Berufskolleg und französische Schule kooperieren

Von: Heike Eisenmenger
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Die Partnerschaft zwischen dem
Die Partnerschaft zwischen dem Berufskolleg und dem Pariser Lycée ist besiegelt: Im Beisein angehender Zimmerleute schlagen Chantal Ricour und Ingrid Wagner (rechts) Nägel ins Holz. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg/Paris. Im Berufskolleg am Obersteinfeld in Stolberg knallten gestern die Champagnerkorken, denn es gab etwas Besonderes zu feiern - das Besiegeln einer Partnerschaft mit einer Schule in Paris.

Nun sind Schulpartnerschaften an sich nichts Außergewöhnliches, aber im konkreten Fall sind es angehende Handwerker und Kaufleute, die im Austausch im Gastgeberland drei bis vier Wochen leben werden, um ihre Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen und Neues in ihrem Beruf zu lernen.

Die Schule in Frankreich ist das Lycée François Mansart La Varenne in der Nähe von Paris und ist vergleichbar mit einem deutschen Berufskolleg. Kommenden Monat schon wird die Gruppe französicher Zimmerleuten in der Ausbildung nach Stolberg kommen.

Madame Chantal Ricour, Leiterin des nach dem berühmten franzöischen Baumeister benannten Lycée, und ihr deutsches Pendant, Ingrid Wagner, strahlten bei der Vertragsunterzeichnung gestern im Berufskolleg um die Wette. Was nicht nur daran lag, dass die Partnerschaft für beide Schulen eine Bereicherung ist: Die Eigeninitiative, die die Schüler bei dieser Partnerschaft an den Tag legen, bestätigt die Schulleitungen darin, auf dem richtigen Weg zu sein.

Es macht Freude zu beobachten, wie die Schüler auf diesen Austausch brennen, neugierig auf den Besuch aus Paris sind und neue Erfahrungen machen wollen. Die jungen Zimmerleute des Berufskollegs Simmerath/Stolberg der Städteregion Aachen - so der vollständige Name - hatten zu Ehre der Gäste aus Frankreich ihre Handwerkertrachten angezogen und demonstrierten die Rituale ihrer Zunft, indem sie nach der Rede ein Glas auf dem Boden zerschmettern.

Bei diesem Austausch geht es in erster Linie um pragmatische Dinge, aber auch Kunst und Kultur sind Aspekte, die automatisch mit „aufgesogen” werden. Der Aufenthalt im Gastgeberland soll die Schüler auf beruflicher Ebene weiterbringen, sie öffnen für ein gemeinsames Europa.

Schon dem Hintergrund des internationalen Markes und des multikulturellen Miteinanders sei der Austausch für die Schüler unbedingt sinnvoll, unterstrich Schulleiterin Wagner die Bedeutung der dauerhaft angelegten Zusammenarbeit mit dem Lycée in Paris.

Während des Aufenthaltes lernen die Schüler nicht nur die Sprache besser kennen, sondern vor allem auch die Unterschiede im Beruf - und zwar in der Praxis. Die Schüler werden in den Betrieben in Frankreich eingesetzt und kommen somit auch in Kontakt mit der Kultur des Gastgeberlandes. Der Ansatz ist, ganzheitlich ein fremdes Land aufzunehmen. Und erst dann beginnt man, das Land und seine Menschen wirklich zu verstehen.

Berühmt für Architektur

Frankreich ist unter anderem berühmt für seine Architektur. „Die Bauweise der Franzosen ist eine völlig andere. Das ist für einen Zimmermann natürlich spannend, zumal die Traditionspflege der Franzosen nicht mit der deutscher Zimmerleute vergleichbar ist”, erklärte Kunstlehrerin Kirsten Hanenberg.

Austausch von Kunst kommt auch auf anderer Ebene zum Ausruck. Das Ölbild, das Schüler des Berufskollegs der Partnerschule zum Geschenk machten, beeindruckt, denn man glaubt zunächst, ein professioneller Künstler hätte es gemalt.

Der 20-jährige Maurice Hartmann wird zu den ersten Schülern des Berufskollegs gehören, die nach Frankreich dürfen.

Der Lichtenbuscher freut sich jetzt schon riesig auf den Termin Anfang des Jahres. Hartmann kommt aus dem kaufmännischen Bereich und will sein Fachabitur machen. Der 20-Jährige möchte seine Sprachkenntnisse verbessern und er hofft, viel Neues zu lernen. Finanziert wird das Stipendium aus dem Topf des europäischen Berufsbildungsprogramms namens Leonardo da Vinci. „Unsere Schüler werden mit rund 900 Euro unterstützt, bei den Franzosen wird der Betrag ähnlich hoch sein”, erzählte Brigitta Hillemacher, EU-Koordinatorin am Berufskolleg. Übernacht wird in Gastfamilien und in Jugendherbergen.
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