Monschau - Berndorfs „Leichen in der grünen Hölle”

Berndorfs „Leichen in der grünen Hölle”

Von: ale
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Nach seinem Vortrag griff Jacques Berndorf zum Stift und signierte unermüdlich seine Bücher für die begeisterten Krimifans aus Nah und Fern. Foto: Anneliese Lauscher

Monschau. Jacques Berndorf las in Monschau - und alle kamen! Die Aula des Monschauer St. Michael-Gymnasiums war bis auf den letzten Platz besetzt, die Kennzeichen der Autos auf dem Parkplatz ließen darauf schließen, dass manch ein Krimi-Fan einen weiten Weg auf sich genommen hatte, um den populären Eifelkrimi-Autor leibhaftig zu erleben.

Bereits zum zweiten Mal gastierte das Eifel-Literatur-Festival 2010 in Monschau. Nach der ansprechenden Performance von Sarah Kuttner („Mängelexemplar”) im Mai am gleichen Ort war nun der „Guru” des Eifelkrimis, Jacques Berndorf, zu Gast.

Als Vertreter eines wichtigen Förderers des Literatur-Festivals, das inzwischen zu den zehn bedeutendsten Festivals in Deutschland zählt, sprach Norbert Laufs, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Aachen, die Begrüßungsworte. „Ein absolutes Aushängeschild für die Eifelregion” sei das Eifel-Literatur-Festival, und er sehe Dr. Josef Zierden, den Initiator, übers ganze Gesicht strahlen ob des ausverkauften Hauses.

Der Kulturwart des Eifelvereins, Bernhard Wimmer, ließ es sich nicht nehmen, auf die Verbundenheit des Eifelvereins mit dem Literatur-Festival hinzuweisen: „Seit jeher gilt unser Grundsatz, die Eifel touristisch und kulturell zu fördern.” Er bekannte sich freimütig zum Jacques-Berndorf-Fan.

Und Dr. Josef Zierden machte den Gästen eine besondere Freude: „Wir sind wahrscheinlich die Ersten, die das neue Buch von Jacques Berndorf kennen lernen.” Es sei noch nicht in ausreichender Zahl gedruckt, aber man könne im Buchhandel eine Signatur bestellen! Und seine Wertschätzung für Jacques Berndorf drückte Zierden so aus: „Er ist einer der besten Botschafter der Eifel.”

Dann begann der Altmeister mit seinem Vortrag. Der frühere Stern-Reporter erläuterte zunächst, wie er Stück für Stück dem „Nürburgring-Skandal” auf die Spur gekommen sei. Und wenn eine dubiose Geschichte, „die nach Korruption, Unfähigkeit, Mauschelei und gigantischer Geldverschwendung riecht”, direkt in seiner Nähe passiere, dann müsse er diesen Stoff doch aufgreifen - und in die grüne Hölle ein paar Leichen einstreuen!

So ist sein neuer Krimi „Die Nürburg-Papiere” wieder eine raffinierte Mischung von gut recherchiertem Material und einer spannenden Geschichte, die nah an den Menschen der Eifel dran ist. Journalistische Spürnase und Talent zum Schreiben kommen zusammen, und immer wieder spürt man die Verehrung für die Eifel, für die Landschaft, die Orte und ihre Bewohner und natürlich für die schönste Rennstrecke, die man sich vorstellen kann!

Der Vortrag fesselte die Zuhörer; der in der Ich-Form erzählende Krimiheld Siggi Baumeister scheint nicht zu altern, er ist ein Mensch mit Ecken und Kanten und Schrullen, mit Scharfsinn und Humor.

Als im Anschluss an die Lesung eine Zuhörerin fragte, ob denn Emma auch vorkommt, bekam sie die überraschende Antwort: „Emma erschießt in diesem Roman einen Menschen!” Auf die Frage nach Verfilmungen seiner Krimis antwortet Jacques Berndorf, bei dem bisher einzigen Versuch (Eifel-Schnee) habe man ihn wohl nicht verstanden. In Monschau wurde er verstanden; die Menschen standen Schlange für seine Signatur und freuen sich auf ein neues Krimivergnügen.
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