen vermieden werde. Ausdrücklich lobte sie die Mitarbeiter des Krisenstabes, die rund um die Uhr im Dienst seien.

Simmeraths Beigeordneter Roger Nießen hob das Entgegenkommen der Handwerkskammer hervor, die Flüchtlinge trotz des laufenden Betriebs im BGZ unterzubringen. Ein solcher Wohnbereich sei ideal. Das habe auch eine ähnlich strukturierte Einrichtung in Einruhr bisher gezeigt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert