Berüchtigter „Eifel-Blitzer” geht wieder in Betrieb

Von: dpa/bugi/wos
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Uhu Blitze Eifel
Der umstrittene „Eifel-Blitzer” soll wieder in Betrieb gehen. Foto: dpa

Heimbach. Der umstrittene „Eifel-Blitzer” soll wieder in Betrieb gehen. Der Kreis Düren kündigte am Donnerstag eine neue Verkehrsregelung für eine Landstraße bei Heimbach an, um die Radaranlage wieder einschalten zu können.

Die neuen Temporegeln sollen sowohl dem Schutz der dort lebenden Uhus und als auch den Bedürfnissen der Autofahrer gerecht werden. In nur zehn Monaten waren 7600 Autofahrer in die Falle gerauscht.

Die Menschen im Tal mochten die Blitze nicht. Mindestens viermal wurde sie Zielscheibe von Vandalen. Einmal fuhr ein Unbekannter die Radarsäule sogar mit einem in Mechernich gestohlenen Trecker um. Eine Fahrerin verklagte den Kreis Düren im Frühjahr vor dem Verwaltungsgericht. Die Anordnung der Geschwindigkeitsbegrenzung sei rechtswidrig. Zudem verlangte sie vor der zweiten Kammer mit dem Vorsitzenden Richter Professor Herbert Limpens die Demontage der verhassten Anlage.

Das Problem: Unmittelbar in der Nähe der Blitze befindet sich die Kinderstube eines Uhu-Paares, das Jahr für Jahr in seinem Horst auf den Buntsandsteinen am Rande der Rurauen seine Brut aufzieht. Tierschützer vermuten weitere Paare im Umfeld des geschützten Sandsteinparadieses. In ihren Augen allesamt potenzielle Straßenverkehrsopfer.

Das Gericht erörterte zunächst akribisch die Rechtslage. Dabei war das biologische Gutachten eindeutig. Der Uhu sei ein „schwerfälliger Vogel”, der gerne tief fliege. Das mache ihn anfällig für Zusammenstöße mit Autos, gerade wenn er „im Gaukelflug” am Straßenrand nach totgefahrenen Tieren suche.

Zum Schutz der nachtaktiven Uhus, die in Felsen an der Straße leben, dürfen die Autofahrer nun in Zukunft mit Einbruch der Dämmerung und in der Nacht nicht schneller als 50 Stundenkilometer fahren. Tagsüber soll Tempo 70 erlaubt werden. Diese Regelung wird wie vorher mit der Radarfalle überwacht. Bisher galt grundsätzlich Tempo 50 auf der gut ausgebauten Teilstrecke der Landstraße 249. Das Verwaltungsgericht Aachen hielt Regelung und Radarfalle wegen eines Formfehlers für rechtswidrig.

„Dämmerung ist ein dehnbarer Begriff”, nannte der Sprecher des Kreises Düren, Josef Kreutzer, ein Problem der Neuregelung. Der Beginn der Dämmerung sei nicht statisch sondern hänge von der Jahreszeit ab. Eine Lösung könnten elektronische Verkehrsschilder mit veränderbaren Anzeigen sein. Sobald eine Lösung gefunden sei, gehe die Radarfalle wieder in Betrieb.

„Das ist eine weise Entscheidung”, sagte der Heimbacher Bürgermeister Bert Züll. Damit würden die Interessen aller Rechnung getragen. Tierschützer sind allerdings nicht zufrieden mit der Lösung. Stefan Brücher von der Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen beipsielsweise gab zu bedenken: „In diesem Jahr brüten die Uhus so nah an der Straße wie nie zuvor”, sagte er. Während der Aufzucht seien die Jungen und Alten auch tagsüber unterwegs. Darum hält er grundsätzlich Tempo 50 für notwendig.

Im Februar vergangenen Jahres war der Blitzer aufgestellt worden. Allein in der ersten Woche löste die Blitze 737 Mal aus.
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