Berühmtheiten aus Roetgen: Nicht nur Millionäre, auch Prominente

Von: Günther Sander
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Vorsitzender Dieter Fischer freut sich mit Autor Ulrich Schuppener und Marga Wilden-Hüsgen (von links) über die Präsentation des gelungenen „Promi-Buches“. Foto: Günther Sander

Roetgen. „Das Tor zur Eifel“ beherbergt bekanntlich eine Anzahl von Millionären. Aber auch bekannte Persönlichkeiten, die sich einen großen Namen gemacht haben, erblickten in Roetgen das Licht der Welt. Doch wer ist prominent? Wann gilt eine Person als berühmt?

Aufschluss darüber gibt der Roetgener Ulrich Schuppener, der jetzt auf Einladung des Heimat- und Geschichtsvereins Roetgen als Herausgeber sein Buch „In Roetgen geboren – acht Prominenten-Porträts“ präsentierte.

Sechs Herren und zwei Damen

Vier Jahre lang hat Schuppener recherchiert, bis dieses „Promi“-Buch mit 450 Seiten und etwas 200 Abbildungen noch rechtzeitig vor Weihnachten auf den Markt gekommen ist und für 19,50 Euro bei den Mitgliedern und auch auf dem Weihnachtsmarkt demnächst zu haben sein wird.

Ulrich Schuppener greift sechs Herren und zwei Damen auf, drei der acht Persönlichkeiten leben noch. Die Absicht sei es, prominente Personen vorzustellen, die zum einen in Roetgen geboren sind und die es zum anderen zu einem verdienstvollen, großen und sogar internationalen Ansehen gebracht haben, erzählt der Autor. Und da ist Schuppener „ganz schön fündig geworden“, er stieß auf einen Oberbürgermeister, auf einen großen Gewerkschafter, auf einen bedeutenden Industriellen, beschreibt einen Architekten, einen Professor, einen weltbekannten Tänzer, eine exzellente Musikerin und eine humorvolle Schauspielerin.

Eine dieser berühmten Persönlichkeiten ist Lotti Krekel, die am 23. August 1941 in Roetgen das Licht der Welt erblickte. „Mir schenke dä Ahl e paar Blömcher.“ Krekel, in zahlreichen Fernsehfilmen, TV-Sendungen und im Kölner Karneval dabei, hat diesen „Blömcher“-Hit populär gemacht.

Ein Jahr später als Krekel, am 17. Februar 1942, wurde Marga Wilden-Hüsgen (Tochter von Walter Wilden) in Roetgen geboren. Eine verdiente Person, wie Ulrich Schuppener lobte, sie habe sich ganz der Musik verschrieben, besonders dem Spiel auf der historischen Barockmandoline. Seit 1992 ist sie Professorin für Mandoline an der Musikhochschule Köln, Standort Wuppertal. 2004 gründete sie das Ensemble für alte Musik „Capella Aquisgrana“.

Der dritte noch lebende Prominente ist Günter Pick (Jahrgang 1943). Er war Balletttänzer, absolvierte Auslandstourneen, sammelte TV-Erfahrungen in Kanada und den USA. Lange Jahre war er Ballettmeister, Choreograph, Ballettdirektor am Gärtnerplatztheater in München. Seit einem Jahr ist er Vorsitzender des Fördervereins Tanzkunst Deutschland.

Zu den schon verstorbenen Prominenten gehört Albert Charlier, Mitbegründer und -besitzer der Eisenbahnwagen- und Maschinenfabrik van der Zypen & Charlier. Er war verantwortlich für die Produktion von Eisenbahnwaggons aller Art. Ulrich Schuppener befasste sich zudem mit Albert Lauscher, einem Priester in Köln, der nach dem Ersten Weltkrieg Zentrumsabgeordneter im preußischen Landtag war.

Ganz anders Wilhelm Rombach, der Rechts- und Staatswissenschaften studierte. 1921 wurde er Landrat in Düren, 1923 Regierungspräsident des Regierungsbezirks Aachen, 1928 Oberbürgermeister von Aachen, bis zu seiner Entlassung 1933. Nach dem Krieg nochmals OB, dann Ministerialdirektor im NRW-Innenministerium. Nach ihm ist in Brand eine Straße benannt worden.

Hans Hansen war Sohn eines Wollwäschers, machte eine Ausbildung zum Architekten, wurde schriftstellerisch tätig, aber auch künstlerisch (Malerei und Architektur). Nach dem Krieg baute er zerstörte Kirchen in Köln, Westfalen und im Saarland wieder auf. Erst kürzlich wurde Mathias Wilms eine Stelle gewidmet, die vor dem Roetgener Rathaus ihren Platz fand.

Keine eigene Straße in Roetgen

Der Weber und Kettendreher trat 1923 in die SPD ein, war Laienrichter, Mitbegründer des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (später DGB). Nach seinem Namen wurde in Aachen eine Straße benannt.

Acht prominente Roetgener, aber in ihrem Geburtsort gibt es keine einzige Straße, die nach ihnen benannt ist (durch Ratsbeschluss verhindert). Anerkennung kann aber auch in anderer Weise erfolgen. Ulrich Schuppener bedankt sich für die große Hilfe, die ihm von verschiedenen Seiten zugutegekommen sei. Auch einigen Mitgliedern des Heimat- und Geschichtsvereins Roetgen, der Herausgeber des Buches ist, sagte er ein Dankeschön.

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