Bewegungsstörungen nicht als Behinderung oder Krankheit sehen

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. „Vergesst die gelähmten Muskeln und kümmert Euch um die ganze Persönlichkeit”, lautet der Aufruf von Professor András Petö bezüglich der Therapierung von Menschen mit Bewegungsstörungen.

Der ungarische Arzt und Pädagoge veröffentlichte bereits 1962 sein Konzept der konduktiven Förderung, einem komplexen System, das ganzheitlich orientiert ist und seinen Schwerpunkt in der Erziehung sieht. Petö fasst Bewegungsstörungen nicht als Behinderung oder Krankheit auf, sondern eher als Unerfahrenheit und Unwissenheit.

Auch wenn die Störungen an sich nicht behandelbar seien, sei eine Neuorganisation mittels Lernen möglich. Nicht Fehler sollen korrigiert werden, Fehlendes soll erlernt werden.

In den Herbstferien haben 26 körperbehinderte Kinder und Jugendliche aus der Städteregion die Möglichkeit, das Konzept der konduktiven Förderung intensiv kennenzulernen. Acht speziell qualifizierte Konduktoren - in Pädagogik und Physiotherapie ausgebildete Fachkräfte - aus Budapest berücksichtigen dabei neue Erkenntnisse bei der Umsetzung der Therapie nach Petö, die nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene - etwa Schlaganfall- oder Parkinsonpatienten - geeignet ist.

Ermöglicht haben die Intensivförderung in der Stolberger Regenbogenschule die Vereine „Schwerkranke Kinder” und „Menschenskind”. „Wir sind sehr froh, diesen Schnupperkurs anbieten zu können, da in der Städteregion bisher die Möglichkeit zur konduktiven Förderung schlichtweg nicht besteht”, sagt Elke Henche vom Förderkreis „Schwerkranke Kinder” in der Region Aachen. Die erneute Kooperation der beiden Vereine trage wieder Früchte, freut sich Dr. Volker Siller für die Initiative „Menschenskind” in Stolberg.

„Dank der Unterstützung des Bethlehem Gesundheitszentrums und der Regenbogenschule können wir auf die ganzheitliche Therapie für Menschen mit Cerebralen Bewegungsstörungen aufmerksam machen”, sagt er und verweist auf den Tag der offenen Tür am Samstag, 16. Oktober ab 11 Uhr. Ab 11.30 Uhr gibt es Fachvorträge, um 13 Uhr eine Demonstrationsstunde und von 14.30 bis 16 Uhr einen Workshop zum Thema „Petö in der Städteregion Aachen - Wie geht es weiter?”. „Interessierte Familien sind herzlich eingeladen, ihre Kinder, ob mit oder ohne Behinderung, mitzubringen. Sie werden während der Vorträge von Max dem Clown´ betreut”, ergänzt Henche.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert