Beste Unterhaltung: Jürgen von der Lippe in Monschau

Von: Céline Jahns
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Ein Tisch, ein Stuhl, ein Mann und viele bunte Farben: Entertainer Jürgen von der Lippe bewies auch in der Aula des Monschauer Gymnasiums hohen Unterhaltungswert. Foto: Céline Jahns

Monschau. „Ihr müsst klatschen, damit die unaufmerksameren Zuschauer wissen, wann sie lachen müssen und ich mich beliebt und bestätigt fühle. Jetzt wäre dafür zum Beispiel ein geeigneter Zeitpunkt.“ Mit einem schelmischen Grinsen begrüßte Komiker – oder wie es neudeutsch heißt: Comedian – Jürgen von der Lippe am vergangenen Sonntagabend sein Publikum im städtischen St.-Michael-Gymnasium Monschau.

Im Rahmen seiner Tour „Jürgen von der Lippe liest“ begeisterte er seine Zuhörer in der ausverkauften Aula dreieinhalb Stunden lang mit einer vielseitigen Sammlung von Kurzgeschichten und Glossen. In diesen befasste sich der bekannte Entertainer mit zahlreichen Themen.

Einige davon thematisierten zum Beispiel die Unterschiede zwischen Mann und Frau: „Gott gab Adam die Fähigkeit im Stehen zu Pinkeln. Adam war hellauf begeistert und pinkelte erst mal seinen Namen in den Sand. Der Frau allerdings schenkte Gott ein Gehirn.“

Andere wiederum befassten sich eher mit der Darstellung eines gelangweilten Sheriffs im Wilden Westen oder dem anstrengenden Leben eines „Klugscheißers“, der sein allumfassendes Wissen seiner genervten Umwelt nicht vorenthalten will.

Ernährung und Sport

Pünktlich startete von der Lippe das Programm gut gelaunt mit Kurzgeschichten, darunter auch einige Dialoge, die er gekonnt mit mehrfach verstellter Stimme vortrug, was im Zuschauerbereich auf große Begeisterung traf. Da sich erst im Laufe des Dialogs die gegebenen Situationen und Umstände langsam verdeutlichten, konnten sie letztendlich mit einer plötzlichen Wendung oder Offenbarung überraschen.

Immer wieder charakterisierten sie dabei typische Verhaltensweisen von Männern und Frauen, deren Wahrheitsgehalt das gut gelaunte Publikum mit Pfiffen und Zurufen bestätigte. Von der Lippe kommentierte das belustigt und ging aktiv auf die Zuschauer ein. Nach neun Kurzgeschichten folgte eine kurze Pause von zwanzig Minuten.

Die anschließenden, thematisch umfassenden Glossen kritisierten nicht nur den Verfall der deutschen Sprache, sondern nahmen auch Ernährung und Sport in die Mangel: „(…) Genauso unlogisch finde ich Tiefseetauchen ohne Sauerstoffflasche. Der amtierende Weltmeister, ein Franzose, behauptete in einem Interview, ab einer gewissen Tiefe, wenn die Lungenflügel nur noch die Größe einer Orange haben, erlebe man das gleiche euphorische Gefühl wie nach zwei Bier. Und dafür hat der 14 Jahre lang trainiert. Für das Gefühl von zwei Bier. Ich muss dafür noch nicht mal tauchen gehen.“

Eine komplette weitere Stunde unterhielt von der Lippe so das Publikum und berichtete sprachgewandt und mit trockenem Humor von reichlich absonderlichen Verwechslungs- und Todesfällen, der dauernörgelnden Gesellschaft und dem Erlangen von eigenem Glück durch böse Kommentare.

Drei Zugaben

Nach ziemlich genau zwei Stunden beendete Jürgen von der Lippe sein reguläres Programm unter lautem Applaus und gab bereitwillig drei Zugaben, in denen auch er auf seine Kosten kam. Zusammen mit den Zuschauern, von denen auch viele aus von der Lippes langjähriger Heimatstadt Aachen angereist waren, sang er einen Auszug aus der italienischen Arie „Nessun dorma“, um im fliegenden Wechsel mit einem Lied auf Öcher Platt weiter zu machen.

Nach der dritten Zugabe beendete von der Lippe seine Lesung höchst erheitert und verließ die Bühne unter lautem Beifall. Für alle, die keine Karten mehr ergattern konnten, wird im nächsten Jahr ein Buch der Geschichtensammlung erscheinen. Bis dahin gilt es sich aber noch ein bisschen zu gedulden.

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