Bewegendes Musikereignis in der Kirche

Von: js
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Beide Chöre – der gemischte Chor Maranatha „umrahmt hier den Imgenbroicher Männerchor – sangen zusammen unter der Leitung von Ralf Dederichs. Foto: Josef Schreier

Imgenbroich. Das traditionelle Konzert, das der Kirchenchor Imgenbroich jedes Jahr zur Osterzeit veranstaltet, brachte am Sonntag einige Überraschungen. Der Chor wollte bewusst, wie der Vorsitzende Bruno Welter berichtete, alte Bahnen verlassen.

Schon der Anfang des Konzertes war ungewöhnlich. Bruno Welter sagte es mit einem Wortspiel: Die „gestandenen“ Männer des Kirchenchors wagten es zum ersten Mal, sich singend in die Kirche hineinzubewegen. Und zwar nicht sie allein. Der junge, hauptsächlich aus Damen bestehende Chor „Maranatha“ machte den Einzug mit. Und von allen Seiten und aus allen Fluren ertönte aus vielen Kehlen das Einzugslied „Singt dem Herrn“. Auch für die Zuhörer, die alle vorhandenen Bänke der Kirche nahezu füllten, war dies ein eindrucksvolles Erlebnis, das für die musikalische und geistliche Stunde am Sonntagnachmittag viel versprach.

Zur Hochform aufgelaufen

Abwechselnd sangen dann die Imgenbroicher Sänger mit dem gastierenden Chor, der sich als Chor der gesamten GdG Monschau mittlerweile etabliert hat und überall gerne gehört wird. Es war deutlich zu merken, dass die „alten Männer“ (Welter) des Kirchenchores durch die Ergänzung und Konkurrenz der überwiegend jüngeren und zahlreichen Stimmen des „Maranatha“ zu neuer Hochform aufliefen.

Und dazu kamen noch die spirituellen Kommentare von Bruno Welter, der diesmal in besonderer Weise den Nerv und den Punkt eines existenziell vertieften Verständnisses von Ostern traf.

In drei thematischen Blöcken wurde das Ostergeheimnis musikalisch und meditativ umkreist. Zunächst wurde Ostern als Fest des neu aufblühenden Lebens verstanden, das stärker ist als der Tod. Dies unterstrichen die Sänger durch anrührende Loblieder auf die Größe Gottes, gleichsam „Glorias“, die die Leben schenkende Kraft Gottes hörbar werden ließen.

Im zweiten Teil war das durchgehende Thema der Frieden, der heute und immer wieder gefährdet ist, weil die Menschen immer wieder die falschen Wege dahin einschlagen. Sehr tiefgehende Gesänge von beiden Chören stimmten hier ein. Das berühmte „Caro mio ben“, vom Kirchenchor gesungen, eröffnete in einer neuen, auf den Frieden zielenden Vertextung neue Möglichkeiten des Verständnisses. Zu Herzen gehend auch die Hymne „O Nuit“, von Jean-Philippe Rameau, deren Text gerade in der Stille der Nacht das Symbol der Hoffnung auf Frieden erblickt.

Im dritten Abschnitt des Konzerts schließlich wurde Ostern als neue Lebensperspektive erlebbar gemacht. „You raise me up“ – du hebst mich empor, hieß eins der Lieder; und hier ist mit dem „du“ nicht unbedingt Gott gemeint, sondern Ostern erweist sich in der musikalischen Darbietung als ein umfassendes, den ganz konkreten Menschen erreichendes Phänomen, das auch das Politische nicht ausschließt.

Zusammenarbeit soll weitergehen

Mit dem Chorsatz „Herr, bleib bei mir“, dass beide Ensembles gemeinsam sangen, endete das offizielle Programm, dem aber zur Freude des dankbaren Publikums noch je eine Zugabe der beiden Chöre folgte.

Den beiden Chören und ihren Leitern, dem seit Jahrzehnten bewährten Willi Mertgens für den Imgenbroicher Männerchor St. Josef sowie Ralf Dederichs für „Maranatha“, ist ein Kompliment und ein großes Dankeschön abzustatten für einen die Zuhörer sichtlich bewegenden Nachmittag mit musikalischen und spirituellen Kostbarkeiten.

Die von Bruno Welter und Ralf Dederichs angedeutete Aussicht auf eine fortgeführte Zusammenarbeit lässt sicherlich nur Gutes erwarten für die Kirchenmusik in der GdG Monschau.

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