Rurberg - Bewegung ins ländliche Bauen bringen

Bewegung ins ländliche Bauen bringen

Von: P. St.
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Regionale Baukultur im ländli
Regionale Baukultur im ländlichen Raum war auch das Thema der Gesprächsrunde im Rurberger Antoniushof mit Prof. Rolf Westerheide, Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Margarete Lersch, Kreis Düren und Manfred Poth, Kreis Euskirchen (v. li.). Foto: P. Stollenwerk

Rurberg. „Es bewegt sich was!”, lautete das Motto am Donnerstag in Rurberg, als sich Architekten, Stadtplaner und Politiker zum ganztägigen Gedankenaustausch im Rurberger Antoniushof trafen.

Im Rahmen des Leader-Projektes „Baukultur und Dorfgestaltung in der Eifel” hatte das Institut für Städtebau und Landesplanung der RWTH Aachen sowie die Städteregion Aachen, der Kreis Dür en und der Kreis Euskirchen zu dieser Tagung eingeladen.

Rund 120 Gäste fanden sich in der guten Stube am Rursee ein, um zu erfahren, wie eine erfolgreiche und dynamische Entwicklung des ländlichen Raumes vollzogen werden kann. Welche Strategien hinter einer solchen Entwicklung stehen, wurde in mehreren Referaten deutlich gemacht.

Zum Auftakt hatte Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns die Gäste begrüßt, und das „sozio-kulturelle Veranstaltungszentrum” Antoniushof führte er als hervorragendes Beispiel für dörfliche Entwicklung an, sei dieses Projekt doch in 19 000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit von den Bürgern getragen worden. Die zahlreichen Erfolge Simmerather Ortschaften im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” unterstrichen zudem die hohe Identifikation der Bürger mit ihrer Region.

„Es lohnt sich, in der Eifel zu arbeiten”, stellte RWTH- Professor Rolf Westerheide, Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung, fest. Regionale Baukultur sei positiv besetzt und schaffe Identität, räumt Westerheide dem Projekt große Chance ein, wenngleich man in kleinen Schritten vorgehen müsse und und den Blick auf die „alltägliche Arbeit” richten müsse. Die Philosophie einer regionalen Baukultur sei nicht nur die Sache von Architekten und Stadtplanern sondern sei ein gesamt-gesellschaftlicher Prozess. „Da haben wir noch einen steinigen Weg vor uns.” Zunächst einmal geht es dabei auch um Fragen der Definition von Baukultur, denn das Leader-Projekt teilt die Eifel in 12 Regionen auf, wo sich auch keine einheitliche Linie in der Architektur feststellen lässt

In einer ersten Gesprächsrunde kamen dann die Akteure vor Ort zu Wort: Städteregionsrat Helmut Etschenberg erläuterte die Problematik, zwischen den Wünschen nach persönlicher Selbstverwirklichung und einer „gewissen Anpassung” an die vorhandene Bebauung einen Mittelweg zu finden. Nicht jeder sei bereit, bestimmte Freiheiten aufzugeben, daher gelte es beim Thema regionale Baukultur vor allem, „die Köpfe der Menschen zu erreichen” und diesen ein „Gespür und Gefühl” für ländliche Baukultur zu vermitteln. So lasse sich am ehesten eine emotionale Verbundenheit zum Lebensraum herstellen.

„Vieles geht nur über den Weg der Freiwilligkeit”, fasste Margarete Lersch, Sachgebietsleiterin Kreisentwicklung beim Kreis Düren, ihre in der Praxis bisher gemachten Erfahrungen zusammen. Wichtig seien Initialzündungen, „auf die man aufbauen kann.” Bauen bedeute auch, Verantwortung für die Region zu übernehmen. Diese Erkenntnis müsse sich noch bei den Bauherrn verfestigen „und zwar vor der Einreichung des Bauantrages.”

Eine „Schlüsselposition” gab Manfred Poth, allgemeiner Vertreter des Euskirchener Landrates, den Architekten. Ideal wäre ein unverbindliches Regelwerk zum Thema Eifeler Baukultur. Schließlich müsse man auch erkennen, dass Bauen auf dem Lande auch von „subjektiven Geschmacksempfindungen” begleitet werde, die sich nicht immer mit den Vorstellungen der Planer deckten.

„Sichtbare Ergebnisse beim Bauen erzielen eine große Strahlkraft”, zeigte sich Professor Westerheide überzeugt.

Über die nachhaltige Wirkung solcher Projekte konnte im Anschluss die Referenten berichten, so unter anderem Dipl.-Ing. Hans Ulrich Grassman, der am Beispiel der österreichischen Region Voralberg demonstrierte, wie regionale Baukultur sich ihren festen Platz gesichert hat.
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