Besser spät als nie: Die Hitzewelle rollt an

Von: Jan Mönch
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Das Bild wurde vergangene Woche in Woffelsbach aufgenommen: Am Wochenende dürfte die Wiese von Sonnenanbetern gepflastert sein. Foto: psm

Nordeifel. Die Prominenz kommt gerne später, so viel ist bekannt - und warum sollte das nicht auch für den Sommer gelten? Nachdem viele Nordeifeler die Hoffnung bereits aufgegeben hatten, ist er nun doch noch eingetroffen.

Im Laufe der Arbeitswoche war das bereits überdeutlich, fürs Wochenende nun verspricht Wetterfrosch Andy Holz, der für unsere Redaktion täglich das „Eifelwetter” ankündigt, Temperaturen, die stellenweise stramm auf die 40-Grad-Marke zugehen. Dass Hitzegewitter wohl kaum ausbleiben dürften, sollte allen Sonnenanbetern klar sein. Dennoch bereiteten die Teile des Gewerbes, die von mediterranen Temperaturen im Allgemeinen profitieren, sich am Freitag auf Hochtouren vor. In Eiscafés liefen die Eismaschinen im Dauerbetrieb, vor Tankstellen stapelte sich die Grillkohle.

Und Getränke laufen bei dem Wetter doch sicher auch besser? „Nein, überhaupt nicht”, sagt Lukasz Waliszewski, Leiter des Getränkekarussells in Simmerath. Um im nächsten Moment in Gelächter auszubrechen - welch eine Frage aber auch.

Der Getränkehandel, sagt Waliszewski, sei ja ohnehin ein Wochenendgeschäft. Und er selbst wäre ein schlechter Händler, würde er sich auf ein Wochenende wie das anstehende nicht mit dem Ordern von Extralieferungen vorbereiten. Denn: „Wer sich sonst einen Kasten Bier holt, der nimmt jetzt zwei mit.” Merke: Eine gute Vorbereitung ist alles, da sind Käufer und Verkäufer sich einig.

Ganz ähnlich sehen das Marianne und Sibi Kazmierowicz, die am Naturerlebnisbad Einruhr für fast alles zuständig sind, das mit „B” beginnt: Biergarten, Bootsverleih, Bistro. Vor allen Dingen das Bistro wissen die Eheleute gut ausgestattet: 88 Kartons mit Eis, 200 Kisten Getränke und 160 Kilogramm Fritten stehen für das Wochenende bereit. „160 Kilogramm Pommes, bitte, tiefgekühlt” - ob man sich so die Bestellung beim Großhändler vorstellen darf?

Es bedarf keiner bemerkenswerten Fantasie, um sich auszumalen, dass der heutige Samstag und der morgige Sonntag für die Kazmierowicz´ Schwerstarbeit bedeuten - und das, wärend sich einen Steinwurf von der Bistrotheke entfernt Hunderte im Wasser und auf der Sonnenwiese tummeln. Sich zu beschweren liegt den beiden aber dennoch fern: Nachdem der Sommer so lange auf sich hat warten lassen, sollte das Geschäft am Wochenende so richtig brummen.

Noch weit mehr Platz als der Badestrand von Einruhr bietet bekanntlich der Eiserbachsee im benachbarten Rurberg. Die Wiesen dort dürften schon am Vormittag dicht gepflastert sein mit Badegästen nicht nur aus der unmittelbaren Nähe, sondern auch aus Aachen und Düren. Auch am Eiserbachsee haben die Gastronomen vorgesorgt, eine Tafel vor dem dortigen Bistro wies am Freitag allerdings darauf hin, dass der Kuchen einer gewissen Oma Margret zurzeit nicht erhältlich ist, da die Gute verreist sei. Bei Wassertemperaturen von angenehmen 21 Grad sollte sich das aber verschmerzen lassen.

Dass bei manchen Zeitgenossen allerdings die Verstandesleistung durch die ungewohnt hohen Temperaturen rapide nachzulassen scheint, hat erst am Donnerstag wieder ein Motorradfahrer unter Beweis gestellt, der (wie berichtet) mit 200 Sachen zwischen Stolberg und Simmerath unterwegs gewesen sein soll und nach dem die Polizei nun fahndet. Nicht zuletzt die Rettungsdienste sind auf ein heißes Wochenende eingestellt.
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