Besucherlenkung im Fuhrts- und Perlenbachtal soll verbessert werden

Von: Peter Stollenwerk
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Sicher zu den Narzisssen: Eine
Sicher zu den Narzisssen: Eine verbesserte Besucherlenkung soll ab 2014 die Orientierung in den deutsch-belgischen Narzissenwiesen erleichtern. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Monschau. „Die Besucherlenkung ist derzeit katastrophal. Wenn man die Gäste anlockt, muss man sie auch lenken”, brachte es Bernd Roder in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses auf den Punkt. Der Höfener CDU-Ratsvertreter zielte dabei auf das alljährliche Frühjahrs-Spektakel, wenn zehntausende Besucher das Perlenbach- und Fuhrtsbachtal durchstreifen, um die millionenfache Blüte der wilden Narzisse aus nächster Nähe zu bestaunen.

So gut wie alle Besucher finden auch den Weg zum Meer der gelben Blüten, aber der Weg dorthin ist mit kleinen Hürden gepflastert, denn die Beschilderung im Naturschutzgebiet lässt einiges zu wünschen übrig. Bislang ist sie gut gemeint und in der Verantwortung mehrerer Hände: Es gibt liebevoll geschnitzte Holzschilder, Narzissen-Symbole, die vereinseigenen Markierungen des Eifelvereins, und manchmal heißt das Perlenbachtal auch Schwalmbachtal oder das Schwalmbachtal Perlenbachtal - je nachdem, ob man sich auf deutscher Seite oder im Königreich Belgien befindet. Das soll jetzt anders werden. Ab dem Jahr 2014 soll eine einheitliche, professionelle Beschilderung der Ratlosigkeit ein Ende setzen.

In der zurückliegenden Sitzung des Monschauer Wirtschaftsausschusses wurde die Präsentation des Narzissenprojektes durch den federführenden Naturpark Nordeifel und dessen Geschäftsführer Jan Lembach mit Freude zur Kenntnis genommen.

Teilnehmer am Projekt sind auch die betroffenen Anrainer-Kommunen, denn auf belgischem Gebiet (Elsenborn) lässt die Beschilderung noch mehr zu wünschen übrig, und auch im Oleftal (Gemeinde Hellenthal) entspricht das Wegesystem nicht dem Stand der Dinge.

Mit der Idee, dass die Beschilderung in den Eifeler Narzissentälern dringend aufgerüstet werden muss, rannte der deutsch-belgische Naturpark im Düsseldorfer Umweltministerium offene Türen ein. Das Konzept wurde im Rahmen eines NRW-Naturpark-Wettbewerbs auf den zweiten Platz gesetzt und eine 70-prozentige Förderung zugesagt. Für den Bereich Monschau wäre ein 40 Kilometer langes Wegenetz in den beiden Narzissentälern auszuschildern. Dies soll nach dem Vorbild der Eifel-steig-Markierungen geschehen. Ausgeschildert werden sollen verschiedene Narzissen-Rundwege mit Kilometerangaben. Für Monschau würden Kosten von 30 000 Euro anfallen, die zu 70 Prozent durch den Naturpark übernommen würden. Für die Stadt würden somit maximal 9000 Euro Kosten übrig bleiben, wobei die NRW-Stiftung ebenfalls in die Kofinanzierung einsteigen möchte. Auch durch den Einsatz des Bauhofs oder durch „Naturalbeiträge” ließe sich aus Sicht der Stadtverwaltung der Eigenanteil noch reduzieren. 2013 soll das Besucherlenkungssystem vorbereitet und zur Narzissensaison 2014 den Besuchern eine Neuorientierung in den Narzissentälern bieten.

Wenn dieses Angebot einmal steht und der Besucher-Service damit eindeutig eine Verbesserung erfährt, sollen die Gäste auch mit in die Verantwortung genommen werden. Mit anderen Worten: Die Stadt plant die Aufstellung von Parkscheinautomaten wie sie in der Altstadt und in der Nachbarkommune Simmerath am Rursee bereits längst üblich sind. „An bestimmten Plätzen”, so Bürgermeisterin Margareta Ritter, sollten die Automaten zum Einsatz kommen. In Höfen könnte man mit der Einrichtung beginnen, aber auch bestimmte Parkflächen in Kalterherberg und Konzen habe man im Blick.

Werner Krickel (Grüne) meinte, es sei nicht verwerflich, das Narzissenerlebnis auch mit einem ökonomischen Effekt zu verbinden, indem „aus Besuchern Kunden werden”. Auch Naturpark-Geschäftsführer Lembach hielt es für legitim, dass man ein verbessertes Angebot auch über Parkgebühreneinnahmen finanziere. Eine Besucherbefragung habe ergeben, dass Gäste durchaus bereit seien, einen Obolus auch für das Natur-Erleben zu entrichten, „wenn die Gegenleistung stimmt”.
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